Joschi

 

"Denk dir ein Bild, weites Meer.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und
gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen,
verschwindet es.
Da sagt jemand: Nun ist es gegangen.
Ein anderer sagt: Es kommt.
Der Tod ist ein Horizont,
und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze unseres Sehens.
Wenn wir um jemanden trauern,
freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wieder zu sehen."
(Autor unbekannt)

Wenn die Kraft versiegt,
die Sonne nicht mehr wärmt,
dann ist der ewige Frieden eine Erlösung.
Wenn die Kraft zu Ende geht,
ist die Erlösung eine Gnade.
Wenn du an mich denkst,
erinnere dich an die Stunde,
in welcher du mich am liebsten hattest.
(Rainer Maria Rilke)

Meinem geliebten Joschi zum Abschied

Heute am 20.06.2011 ging dein Leben zu Ende. Verzeih mir, dass ich dir nicht mehr helfen konnte. Du bist heute Nacht in der Tierklinik friedlich für immer eingeschlafen. Es ging dir schon die ganze letzte Woche sehr schlecht und du warst stationär in der Klinik. Tapfer hast du dort selbst die unangenehmsten Behandlungen über dich ergehen lassen, hast dich brav füttern lassen, denn selbständig fressen wolltest du nicht und hast dir  brav deine Medis verabreichen lassen. Die Medikamente haben gut angeschlagen und so hatten wir alle die Hoffnung, dass ich dich in ein paar Tagen wieder abholen kann. Leider hat es das Schicksal anders bestimmt. Niemand hatte geahnt, wie schlimm es wirklich um dich stand.

Ach mein kleiner Schatz, ich wäre so froh gewesen, dich noch etwas länger lieben zu dürfen. Du warst der liebste Kater, den ich jemals gekannt habe, ein Engelchen eben. Doch Engel müssen irgendwann wieder reisen......

Ich werde dein wohliges Schnurren vermissen, dein lautes Maunzen, wenn es Futter gab oder du etwas unbedingt haben wolltest, unsere gemütlichen Abende auf der Couch, auf der du dann jedes Mal beim Bäuchlein massieren eingeschlafen bist, dein seidiges, glänzendes Fell.

Leb wohl mein kleiner Engel und lauf jetzt zum Regenbogen, du wirst dort nicht allein sein. Grüß Paula, Emily, Berci, Sophie, Captain, Tibula, Belina, Mickey, Lorenzo, Nino und all die anderen Sternenkatzen von mir, wir alle werden dich nie vergessen. Wenn die 'Zeit gekommen ist werden wir uns wiedersehen am anderen Ende des Regenbogens.

In Liebe
dein trauriges Pflegefrauchen Birgit Kraus, dein  Ersatzpflegefrauchen Kerstin Prinz,
das ganze Respektiere-Team
und alle deine vierbeinigen Freunde

Hier können Sie noch einmal Joschis Geschichte von der Patenseite lesen:

Patenschaft Extra für Joschi

Hallo,
wir möchten Ihnen hier an dieser Stelle gerne Joschi vorstellen. Joschi ist im Juni 2009 geboren und hat für seine kurze Lebensspanne schon sehr viel Schlimmes erfahren müssen. Als Joschi gefunden wurde, hatte er ein total verkrüppeltes Hinterbeinchen, das amputiert werden musste. Leider ist auch das andere Hinterbein aufgrund einer Fehlstellung nicht belastbar. Deshalb kann der kleine Schatz nicht laufen. Hinzu kommt, dass Joschi inkontinent ist und Windeln tragen muß. Leider halten diese durch die Amputation des verkrüppelten Beinchens nicht. Somit trägt Joschi trägt maßgeschneiderte Inkontinenzlatzhöschen.

Die Pflegemutti, die Joschi aufnahm, war aktiv bei der Tierhilfe Schweinfurt tätig, in deren Obhut sich Joschi befand. Unser Nino wohnte bereits dort und so lernten sich die zwei Windelkinder kennen und lieben. Alles schien perfekt...

Leider ist das Leben oft besonders grausam. Die Dinge, die sein sollten, treten selten ein. Aufgrund eines schrecklichen Schicksalsschlags haben beide, Joschi und Nino, ihre geliebte Pflegemutti und damit auch ihr Zuhause von einen Tag auf den anderen verloren. Wir wollten die beiden Kater aber partout nicht trennen. Durch ein kleines Wunder haben beide gemeinsam wieder eine tolle Familie gefunden. Dann ist auch noch Nino verstorben.

