Salina

 

Mein liebes Ömchen,

nun bist du doch schneller am Ende deines Weges angekommen, als wir beide gedacht hatten.

Du hattest bei mir den Spitznamen „Pustefix“, als du im März hier ankamst, war deine Lunge so voll Wasser, dass deine Nase beim Atmen immer Luftblasen produziert hat.

Als du aber medikamentös eingestellt warst, ging es dir gut, wenn man davon absieht, dass du nur wenige Schritte in gebückter Haltung laufen konntest.
Trotzdem hast du die Zeit hier sichtlich genossen, hast dich über jede streichelnde Hand gefreut und je mehr Trubel im Haus, umso besser, dann hattest du was zu gucken.

Jeden Morgen haben wir beide uns gefreut, dass wir wieder einen gemeinsamen Tag vor uns haben.

Du warst eine Sonnenanbeterin, jeden Sonnenstrahl hast du genossen, sobald das Wetter es zuließ auf der Terasse, sonst im Wohnzimmer, wo die Sonnenstrahlen den Boden trafen.

Du hast es mir so einfach gemacht, ich konnte dich überall anfassen, hochheben, herumtragen, im Buggy spazieren fahren, du warst eine geduldige Patientin.

Manchmal hast du zwar lautstark protestiert, wenn ich dich bei schlechtem Wetter nicht mit zum Spazieren nehmen konnte, hast dich aber mit den entsprechenden Leckerli immer schnell beruhigt und in dein Schicksal gefügt.

In der letzten Woche hast du ganz rapide abgebaut, wolltest nichts mehr fressen und trinken, hast dich übergeben, wolltest deine Medikamente nicht mehr einnehmen, dir war permanent übel. Du hast nicht mehr gebellt und deine Augen waren nicht mehr so gewohnt lebensfroh, du schautest nur noch traurig und resigniert, einzig dein Schwänzchen, das hat immer noch gewedelt, wenn du mich gesehen hast.

Deine Leber hat einfach zum Schluß nicht mehr mitgespielt und so musste ich dich nun schweren Herzens gehen lassen, die letzten zwei Tage waren nicht mehr lebenswert für dich, du hast dich nur noch gequält.

Und trotz des schlechten Wetters kam tatsächlich, während du in meinen Armen eingeschlafen bist, die Sonne hervor und hat dich ein letztes Mal gewärmt.

Salina, ich bin dankbar, dass ich dich kennengelernt und fast 5 Monate pflegen und verwöhnen durfte, du wirst immer in meinem Herzen bleiben, nun ruhst du im Garten neben unseren anderen verstorbenen Hündinnen, auf euren Gräbern steht ein Stein mit der Aufschrift „Ein Engel lässt die Seele erstrahlen“, für dich müsste es heißen „Ein Engel lässt die Sonne erstrahlen“.

Salina, du fehlst mir so sehr
Sabine 

 

Lesen Sie hier noch einmal Salinas Geschichte von der Paten Extra Seite: 

Ein Traum ging in Erfüllung!

Wie alles begann...

18.01.2010: [Bericht von unserem Partnertierheim auf Sardinien]

Wir wurden von einem Herrn gerufen, bei den Salzgruben jault ein Hund, dem es sehr schlecht ginge, so schlecht, dass er nicht einmal laufen könne. Als wir ankamen, saß sie da, mit großen Augen, die um Hilfe bettelten, kann es denn wirklich sein, dass ihr Blick nie jemanden traf, der Mitleid mit ihre hatte??? Wir haben sie sofort in die Klinik gebracht. Hier die furchtbare Diagnose: Zwei Leistenbrüche, zwei alte Brüche an den Vorderbeinen, schwere Arthrose, Herzwürmer und eine Blutarmut, die lebensbedrohend ist.

Wir haben sie 10 Tage lang in der Klinik gelassen, jetzt ist sie bei uns im Rifugio und wir bereiten sie mit vielen medikamentösen Therapien auf ihre anstehenden Operationen vor. Salina ist ca 9 Jahre alt, sie bittet jetzt nicht mehr um Mitleid, sondern um die Hilfe, die sie so dringend braucht.

