Toniedda (21.08.2011)
Toniedda hat Ihren Platz für immer gefunden, und sie hat ihn sich quasi selbst ausgesucht:-)

Aus Toniedda, die im März in Deutschland bei Ihrer Pflegefamilie einzog, wurde schnell Edda.

Wir haben mit Edda eine emotionale Berg- und Talfahrt hinter uns, sodass dieses Happyend eigentlich aus 3 Happyends besteht.

Von vorne:

Die bildhübsche Edda fällt uns im Herbst 2010 im Refugio auf. Sie bleibt stetig im Hintergrund, als wir im Gehege sind, lässt niemanden ran, aber blickt uns immer erwartungsvoll an.

Eddas Pflegefrauchen lernt die Hündin dort ebenfalls persönlich kennen und entscheidet sich wenige Monate später, dieser ängstlichen Maus einen Platz anzubieten.

Edda kommt nach Deutschland und rührt sich über Wochen im Haus am liebsten nicht vom Fleck. Sie findet den vorhandenen Hund doof, draußen die Hunde interessieren sie nicht, sie ignoriert sie. Streicheleinheiten genießt sie. Nach Wochen wirkt Edda immer noch apathisch, und dann die schreckliche Diagnose: Edda benötigt dringend eine Herz-OP, um zu überleben. Die Herz-OP verläuft super, und Edda ist nach kurzer Zeit wieder fit: Happyend Nr. 1!

Sie blüht nun etwas auf, bleibt aber dennoch sehr verhalten in allem. Das Pflegefrauchen ist hin und weg von dieser Hündin, die doch nicht so einfach ist im Umgang. Aber sie sagt immer, Edda ist einfach nur klasse. Ihr Herz hat sie bereits verloren.

Bisher keine einzige Anfrage für Edda.

Ein paar Wochen nach der Herz-OP kommt Edda ein paar Tage mit in den Wanderurlaub und schafft hier mühelos täglich ein paar Stunden mitzuwandern. Wir haben Hoffnung, dass sich doch jemand meldet für Edda, der sie für immer adoptieren möchte.

Es vergehen wieder ein paar Wochen und die Pflegefamilie steht kurz vor dem seit langem geplanten Kroatien-Urlaub, bei dem Edda nicht mit kann.

Liebe Bekannte sagen zu, Edda in der Urlaubszeit aufzunehmen. Ein Probetag mit Edda haut uns alle um. Edda blüht in dieser Familie total auf und zeigt sich wesentlich agiler und aufgeschlossener als zu Hause.... sie ist dort Einzelhund....

Wir sind nun sicher, dass Edda damals, im Refugio schon gerne zu uns Menschen gekommen wäre. Aber sie durfte nicht. Zu sehr wurde sie all die Jahre im Refugio im Rudel dominiert.

Dann zieht Edda um zu ihrer "Urlaubsfamilie". Nach 2 Wochen steht einen Augenblick die Haustür offen, und Edda düst los. Sie ist weg, 2 Tage lang. Viele Helfer von respekTiere e.V. fahren nach Herne, um bei der Suche zu unterstützen. Immer wieder wird Edda in der Nähe des Hauses der Urlaubsfamilie gesehen. Aber all die Helfer müssen abends wieder fahren, ohne Edda eingefangen zu haben.

Am nächsten Morgen steht Edda vor dem Haus ihrer Urlaubsfamilie und kratzt an der Tür.... Sie ist von allein zurückgekommen. Sie wusste, wo sie hingehört: Happyend Nr. 2.

Dann kommt die Pflegefamilie aus Kroatien zurück, übernimmt Edda wieder. 2 Tage später ist die Urlaubsfamilie von Edda nicht mehr zu halten und kündigt an, dass sie Edda gerne für immer übernehmen möchten. So sehr haben sie sich in den gut 2 Wochen in Edda verliebt, soviel mit der Maus erlebt und letztlich war es ein Zeichen von Edda, dass sie allein wieder zurückgekommen ist und an der Haustür gekratzt hat, wo sie hingehört. Edda soll nun für immer bleiben ! Happyend Nr. 3 !!!

Alles Gute, hübsche Edda ! Wir sind alle überglücklich, Dich bei Deiner Familie zu wissen! Du kannst es besser nicht haben!