Damit Joschi bei seiner neuen Familie bleiben kann, brauchen wir Ihre Hilfe. Wir haben uns entschlossen, Joschi von der Tierhilfe Schweinfurt zu übernehmen. Die Kosten, die monatlich anfallen werden, können wir nur mittels Ihrer Unterstützung tragen.

Bitte übernehmen Sie für Joschi eine Patenschaft. Ab 5,-- Euro können Sie Teil seines Lebens sein....

Lesen Sie noch bitte einen letzten Bericht von Nino über seinen kleine Schützling Joschi....

„Seit einigen Wochen habe ich schwer beschäftigter Kater, nun noch eine Aufgabe mehr und helfe bei der Erziehung und Pflege von Klein-Joschi. Ihr wollt wissen, wie ich zu dem Job kam? Das war so: An einem lauen Sommerabend saß ich auf der Terrasse und da erzählte man mir, dass in den nächsten Tagen ein ganz armer Schnuffel bei uns einziehen wird, der genauso behindert ist wie ich, nur noch ganz klein und dass ich zu dem ganz lieb sein soll, weil der ja keine Mama mehr hat.

Noch so klein und schon ganz allein auf der Welt, der Arme. Also Schicksale gibt’s Leute, echt traurig.

Stellt euch vor, der ist noch ärmer dran als ich, denn der hat nur drei Beine. Als er gefunden wurde, hatte er ein total verkrüppeltes Hinterbeinchen, das amputiert werden musste – aua, und das andere Hinterbein kann er auch nicht richtig belasten. Damit läuft er im ganz eigenen „Joschi-Stil“; inkontinent ist er auch. Nur trägt der keine Windeln wie ich sondern maßgeschneiderte Inkontinenzlatzhöschen. Windeln würden bei ihm wohl nicht halten, wegen dem fehlenden Hinterbein. Also, ich würde mal sagen, der ist viel zu klein, denn meine Windeln gehen dem bis zum Hals, da kann man ja die ganze Katze reinstecken.

Naja und dann ist Klein-Joschi ist bei uns eingezogen. Die Ermahnung, dass ich zu Joschi lieb sein soll, war natürlich wieder mal völlig unnötig, denn ihr kennt mich ja bestimmt und wisst, dass ich alle Katzenbambinis total mag und mich gerne um sie kümmere. So habe ich mich dann auch gleich mal Klein-Joschi angenommen und kümmere mich seit dem um seine Erziehung. Außerdem bringe ich ihm alles bei, was ein Kater, der auf 2 Beinen durchs Leben marschiert, können muss und zeige ihm auch, wie er mit seiner Behinderung am besten zurecht kommt. Ist ja klar, dass ich den Job übernehmen musste, denn ich bin ja der einzige hier, der mit dieser Art Behinderung die nötige Erfahrung vorweisen kann. Am Anfang hatte Joschi ja totale Muffe vor mir, weil ich so groß bin und hat mich immer angefaucht, aber dann hat er schnell begriffen, dass ich’s nur gut mit ihm meine und in der Zwischenzeit sind wir dicke Freunde geworden. Joschi kuschelt sich an mich und ich kümmere mich um seine Fellpflege. Joschi ist aber auch ein echt cooler Typ und seine Latzhöschen stehen im doch sehr gut, finde ich. Verstehe gar nicht, dass niemand so einen süßen, kleinen Knopf haben will, nur weil er behindert ist?

Man sagt, dass inkontinente Poporutscher null Vermittlungschancen haben und dass uns Joschi deshalb wohl noch die nächsten 20 Jahre erhalten bleibt. Naja, macht nix, wenn ihn niemand haben will, darf er bei uns bleiben und ich habe dafür den besten Kumpel der Welt.

Joschi tobt fast den ganzen lieben langen Tag über Tisch und Bänke. Er verliert dabei immer - wie soll es auch anders sein - sein Höschen. Damit wenigsten nachts Ruhe ist und ich auch schlafen kann, hat Joschi ein Babyreisebettchen bekommen. Da schläft er nun kuschelig und kann keinen Unsinn machen. Spielzeug liegt dort auch, falls es ihm in der Nacht langweilig werden sollte.

So Freunde, genug geplaudert. Nun muss ich mich wieder um die wirklich wichtigen Dinge im Leben, nämlich meinen kleinen Freund Joschi kümmern
Euer Nino.“

Aktualisierung 20.01.2010

Wir haben wundervolle Neuigkeiten! Nachdem Joschi plötzlich seinen Kumpel Nino verloren hat, haben wir endlich ein paar schöne Dinge zu berichten.