Wenn man nun diese Zeilen liest und dann die Bilder sieht, die damals gemacht wurden, dann mögen sich manche Menschen fragen, warum Salina überhaupt noch nach Deutschland gekommen ist. Viele sind der Meinung, dass man eher jüngere Hunde holen sollte, die ihr ganzes Leben vor sich haben. Dieser Meinung können wir uns nicht anschließen. Es mag jeder Verein sich so ausrichten, wie er es vertreten kann - das ist absolut in Ordnung. Wir haben uns entschlossen auch für die alten und kranken Hunde da zu sein. Wir möchten da hinschauen wo das Leid am Größten ist und auch wenn hier Gelder benutzt werden, wofür man vielleicht zwei oder drei junge Hunde bis zur Vermittlung auf den Weg bringen könnte, sind es gerade die Lebewesen, die so viel Leid und Schmerzen erlebt haben, die uns sehr nahe gehen. Die Resonanz auf die unseren eingeschlagen Weg erhalten wir oft durch Mails, durch Anfragen für diese Tiere und persönliches Feedback - es ist durchweg positiv.

Aber nun wieder zu Salina. Als ich Salina das erste Mal in unserem Partnertierheim sah, musste ich dreimal hinschauen und dreimal wegschauen - denn tatsächlich fragte ich mich, ob dieses Tier noch Lebenslust hatte? Sie lag auf der Piazza und konnte sich kaum bewegen. Ihre Hinterbeine sahen jämmerlich verkümmert aus. Als ich näher kam, wedelte ihr Schwänzchen und ihre Augen begannen zu funkeln. Es war ein Strahlen, welches mich gebannt zu ihr zog. Sie genoß die flache Hand an ihrem Hals, drückte sich tiefer und tiefer in sie hinein. Ich hatte nicht viel Zeit, denn es war viel zu tun und der eine Tag eigentlich viel zu kurz. So machte ich weder Fotos von der kleinen Maus, noch dachte ich einmal daran sie nach Deutschland zu holen. Zu viel Angst hatte ich, dass die deutschen Tierärzte hier nur noch zur Einschläferung raten würden und die Strapaze für diese Hündin viel zu groß sein würde.

Als ich zurück nach Deutschland kam, erhielt ich kurze Zeit später eine Mail von unserer Vermittlerin Sabine Lennertz. Sie hatte sich in Salina verliebt. Ich erzählte ihr von meine Begegnung und die vielen Fragezeichen, die mit einer Reise nach Deutschland verbunden wären. An eine Vermittlung war vermutlich nicht zu denken. Doch Sabine liess sich nicht beirren, sie hielt fest an dem Gedanken dieser Hündin ein Zuhause zu schenken. Wir erhielten also viele Informationen von unseren Kollegen auf Sardinien. Unter anderem willigten sie sofort der Ausreise zu. Also stimmten wir zu, dass Salina kommen dürfe. Mit ein wenig Angst tief im Herzen vor dem Moment der Ankunft, der ersten Arztdiagnose und dem Leben bei Sabine mit den anderen Hunden sah ich dem Termin der Ausreise entgegen. Doch nichts von der Angst war berechtigt, denn es sollte alles anders kommen...

[Bericht Sabine Lennertz 20.03.2011] Warum Salina?

Dazu muß ich sagen, dass Salina vor rund einem Jahr auf unserer Lida-News Seite mit zwei kleinen Bildern und einem kurzen Text, als Neuzugang in der Lida, abgebildet war. Sicherlich gab es zu diesem Zeitpunkt, wie meistens, sehr viele Notfälle und Neuzugänge, sodass Salina erst einmal keinem, auch nicht mir, aufgefallen oder im Gedächnis geblieben ist.

Erst ein Dreivierteljahr später, als mich die Adoptantin eines ebenfalls alten Hundes, die unsere Homepage immer genauestens verfolgt, nach dem Befinden Salinas gefragt hat und ich sie erst einmal auf der Lida-News-Seite suchen musste, war ich beschämt, dass mich erst jetzt dieser bittende Blick der alten Hündin so berührt und nicht mehr losgelassen hat.

Also wurde die Anfrage nach Sardinien gestellt, wie es um Salina steht, die Prognose war nicht sehr gut, man schrieb, sie könne nur noch wenig laufen und brauche viel Verständnis.

