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28.03.2024 - Die Katze als Jäger

Dass freilaufende Katzen jagen, ist kein Geheimnis. Dieses Verhalten war vor Tausenden von Jahren der Grund, dass Mensch und Tier sich annäherten: Als Nutztiere hielten Katzen unerwünschte Mäuse, Ratten und andere Kleintiere fern und sicherten so die Nahrungsvorräte der sesshaft werdenden Menschen. Längst hat sich die Katze vom „Schädlingsbekämpfer“ zum beliebtesten Haustier überhaupt entwickelt und muss nicht mehr selbst für ihr Futter sorgen. Das heißt aber nicht, dass sie ihren Jagdinstinkt verloren hätte! Nach wie vor gehen Katzen auf die Pirsch und erbeuten unter anderem Singvögel, deren Bestand seit Jahren drastisch zurückgeht. Anlässlich des heutigen „Respektiere-Deine-Katze-Tags“ möchten wir beleuchten, welchen Anteil Katzen am Schwinden der Vögel haben – und geben Tipps dazu, wie wir unsere gefiederten Freunde schützen können ...

Sind Katzen für den Rückgang der Vogelpopulation verantwortlich?

Wie viele Wildvögel tatsächlich freilaufenden Katzen zum Opfer fallen, lässt sich nicht klar beziffern – die Schätzungen schwanken zwischen 20 und 200 Millionen Vögel pro Jahr. Ist der Rückgang der Vogelpopulation also der (zu) großen Zahl an Katzen zuzuschreiben? Im Gegensatz zu Gebieten wie bspw. Neuseeland gab es in Deutschland schon immer zahlreiche Landraubtiere, wie zum Beispiel die Europäische Wildkatze. Hier ist die Hauskatze kein Neuzugang, sondern seit etwa 5.000 Jahren Teil unseres Ökosystems, was nicht heißt, dass Katzen dem Vogelbestand nicht empfindlich schaden könnten. Allerdings ist die Katzenpopulation ausschließlich in von Menschen besiedelten Gebieten sehr hoch – und dort steigt die Zahl der Vögel eher an. Ein Rückgang ist vor allen Dingen in der Agrarlandschaft und im Wald zu beobachten. Ohne Katzen, aber auch andere Beutegreifer wie Greif- und Rabenvögel, Eulen, Marder und Eichhörnchen, als ernstzunehmende Gefahr für Vögel ausklammern zu wollen: Die größte Bedrohung geht von der menschengemachten Verschlechterung natürlicher Lebensräume aus. Hier wären beispielsweise Glasflächen, Monokulturen, der Einsatz von Herbi- und Pestiziden sowie das Fehlen geeigneter Nistmöglichkeiten zu nennen.

Bei Betrachtung der Gefährdung, der Vögel durch Katzen ausgesetzt sind, wird deutlich, dass es vor allen Dingen verwilderte Hauskatzen sind, die den Bestand reduzieren: Sie müssen Kleintiere jagen, um ihren Nahrungsbedarf zu decken. Daher ist es im Sinne des Tierschutzes wichtig, eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht einzuführen und freilaufende Katzen (ob herrenlos oder nicht) konsequent zu kastrieren bzw. zu sterilisieren.

Wie kann man Vögel aktiv schützen?

Der Jagdtrieb ist bei kastrierten Katzen in der Regel deutlich weniger ausgeprägt, was allerdings nicht heißt, dass er nicht mehr vorhanden wäre. Doch es gibt diverse weitere Möglichkeiten, diesen Trieb zu beeinflussen bzw. Vögel aktiv zu schützen:

•    Neben alten und kranken Vögeln sind insbesondere Jungvögel gefährdet. Deshalb ist es besonders wichtig, Katzen von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden im Haus zu halten bzw. beim Freigang zu begleiten, um die gerade flügge werdenden Kleinen zu schützen!
•    Um die Vogelpopulation stabil zu halten, brauchen Vögel ausreichend Futter, Nist- und Versteckmöglichkeiten. Naturnahe, insektenfreundiche Gärten und stachelbewährte Schutzgehölze (beispielsweise Wildrosen, Weiß-, Feuer- und Schwarzdorn) bieten Nahrung und Schutz für die Brut. Und nebenbei profitieren von einem Ökogarten auch viele andere Wildtiere wie Eidechsen, Blindschleichen, Frösche oder Molche, die ebenfalls zu den Beutetieren von Katzen gehören!
•    Nester in Bäumen können durch am Stamm angebrachte Manschetten aus Metall oder Kunststoff geschützt werden – oder durch Brombeerranken, die nicht nur kostenlos sind, sondern auch eine weitere Nahrungsquelle für Insekten und Vögel.
•    Nistkästen sollten in mindestens zwei Metern Höhe freihängend an Seitenästen bzw. an Fassaden angebracht werden.
•    Bitte wahrt bei Futterhäuschen und Vogeltränken mindestens zwei Meter Abstand zum nächsten Gebüsch, damit sich kein Beutegreifer unbemerkt nähern kann.
•    Gegen manche Vogeljäger ist übrigens ein Kraut gewachsen: der Harfenstrauch (Plectranthus ornatus). Der mentholartige Duft dieses immergrünen, etwa 40 bis 80 Zentimeter hohen Halbstrauchs ist für Katzen ebenso wenig angenehm wir für Hasen, Hunde und Marder. Es ist also eine tolle Idee, diesen Strauch in der Nähe von Niststandorten einzupflanzen (seine abschreckende Wirkung erstreckt sich über mindestens zwei Meter).
•    Das Glöckchen am Halsband warnt erwachsene Vögel rechtzeitig vor Katzen; allerdings gilt das nicht für die Jungvögel, die wie gesagt am stärksten gefährdet sind. Außerdem quält das Geräusch die sehr empfindlichen Katzenohren und kann dazu führen, dass der Freigang zur Tortur wird.
•    Wer sich anderweitig austoben kann, hat weniger Energie zum Jagen: Je mehr und ausgeprägter Du Dich mit Deiner Katze beschäftigst, beispielsweise durch Klickertraining, desto seltener wird sie jagen – und außerdem festigt und belebt das Euer Verhältnis zueinander!

Wirklich abgewöhnen kann man freilaufenden Katzen das Jagen nicht. Wer eine Katze adoptiert, sollte diese Tatsache respektieren und sich ihrer bewusst sein – ebenso wie der Verantwortung, die mit dieser Adoption einhergeht. Wer wie wir Freigang für einen wesentlichen Teil der Lebensqualität von Katzen hält, sollte seine Tierliebe auch auf die potenziellen Beutetiere ausweiten und wildlebende Vögel in sein Herz schließen. Wenn Du die oben genannten Tipps in die Tat umsetzt, wirst Du dadurch so manchem Vogel das Leben retten können!