Joschi hat sich in seinem neuem Zuhause super eingelebt. Seine Traurigkeit scheint überwunden und der kleine Kater ist wieder so fröhlich und wild wie früher.

Aber lesen Sie bitte selbst einen Brief von Joschi...
„Hallo zusammen,
habe mich jetzt schon eine ganze Weile nicht bei Euch gemeldet, aber es war in den letzten Tagen ganz schön anstrengend. Mein neuestes Hobby ist es, den ganzen Tag wie ein „Wirbelwind“ durch die Wohnung zu flitzen. Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, wie anstrengend das ist. Nun ja den Rest des Tages verbringe ich auf meinem neuen Kratzbaum, erst einmal vielen Dank dafür.

Wir haben Weihnachten alle zusammen gefeiert und es war wirklich schön. Geschenke für alle und leckeres Essen. Am besten hat mir dieser riesige, bunte Baum gefallen. Wir haben versucht die Kugeln von den Ästen zu pflücken und es ist mir sogar gelungen.

Meine neuen Freunde haben mich total lieb aufgenommen und ich habe alle schon ganz schön in mein Herz geschlossen.

Sylvester haben wir dann Abend´s zusammen gegessen. Was ich nicht verstehe, warum sich meine Pflegeeltern immer auf einen Stuhl setzen. Auf dem Tisch, direkt vor dem Fleisch ist es doch viel praktischer.

Letzte Woche war ich ganz schön krank, man hatte ich einen Schnupfen. aber die Frau Doktor hat mir dann auch ganz schnell geholfen. Wusstet Ihr, dass Sahne extrem nach Medizin schmeckt?

Vor ein paar Tagen haben wir wieder Familienzuwachs bekommen. Ein ganz kleiner süßer, weißer, pelziger Kater. Erst haben wir uns nicht so gut verstanden, aber mittlerweile klappt es echt gut mit ihm.

Den besten Platz habe ich für mich Nacht´s ergattert. Da liege ich nämlich direkt zwischen Ma und Pa und lasse mich die ganze Nacht kraulen. Übrigens wusstet Ihr, dass Menschen es schaffen ohne Schlaf auszukommen, wenn man Ihnen die ganze Nacht ins Ohr brummt?

So jetzt muss ich aber mal wieder los, wir wollen gleich noch ein Wettrennen durch die ganze Wohnung veranstalten und als amtierender Meister, darf ich hier ja nun wirklich nicht fehlen.

Euch noch eine schöne Woche

Euer „Jim-Bob“ Joschi“

Aktualisierung 25.08.2010: Joschi wird Schweizer

Hallo und Grüezi miteinander,

bitte entschuldigt, dass ich solange nichts von mir habe hören lassen. Aber die letzte Zeit war ganz schön stressig. Es fing damit an, dass ich und meine Kumpels gefragt worden sind, ob wir nicht Lust hätten umzuziehen. Umziehen, ja wohin denn???

Also meine Lieben, ich hab mich schon gewundert, wieso ich mit meiner Pflegemama nun die ganze Woche alleine im Bett schlafen darf und mein Pflegepapa nur am Wochenende da ist. Es ist nämlich so, wir ziehen ganz weit weg, weil wir ja alle wieder zusammen sein wollen…in ein anderes Land namens Schweiz. Da ich meiner Pflegemama immer auf Schritt und Tritt folge höre ich natürlich auch alle Gespräche mit. Es ist nun so, dass wir ganz intensiv nach einem neuen Heim Ausschau halten und ich träume schon von einem Häuschen im Grünen wo wir alle ganz gefahrlos auch einmal vor die Tür dürfen. Ich glaube da sind nur noch andere Tiere mit so großen schwarz -weißen Flecken , aber die werde ich, so schick wie ich immer bin, schon bezaubern.

Da ich ja eine „rund-um-die-Betreuung“ brauche - schließlich bekomme ich ja mehrmals am Tag eine frische Windel - und ich es gar nicht mag, wenn Fremde mich nackig sehen ;-) und meine Pflegeeltern nicht ganz so sehr eingeschränkt sind, nehmen sie mich nun für längere Strecken oder Urlaube mit. Die anderen schauen dann ganz neidisch, wenn ich mein Köfferchen packe und sie hier Zuhause bleiben müssen.