Trotzdem war für mich klar, dass Salina unbedingt bei uns einziehen sollte, sei es, um ihr ihre letzte kurze Zeit auf Erden noch so angenehm wie möglich zu gestalten, oder um ihr doch noch einmal medizinisch auf die Beine zu helfen.

Es dauerte noch einige Wochen, bis Salina ausreisefertig  und ein Flugpate gefunden war, dann war es am 17.03. endlich soweit, wir konnten Salina in Düsseldorf abends am Flughafen in Empfang nehmen. Dort stelle sich dann auch lt. EU- Ausweis heraus, dass Salina erst ca. 8 Jahre alt sein soll.

Ich war doch sehr geschockt über das Häufchen Elend, das dort aus der Box krabbelte und erst einmal neben der Flugbox eine Riesenpfütze fabriziert hat :-))

Am nächsten Morgen wurde erst einmal das ganze Ausmaß von Salinas Zustand, ihre vielen Baustellen sichtbar... was aber auch gleich sichtbar war ist Salinas Lebenswille, sie frisst mit Appetit mehrmals täglich ihre kleinen Mahlzeiten, sie ist stubenrein, brav wartet sie darauf, nach draußen getragen zu werden und verrichtet dann sofort ihr Geschäft. Sie kann nicht genug Streicheleinheiten bekommen, eigentlich müsste ein Familienmitglied immer abgestellt sein zum Kraulen. Salina ist eine Sonnenanbeterin, sie hüpft und rutscht, so gut sie das vermag, schon morgens, wenn es draußen noch zu kalt für sie ist, an die Stellen im Wohnzimmer, auf die schon Sonnenstrahlen treffen.

Wenn sie dann auf die Terrasse darf, legt sie sich dort in die Sonne oder in den Schatten, wie es ihr beliebt.

Natürlich liegt Salina den ganzen Tag nur, aber sie macht damit einen solch zufriedenen Eindruck, sie ist glücklich, auf weichen Kissen und Decken zu liegen, trägt man sie ins Gras, wälzt sie sich sogar darin und sie ist unendlich anhänglich und dankbar. Wenn ich in anderen Räumen des Hause zu tun habe und dann wieder ins Wohnzimmer zurückkehre, dann habe ich das Gefühl, sie liegt dort und wartet nur darauf, dass ich mich wieder ein paar Minuten zu ihr setze, um sie zu streicheln oder einfach nur ihren Kopf in den Händen zu halten.

Wenn auch ihr Körper geschunden ist, ihr Geist ist hellwach, sie ist aufmerksam, beobachtet alles um sich herum und ist schon mit kleinen Aufmerksamkeiten zufrieden.

Ich kann mich nur den Worten der Tierheimleiterin anschließen, wie viele Menschen sind nur an dieser bescheidenen, lieben Hündin achtlos vorbeigegangen, als sie mit gebrochenen Beinen und Leistenbrüchen auf Sardiniens Straßen unterwegs war, hätte sich nur einer erbarmt, wäre Salina sicher nicht in dem Zustand, in dem sie sich heute befindet.

Natürlich wurde Salina von Ärzten untersucht und auch unsere Leitung der Hundevermittlung Karin Loebnitz besuchte Salina um einen Eindruck Ihres Zustandes zu bekommen. Ich glaube ich werde das Gespräch, welches ich mit Karin nach dem Besuch führte, niemals vergessen. Sie erzählte mir, dass Salina natürlich einen geschundenen Körper hatte, dass es medizinische Baustellen noch und nöcher gab, aber das es keinen einen Grund gab, diese Hündin zum jetzigen Zeitpunkt einzuschläfern. Salina sei total vernarrt in Sabine, wenn Sabine in das Zimmer käme, wacktelte das Schwänzchen und sie himmelte sie förmlich an. Sie selber entschied ob sie im Schatten oder in der Sonne, auf der Decke, dem nackten Boden oder dem Gras liegen wolle und bewegte sich selbstständig fort. Sie machte für ihre Verhältnisse unwahrscheinliche Fortschritte. Ich schämte mich bei dem Gedanken daran, dass ich damals auf Sardinien ihr überhaupt keine Chance gegeben habe, sie einfach zurückließ ohne Bilder zu machen, aber wie viele Hunde musste ich jedes Mal zurücklassen ohne ein einziges Foto zu machen oder mich mit dem Tier zu beschäftigen? Es waren über 700 Stück, denn bei einem Besuch konnte man gerade mal 10-15 neue Tiere beobachten, fotografieren und sich die Zeit nehmen zu entscheiden ob es für eine Vermittlung in Deutschland in Frage käme. Heute bin ich froh, dass Salina hier ist, denn jeder neue Bericht, bestätigt die Idee Salina noch ein paar wundervolle Monate, vielleicht ein Jahr in einer Familie zu schenken.