Seit dem 21.8. bist Du fest vergeben und wirst nie wieder hergegeben.

Danke an Eddas neue Familie ! Danke allen Spendern für Eddas Herz-OP!

Süße Edda, hier die Abschiedsworte von Deinem Pflegefrauchen Claudia:

Edda... Nach fast 6 Monaten trennen sich nun unsere Wege. Ich verabschiede dich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Weinend, weil du gehst, lachend, weil ich weiß, wohin du gehst, dass du genau das Zuhause bekommst, welches ich mir so sehr für dich gewünscht habe. Dass du dich dort wohlfühlst und genau dorthin gehörst, hast du ja schon einmal bewiesen. Deine Familie wird dir alle Zeit der Welt geben, die du brauchst, um endlich im neuen Leben anzukommen. Das Einzige, was ich dir jetzt noch mit auf den Weg gebe, ist ein Stück meines Herzens. Auch deine weiteren Fortschritte werde ich verfolgen können, da du Hernerin bleibst.

 
Hier können Sie noch einmal die ganze SOS Geschichte von Toniedda lesen:

 

Toniedda, eine Hündin mit einem grossen Herz - mit einem viel zu grossem Herz!


Toniedda benötigt dringend eine Herzoperation, wenn wir ihr Leben retten wollen.

Zweimal schon hat das Schicksal es gut gemeint mit Toniedda. Die hübsche und scheue Hündin fiel uns im Oktober bei unserem Besuch im Refugio auf Sardinien auf und wir nahmen sie in die Vermittlung. Im März entschied sich eine liebe Pflegefamilie bewusst für Toniedda. Sie wollte einer Hündin, die es nicht leicht hat, direkt aus dem Refugio vermittelt zu werden, weil sie eben nicht mehr die Jüngste ist, noch dazu schwarz ist und vor Ort auffällig scheu wirkte, eine Chance auf ein besseres Leben bieten. Dazu kam, dass wir davon ausgingen, dass Toniedda in ihrem Gehegerudel den niedrigsten Rang belegte.

Toniedda liess also am 8. März 2011 die Gehegezäune des Refugios nach mehreren Jahren hinter sich. Wie wir es erwartet hatten, verhielt sich Toniedda in den ersten Wochen weiterhin scheu und traute sich kaum etwas, blieb die meiste Zeit am liebsten auf ihrer Decke liegen. Wir gingen zuerst weiterhin davon aus, dass es ihr schwer fallen würde, aus sich heraus zu kommen, hatte sie doch all die Jahre im Rudel gelernt, sich zurück zu nehmen, devot zu sein, um bestehen zu können. Wir erklärten ihr Verhalten mit der Unsicherheit im neuen Leben, wie wir es bei fast allen Hunden, die wir aus dem Refugio nach Deutschland holen, erleben. Mit der Zeit wirkte ihr Verhalten jedoch immer mehr apathisch.

 

Bei der Blutabnahme für den Mittelmeertest wurde Toniedda einem Grundcheck unterzogen und der Tierarzt stellte auffällige Herzgeräusche fest. Er riet zu einer Vorstellung in der Klinik bei einem Kardiologen. Wir bekamen einen Termin am 6.5.2011 und erhielten folgende niederschmetternde Diagnose:

Auskultation: Maschinengeräusch 5/6 links cranial

Echokardiographie und Doppleruntersuchung: PDA = persistierender Ductus arteriosus botalli mit hgr. linksventrikulärer und linksatrialer  Volumenüberladung und sekundärer Mitralklappeninsuffiziens.
 
zu deutsch:
Die Diagnose PDA bedeutet, dass Toniedda einen angeborenen Herzfehler hat, d. h. sie hat eine Lungenarterie, die das Blut direkt ins Herz pumpt, die beim Fötus angelegt ist, nach der Geburt aber verschlossen sein sollte. Somit hat das Herz eine riesen Belastung, weil es das ganze Blut nicht wegpumpen kann. Das Herz ist dadurch stark vergrößert - in ihrem Fall mittlerweile größer als das Herz einer Dogge. Normalerweise überlebt ein Hund mit dieser Anomalie das erste Lebensjahr nicht. Toniedda war in der Klinik daher schon eine Sensation.