Im Mai wurde dann beraten und beschlossen, dass ich ein eigenes Fahrzeug bekomme, das Joschi-Mobil . Ein schicker Tierkinderwagen, indem man sich auch ganz toll verstecken kann und wenn man will die Welt betrachten kann.

Eines Tages war es dann soweit, das Fahrzeug stand im Wohnzimmer. Es wurde natürlich von uns allen sehr neugierig beäugt und sofort auch ausprobiert. Im Inneren kann man wunderbar chillen und träumen. Das Blau des Wagens passt natürlich hervorragend zu meinen Höschen und nun bin ich „The King oft the road“. Dafür möchte ich mich bei meinen Paten ganz lieb bedanken!

Am Anfang fand ich es nicht ganz so toll, damit zu fahren, aber nach kleinen Übungen - mal zum Park, mal zum Tierarzt - finde ich es nun sehr spannend darin zu sitzen. Und so wie ich hörte darf ich nun auch mit in die Schweiz und auf Wohnungssuche gehen.

In der Zwischenzeit musste ich leider mehrmals zum Tierarzt, ich wurde gechippt und gegen Tollwut geimpft . Das war nicht ganz so schlimm, aber da ich ja leider immer eine Windel tragen muss, werde ich auch ab und an manchmal wund und diese Tierarztbesuche mag ich dann nicht ganz so doll. Aber wat mut dat mut.

Im Juni musste ich leider nach Düsseldorf in die Tierklinik. Ich wurde kastriert und auch noch einmal untersucht, wieso ich nicht wie alle anderen auf das Klöchen gehen kann. Die Operation war ziemlich kompliziert, da die Hoden im Bauchraum hinter den Nieren lagen. Ich hatte ganz schön Angst, weil ich da alleine bleiben musste. Es wurden viele Untersuchungen gemacht, aber als ich aufwachte durfte ich spät am Abend wieder nach Hause. Da ich ja ein kleiner Kerl bin und der Bauchschnitt sehr groß war, musste ich einen großen Verband und einen Trichter anziehen. Außserdem durfte ich in dieser Nacht noch keine Windel tragen. Zu meiner Sicherheit saß ich in der Nacht im Katzentragekorb, aber ich habe so laut geschrien und gejammert, dass um vier die Nacht zu Ende war. Ich habe es sogar geschafft, wie Houdini in seinen Besten Zeiten, den Trichter und den Verband verschwinden zu lassen.

Endlich durfte ich dann zu meiner Pflegemama hoch ins Bett und bin dann auch endlich im Arm eingekuschelt eingeschlafen. Zehn Tage lang musste ich danach Antibiotika und Schmerzmittel einnehmen. Alle zwei Stunden wurde ich rund um die Uhr frisch gewickelt und die Narbe wurde desinfiziert, damit sich durch den Urin nicht noch eine Entzündung bilden konnte. Oh, war das nervig und ich war wirklich froh, als die zehn Tage um waren, die Fäden gezogen wurden und ich endlich meine Ruhe wieder hatte.

Mitte Juli durfte ich dann endlich meine erste große Reise antreten. Erst wollten wir fliegen, aber dann wurde beschlossen doch mit dem Auto zu fahren. Ich hatte soviel Gepäck dabei ;-) Körbchen, Spielzeug, Decken und natürlich mein Joschi-Mobil. Geschlafen habe ich natürlich nicht im Körbchen, sondern wie immer im Bett. Eine Kommode wurde als Wickelkommode umfunktioniert. Es war natürlich nicht so wie Zuhause, aber für ein paar Tage ging es schon.

Im Hotel waren alle so lieb zu mir und bewunderten mein Fahrzeug. Toll fand ich es, wenn wir dann draußen waren. In ca. drei Wochen fahre ich wieder in die Schweiz. Die Leute im Hotel freuen sich schon auf mich. Ihr seht, ich werde noch ein Weltenbummler:-)

Demnächst steht dann ja wohl der Umzug an, dann werde ich Euch wieder etwas berichten.

Bis bald, Euer Weltenbummler Joschi

Aktualisierung 02.06.2011: Joschi zurück in Deutschland

Hallo Freunde,

ich weiß, ich habe lange nix von mir hören lassen. Darum wird's höchste  Zeit, mich mal wieder bei euch zu melden.