[Bericht Sabine Lennertz 20.03.2011] Salinas Zustand:

Salina ist sehr abgemagert, momentan ist sie nur in der Lage, wenige Schritte zu laufen, bzw. ist es eher ein Hüpfen, das sie mit weggestreckten Hinterbeinen und gekrümmtem Rücken bewerkstelligt. Ihre Vorderbeine, vor allem das rechte, mit den alten Brüchen, sind stark deformiert. Muskulatur ist bei Salina gar keine vorhanden.

In der Leiste hat sie eine ca. faustgroße Verdickung, die wohl von einem nicht operierten Leistenbruch herrührt.

An der linken Körperseite hat sie eine kreisrunde Wunde, die nässt und blutet, wahrscheinlich ein Tumor.

Ihre Zähne sind sehr von Zahnstein befallen, sodass auch das Zahnfleisch entzündet ist, was sicher schmerzhaft ist.

Das Herz weist Unregelmäßigkeiten auf und in der Lunge befindet sich Wasser.

Das Wachstum der Krallen deutet auf Leishmaniose hin.

Medizinische Dinge, die notwendig sind:

Salina bekommt momentan erst einmal Herztabletten, die auch ein wenig entwässern und ein Schmerzmittel, sehr gering dosiert. Der erste wichtigste Schritt ist, Salina Blut zu entnehmen für einen Mittelmeertest und ein großes Blutbild.

Der zweite Schritt wäre, sie so zu stabilisieren, dass man sie in eine Vollnarkose legen könnte, um ihre Zähne mit Ultraschall zu reinigen, den Tumor an der Seite zu entfernen und die Bauchdecke zu schließen, damit der Darm nicht vorfällt.

Dadurch würde vielleicht ihre gekrümmte Haltung verbessert und wenn die Wunden verheilt wären, müsste sie Physiotherapie erhalten, um ihre Muskeln an den Hinterbeinen zu stärken.

[Bericht Sabine Lennertz 28.03.]

Ich war jetzt eben nochmal bei der Tierärztin, die restlichen Medikamente abholen. Sie meinte, dass man der Maus eigentlich auch Glucantime geben müsste wg. der aktiven Leishmaniose, dass die Leber dies aber keinesfalls auch noch verkraften könne. Deshalb bekommst sie nur 2x tägl. Allopurinol außerdem ein Schmerzmittel: Dologasis zur Unterstützung der Leber: Nutritonic.

vorige Woche hatte sie ja schon das Antibiotikum für Zähne und Zahnfleisch mitgegeben, sowie Vetmedin fürs Herz.

Ich denke, das war es jetzt erst einmal, die Medikation steht, eine OP hält die TÄ wg. der Leishmaniose und Leber momentan für ausgeschlossen.

Salina trägt ein T-Shirt, sie lässt den Hauttumor jetzt völlig in Ruhe, der blutet nicht mehr, jetzt gebe ich Propolissalbe drauf, die Tierärztin meint, dass es sich evtl. dann schließt.

Ansonsten ist Salina völlig helle im Kopf, mittlerweile bellt sie laut, wenn sie meint, ich würde ihr nicht genug Aufmerksamkeit widmen und rutscht teilweise auf dem Po im Haus hinter mir her :-))

Zudem hat sie die Kaninchen entdeckt bei uns im Garten und was soll ich sagen, es ist zu Salinas größter Leidenschaft geworden, diese genau zu studieren...