Die Ärzte raten dringend zu einer Operation, um Tonieddas Leben zu retten, denn die Prognose ohne eine OP ist vorsichtig bis schlecht, da sich hier schon deutliche Hinweise für ein beginnendes Herzversagen bei Toniedda  zeigen. Ihr Therapievorschlag sieht einen operativen Verschluss des Gefässes vor, welcher offenchirurgisch vorgenommen werden würde (vormittags OP, 1 Tag Klinikaufenthalt, 6-12 Monate Nachbehandlung in Form von Medikamenten/Tabletten, ca. 70€ monatl.). Die Kosten für die OP belaufen sich auf insgesamt ca. 1.300€.

Die Ärzte sind ganz zuversichtlich, dass Toniedda diese OP überleben wird, da sie bisher noch kein Wasser in der Lunge hat und kein Blut in einem bestimmten Gefäss hat.

Bei der OP wird der Thorax geöffnet und das Gefäß wird abgeklemmt und verschlossen.  Das vergrößerte Herz von Toniedda – welches zur Zeit grössenmässig das Herz einer Dogge um Weites übersteigt - bildet sich bis zu einem gewissen Grad wieder zurück und nach Meinung der Spezialisten gilt Toniedda dann als geheilt und kann ein ganz normales Hundeleben führen.

Nach der OP würde Edda noch für ca. 2 Wochen geschont werden, danach kann sie dann ganz langsam wieder belastet werden. Ohne OP wird Edda sterben, auch wenn sie Medikamente nehmen sollte, da gibt es keine Zweifel. Bei Edda ist jetzt genau der Zeitpunkt gekommen um sie zu operieren, denn noch ist keine Flüssigkeit im Herzbeutel und in der Lunge, aber ihr Zustand verschlechtert sich zusehends.

 

Als wir den verzweifelten Anruf der Pflegestelle erhielten, die uns erstmalig über die Untersuchungsergebnisse in Kenntniss setze, hielten wir kurz den Atem an. Groß war die Sorge der Pflegestelle, dass wir so viel Geld für ein älteres Mädchen wie Edda nicht aufbringen möchten. Die Erleichterung war groß, als wir keinen Zweifel ließen, dass Edda leben soll. Wir hatten uns für Edda entschieden und nun werden wir auch alles tun, damit die Hündin noch einmal ein richtiges Hundeleben führen darf. Kurz vor Ihrem großen Sprung in eine glückliche Zukunft, darf uns diese Diagnose keinen Strich durch die Rechnung machen. Wieder einmal liegen unsere großen Hoffnungen auf den respekTiere Freunden, die unsere Homepage lesen, die unsere Arbeit unterstützen und auch unsere Arbeit mit den alten und kranken Hunden anerkennen. Bitte helfen Sie uns und vor allen Dingen Edda die Operations- und Nachsorgekosten aufzubringen, damit sie nun doch noch mit leuchtenden Augen in eine Zukunft schauen kann!

Zur Zeit wird sie mit 5 Tabletten täglich schon auf die OP vorbereitet. Wir werden Sie hier auf dem Laufenden halten!

Aktualisierung 02. Juni 2011

 

Edda wurde zwischenzeitlich am 20.5.2011 am Herzen operiert. Lesen Sie hier den Bericht über die Operation:

N-OP PDA Ductus arteriosus botalli mit Seidendoppelligatur (1-0) vollständig verschlossen.
Transthorakaler Zugang. Danach Eröffnung des Herzbeutels und Freilegung des Ductus.

Ductus schwierig freizulegen, da schon mit Perikard und Aorta verwachsen (Alter des Hundes)

Thoraxverschluss mit 0-er Vicryl und einer Drahtcerclage (wird nicht entfernt, stört Edda aber nicht. Ist halt nur auf Röntgenbildern zu sehen). Thoraxdrainage bis abends gelegt, danach gezogen.

Intraoperativ waren keine Rhythmusstörungen sichtbar.

Echokardiographiekontrolle am Tage nach der OP:
Es war eine deutliche Reduktion der Volumenüberbelastung sichtbar. Kammerdurchmesser deutlich kleiner. Vorhof kaum noch gestaut.