Ich bin ja jetzt wieder zu meinem alten Frauchen, bei der ich schon mit meinem Freund Nino zusammen gewohnt habe, zurückgekehrt. Leider ohne Nino, denn der ist ja schon lange im Regenbogenland. Mein Frauchen war damals so schwer krank geworden, dass sie lange Zeit in der Klinik war und niemand wusste, ob sie überlebt. Da sind wir alle vorübergehend auf anderen Pflegestellen untergekommen. Aber jetzt geht's ihr wieder gut und sie kann sich wieder gut um uns kümmern. Sie hat zwar noch ein bisschen Probleme mit ihrem linken Arm und der Hand, was aber keine wirklichen Probleme sind, denn sie kann mich ja trotzdem wickeln und das selbst dann, wenn ich grad gar keine Lust oder Zeit habe und dann ganz schön zickig sein kann. Sie sagt dann immer nur:" Was sein muss, das muss sein, da kann man halt nix machen". So sind wir alle nach und nach zu ihr zurückgekehrt. Moritz und Oskar waren schon länger zurückgekehrt, ich war jetzt der letzte Heimkehrer.

Im Januar ist dann noch ein ganz armer Schnuffel aus dem Tierheim Alsfeld bei uns eingezogen. Der hat bei uns auch einen Dauerpflegeplatz und heißt Theodor. Er kam Ende letzten Jahres in völlig desolatem Zustand als Fundtier ins Tierheim, zum lebendigen Skelett abgemagert und mit katastrophalen Nierenwerten. Im Tierheim hat er dann auch nix gefressen, weil er so traurig war und so gar keinen Lebensmut mehr hatte. Aber seit er dann bei uns eingezogen ist, geht's ihm wieder so richtig gut, er hat gut zugenommen, frisst wie ein Scheunendrescher,  nimmt brav jeden Tag seine Medis und Frauchen sagt, dass sie seine Nierenwerte jetzt gut im Griff hat. Auch der Tierarzt ist sehr zufrieden mit ihm. Theo ist schon echt ein cooler Typ.

Als ich nach langer Reise hier ankam, habe ich zuerst niemanden mehr erkannt, nicht einmal  mein Frauchen, bin die ersten Tage auf Tauchstation gegangen und wollte nix sehen und nix hören (bin halt ein kleiner Muffegänger). Stellt euch vor, ich habe mich nicht mal getraut, was zu fressen. Aber dann bin ich eines Morgens, als es grade Frühstück gab, aus meinem Versteck rausgekommen und dann beging ich ihn, meinen Kardinalsfehler.... Ich habe Theo einfach bei Seite geschoben und habe mich auf sein Frühstück gestürzt, denn ich hatte tierischen Hunger. Theo ist vor Schreck die Kinnlade runtergefallen. Er hat keinen Piep gesagt und hat mich nur völlig entsetzt angesehen. Als er  dann seine Sprache wiedergefunden hatte, hat er mich den Rest des Tages ziemlich säuerlich ignoriert. Mann, war das peinlich, ich habe den ganzen Tag gebraucht, ihn wieder freundlich zu stimmen.

In der Zwischenzeit habe ich mich hier aber wieder gut eingelebt und an Moritz und Oskar kann ich mich sogar wieder dunkel erinnern. Ich glaube, der Theo ist echt ein total  cooler Typ, mit dem kann man bestimmt gut Blödsinn machen. Ich traue mich zwar noch nicht so recht mit Theo zu spielen, aber ich schaue immer sehr interessiert zu, wenn er mit Begeisterung seine Bällchen durch die Gegend schießt oder mit Oskar Fangen und Jagen spielt. Vielleicht probier ich's demnächst auch mal aus mit Theo Fußball zu spielen, macht bestimmt Spaß.

Ganz toll finden wir alle den vernetzten Balkon. Da kann man wunderbar sonnenbaden und beobachten, was im Hof so abgeht. Sogar einen Outdoorkratzbaum mit Aussichtsplattform gibt's hier. Frauchen hat mir jetzt noch eine kleine Hundtreppe bestellt, damit ich leichter auf den Gartenstuhl hochkomme. Sonst muss ich immer ihre Beine hochklettern und dann jammert sie immer, weil sie so viele Kratzer von meinen Krallen abkriegt.

So Freunde, genug geplaudert, nun muss ich mich wieder um die wirklich wichtigen Dinge im Leben kümmern. Muss Frauchen gleich mal dran erinnern, dass es Zeit wird, uns das Abendessen zu servieren, hab nämlich schon tierischen Hunger.

Ciao  bis demnächst

Euer Joschi