[Bericht Sabine Lennerzt 21.04.]

Nun möchte ich euch mal Bilder von Salinas morgendlichen Spaziergängen bzw.-fahrten zeigen :-))

Sie wird immer mobiler, zwar in ihrer seltsam gebückten Art zu laufen bzw. zu hoppeln, da sie beide Hinterbeine immer gleichzeitig benutzt.

Aber was zählt, ist, dass sie einen Riesenspaß hat, auf dem Bild "zurückgelegte Strecke" könnt ihr ungefähr sehen, wie weit sie sich schon vom Buggy wegbewegt (winzig klein ganz oben im Bild), angefangen hat sie mit 2m und schaut jetzt....

Heute haben wir den netten Rottimix Logo getroffen; auf dem Bild seht ihr sie, stinkig darüber, dass Mara einfach die Wiese runter saust und sie nicht so schnell mit kann....

Das letzte Bild zeigt sie zu Hause nach dem Spaziergang...

Ein Glück, dass die ganze Zeit, in der sie hier ist, so schönes Wetter ist, sie liebt die Sonne :-))

Wenn man nun sieht, wie sehr sich Salina in nur 4 Wochen verändert hat, ist das alles einfach nur wunderbar. Sie liebt das Leben, saugt es in sich auf und genießt jeden Atemzug. Sicherlich gibt es auch hier wieder Menschen, die Salina eher erlösen würden, aber ein Arzt hier in Deutschland hat mal zu mir gesagt: wir sind dieses Elend einfach nicht gewöhnt in Deutschland. Es gibt einen Punkt, da erlösen wir die Tiere, weil wir sagen, dass es nicht mehr lebenswert ist. Dieses "lebenswert" muss jeder Mensch und jeder Tierarzt für sich und sein, bzw. das Tier selber definieren und mit der Verantwortung gegenüber diesen Lebewesen leben können. Für Salina ist dieser Punkt noch nicht erreicht, hier sind wir uns sicher. Wenn es soweit sein wird, wird sie in den Armen ihrer Familie über die Regenbogenbrücke schweben und wir sind uns sicher, dass sie sich dann umdrehen wird und mit einem strahlen im Gesicht zurückblicken wird auf die vielleicht wunderbarste Zeit in ihrem Leben - wer weiß?

Wir haben uns entschlossen, diese Geschichte nicht zu verstecken, sondern Salina bekannt zu machen. Vielleicht ist der ein oder andere bereit ebenfalls einem älteren Tier die letzten Monate oder Jahre ein richtiges, ehrliches Zuhause zu schenken und sich an den strahlenden Augen zu erfreuen, die jeden Morgen wieder in einen lebenswerten Tag blicken. An dieser Stelle möchten wir natürlich auch für Salina für eine Patenschaft aufrufen. Salina bekommt täglich Medikamente, wird tierärztlich versorgt und kostet den Verein somit auch Geld. Salina darf bleiben - für immer - bei Familie Lennertz. Die Kosten trägt der Verein für die tierärztliche Versorgung und wir würden uns freuen, wenn das ein oder andere Herz da draußen sich ebenfalls an Salinas letzten Lebensmomenten erwärmen kann und schon ab 5 Euro pro  Monat dazu beiträgt, dass es Salina medizinisch an nichts fehlt. Wir halten Sie sehr, sehr gerne auf dem Laufenden und schicken gerne aktuelle Bilder und aktuelle Informationen über unseren kleinen Sonnenschein.

Aktualisierung 22.06.2011

Wie ist es inzwischen Salina ergangen? [Bericht Sabine Lennerzt 22.06.]

Salina geht es sehr gut, soweit man dies bei all ihren Einschränkungen, mit denen sie leben muß (oder besser gesagt will), sagen kann.

Ihre Medikamente bekommt sie weiterhin regelmäßig, der Mittelmeertest hier im deutschen Labor hat zu unser aller Überraschung ergeben, dass einzig ihr Leishmaniosetiter fraglich ist, da so gering, alles andere ist negativ!

Übrigens nimmt Ömchen ihre Tabletten nur  eingerollt in einer ganz bestimmten Geflügelsalami von einem bestimmten Metzger  an :-))) Alle anderen Versuche waren erfolglos.