Der verantwortliche Kardiologe war zu 100 % mit dem Operationsergebnis zufrieden. Mittlerweile wurden die Fäden gezogen. Auch der behandelnde TA ist mit Eddas Genesung vollends zufrieden. Die Narbe ist gut verheilt und es wächst auch schon wieder Fell nach.

Eine Echokardiographische Nachkontrolle des Herzens in 3 Monaten sollte erfolgen, bis dahin Medikamente weiter:
Vetmedin 5 mg 2x tgl. 1 Tbl. vor der Mahlzeit
Vasotop 2,5 mg 1x tgl. 1 Tbl.
Dimazon 40 mg 2x tgl. 1 Tbl.

Der Kardiologe geht davon aus, dass spätestens nach 6 Monaten auch die Tablettengabe reduziert oder gar vollständig eingestellt werden kann. Edda wird jetzt nach der OP ein ganz normales Hundeleben führen können. Während der Operation wurden auch ihre Zähne gereinigt. Diese sind nun top und ihr Appetit ist gut, sie ist aber nicht verfressen und genießt jede Mahlzeit. Sie frisst jedes ihr angebotene Futter und liebt Leckerchen, besonders Markknochen haben es ihr angetan. Sie ist mittlerweile auch nicht mehr so klapperdürr und hat 3 Kilo zugenommen. Ihr aktuelles Gewicht liegt bei fast 20 kg, wobei ihr auch noch 2-3 Kilos mehr auf den Rippen gut stehen werden.

Edda wird jetzt täglich etwas mehr gefordert. Den ersten größeren Spaziergang nach der OP (1 Stunde) hat sie ohne Probleme gemeistert. Keine Atemnot oder sonstige Besonderheiten zu beobachten. Mit der Pflegefamilie wird sie demnächst einen Wanderurlaub machen. Die Ärzte haben dafür grünes Licht gegeben.

In den knapp 3 Monaten in denen Edda auf der Pflegestelle lebt, hat sich ihr Verhalten zu 1000 % im positiven Sinne verändert. Als Edda in Deutschland ankam sprach nur die reine Panik aus ihren Augen, alle Menschen oder Geräusche versetzten sie in Panik. Sie "klebte" förmlich nur auf ihrem Kissen und machte sich sofort ganz klein, wenn sie nur angesprochen wurde. Streicheleinheiten waren ihr unbekannt und sie lies diese so über sich ergehen. Sie ist jedoch noch niemals aggressiv geworden, egal was mit ihr gemacht wurde (die ersten Wochen musste sie täglich aus der Wohnung getragen werden). Mittlerweile bleibt sie ganz ruhig, wenn der Staubsauger neben ihr brummt. Edda ist eine Hündin, die vom Verhalten her sehr unauffällig ist, jedoch durch ihre Schönheit besticht. Sie sieht aus wie ein schlanker Labrador. Ihr Fell ist sehr dicht, dunkelbraun / schwarz. Sie stellt absolut keine Ansprüche. Sie bleibt mehrere Stunden alleine ohne dass sie jemals etwas anstellt. Den Rüden der Familie ignoriert sie in der Wohnung. Bei Spaziergängen läuft sie gut in der Gruppe mit. Sie läuft meistens Fuß und guckt immer wieder, ob sie auch alles richtig macht, sie zieht nicht an der Leine. Abgeleint werden kann sie noch nicht, da sie draussen noch schreckhaft auf ihr unbekannte Geräusche reagiert. Edda sollte nicht in eine Familie mit kleinen Kindern vermittelt werden, da sie vor diesen Angst hat. Auch sollte ein vorhandener Hund ruhig und nicht aufdringlich sein, da Edda in der Wohnung absolut unauffällig ist. Sie möchte einfach nur ihre Ruhe haben. Es wird dauern, bis Edda vollständig Vertrauen gefasst hat, ihre Fortschritte bewegen sich in minimalen Phasen, aber um so mehr gibt sie einem dann zurück. Es ist der Ausdruck ihrer Augen, der einem das Herz schmelzen lässt. Die Pflegestelle ist sich sicher, dass auch bei ihr der Tag kommt, an dem sie mit dem Schwanz wedelt, nur dauert dieser Moment bei Edda etwas länger.