Demnächst werden wir ihr noch einmal Blut abnehmen lassen, um erneut ein Leberscreening zu bekommen, vielleicht sind die Leberwerte diesmal gar nicht so verheerend wie nach ihrer Ankunft.

Sollte sich auch das gebessert haben, denken wir über eine OP im Herbst nach, um die Hernie und den Hauttumor entfernen zu lassen, sowie eine Zahnsanierung durchzuführen.

Auch könnten bei der Gelegenheit die Beine und die Hüfte geröntgt werden, um Klarheit über das Ausmaß ihrer Erkrankung zu bekommen, wobei wie uns, ehrlich gesagt, nicht vorstellen können, dass Salina jemals wieder normal wird laufen können, dafür sind die Deformierungen doch zu ausgeprägt. Und eine OP birgt natürlich auch ein Risiko für eine alte, kranke Hündin, denn Salinas Alter scheint definitiv 12-13 Jahre zu betragen.

Vermutlich wird der Hauttumor sich nicht von alleine schließen, trotz täglichem Salben und trotzdem Salina immer ein Kinder-T-Shirt trägt, damit sie nicht daran leckt, bilden sich immer neue Krusten, die teilweise abfallen, aber es heilt einfach nicht, es bildet sich dann wieder eine neue dicke Kruste.

Unsere Tierärztin ist sehr zufrieden mit uns, auch sie meint, dass man Salina anmerkt, wie glücklich sie ist.

Ansonsten hat die kleine Maus mich sehr gut im Griff, nehme ich sie nicht von Raum zu Raum oder nach draußen ständig mit, bellt sie  oder weint sehr lautstark, ich vermute auch, dass sie taub ist, denn sie reagiert überhaupt nicht auf Zuruf und das seltsam laute Weinen von ihr lässt darauf schließen.

Sie ist sehr pfiffig, lässt eine meiner anderen Hündinnen einen Kauknochen o.ä. in Salinas Nähe herumliegen, hat sie sich den blitzschnell geholt und weiß ihn auch zu verteidigen. Sie hat angefangen, mit Hundespsielzeug zu spielen und machen wir Hütchenspiele usw., hat sie auch das ganz schnell raus, wie man an das Leckerli kommt. Auch ein  Kong war für sie erst einmal ungewohnt, aber wie jeder andere Hund auch hatte sie sehr schnell raus, wie man dieses Teil leert.

Sie ist im Großen und Ganzen immer noch stubenrein, sie meldet sich durch Bellen, wenn sie muß, bin ich aber dann nicht blitzschnell, geht auch schon einmal etwas auf den Boden, Salina schämt sich dann immer sehr, überhaupt  denke ich, sie hat auch die unangenehmen Seiten der Menschen in ihrem Leben auf der Straße kennengelernt. Denn geht man, eben weil sie muß, sehr schnell auf sie zu, um sie nach draußen zu tragen, oder hat sie gerade einen Knochen und ich will sie mit ihrem Knochen irgendwo hintragen, dann hat sie eine solche Panik, dass sie lauthals anfängt zu schreien.

Die Süße ist schon auf ihre Art manchmal anstrengend und kann ich auch das Haus nicht mehr länger als höchstens 3 Stunden verlassen, habe ich noch keine Sekunde bereut, diesen riesengroßen Schatz bei uns aufgenommen zu haben, sie ist so dankbar für jede Streicheleinheit und nimmt so an unserem Leben teil, dass sie einfach nicht mehr daraus wegzudenken ist.

Wir waren sogar vor ein paar Tagen eine Pflegestelle besuchen. Salina hat ihre Kollegen Tara und Zoki sicherlich nicht wiedererkannt, aber sie waren sofort alle untereinander sehr freundlich zueinander. Es ist schön zu sehen wie sich die Tiere hier in der Obhut einer Familie entwickeln. Obwohl auch Zoki und Tara schon lange auf eine Famiile warten, die sie beide so sehr verdient haben.

Salina sucht noch Paten, die ihre Medikamentenkosten und die Tierarztbesuche finanzieren möchten. Wir berichten weiterhin auf dieser Seite über Salina.