Lino (20.05.2011)

Liebes Team von RespekTiere,

vielen Dank für die rundum professionelle Begleitung und Organisation durch "RespekTiere e.V.". Lino wird nun langsam erwachsen und wir möchten gerne noch unsere Erfahrungen und unser Glück mit Euch teilen und von den vergangenen 8 Monaten berichten.

Linos Ankunft im Mai 2011. Um halb 1 fahren wir los - mit flatternden Nerven. Stau! Ankunft 3 Stunden später bei der Pflegemama in Dormagen. Lino begrüßt uns an der Tür, gibt Küsschen und spielt mit uns. Uns bleibt vor Freude fast das Herz stehen. Zudem hat die übrigens sehr nette Pflegemama vorzügliche Vorarbeit geleistet, denn Lino beherrscht bereits nahezu sicher die wichtigsten Kommandos. Schnell die Formalitäten erledigen! Dann auf zum ersten gemeinsamen Spaziergang. Lino läuft in schlafwandlerischer Ruhe neben uns her. Radfahrer? Uninteressant. Vorbeitobende Kinder? Pöh! Reißt ihn alles nicht aus der Ruhe. In der Begegnung mit fremden Hunden zeigt er eine gewisse Unsicherheit. Egal, die Spielstunde wird's richten.

  

Glückseelig wanken wir zum Auto zurück. Ääh, wie? In das Ding einsteigen? Sieht nicht so aus wie das Ding, das ich kenne. Alle aufmunternden Hipps, Hepps und Hopps helfen nicht, das Schäfchen wird hineingehoben.

Autofahren ist cool! Ein schlummernder Lino liegt 1 Stunde hinter uns. Kurzer Stopp an der Raststätte. Ein Schlückchen Wasser ist genehm. Oh toll, Kinder! Kinder: Oh toll, Hund! Mama: Hund bah-bah! Petra: *MPF!* Lino: So what? Wir essen lieber am Boden liegende Plastikfolie. Ein deutliches Aus! zeigt Wunder - wir sind begeistert.

Weiter geht's Richtung Garten. Pfauen sind ziemlich groß und angsteinflößend, Hühner sind dagegen lustige Dinger, die wegrennen, wenn man auf sie zuspringt. In unserer Euphorie wagen wir es und lassen die Schleppleine nach einer Stunde Schleppleine sein. Lino trabt dort, wo wir traben - dieser Hund muss doch einen Fehler haben?!

Weiterfahrt nach Wiesbaden. Schäfchen findet ins Auto gehoben zu werden viel cooler als selbst hineinspringen zu müssen. Wir knirschen schmunzelnd mit den Zähnen. Ihm knirscht der Magen - wir fliegen nur so heim. Lino schlappst am Garten einfach vorbei, die Haustür verheißt Wohnung, Wohnung Küche und Küche Essen! Ähm... Lino? Garten! Ach ja, der Garten, na gut. Kurzer Pflichtbesuch, gibbet jetzt endlich Essen?

Im Treppenhaus dann der Schock: Das ist nicht die Treppe, die ich kenne! Stufe um Stufe wird erkämpft mit gurrenden Lino-Rufen und billiger Bestechung. Geschafft! War doch gar nicht so schwer.

Das dem Hungertode nahe Empfangskommittee schreit hinter der Wohnungstüre (immerhin ist es schon halb 9). 2 Kater mutieren zu elektrisierten Klobürsten und verdoppeln ihr Körpervolumen, Nr. 3 beschließt spontan, depressiv zu werden.

Lino tappst unsicher durch die Wohnung. High Noon im Esszimmer, Kater Carlos lässt ihn nicht mehr aus den Augen.



Ob Wuffen hilft? Definitives Nein. Essen ist fertig! Eine große Portion Hackfleisch mit Ei wird bis auf den letzten Krümel verputzt. Ein aufregender Tag für einen kleinen Hund. Lino wiegt zu diesem Zeitpunkt 22 Kilo und wird in den nächsten 4-5 Monaten 8 Kilo zunehmen.



Juni 2011. Fremdes Gelände, fremde Hunde, fremde Frau, die Anweisungen erteilt? Jaaa, auch kleine Maremmanos müssen die Schulbank drücken. Lino ist das alles zunächst nicht ganz geheuer. Doch mit jedem weiteren Besuch wird er gelassener, zumal er einen tollen Hovawart-Kumpel dort gefunden hat. Die Lärmprüfung unter der Autobahnbrücke mit vorbeibrausendem hupendem Auto meistert er bravorös. War da was? Der Besuch im Opelzoo beschert Frauchen dagegen glühende Hände. So viele aufregende Gerüche, Formen und Farben! Was soll das sein? Ein Nilpferd, das da Wasser spritzt? Erdhörnchen? Antilopen? Giraffen gehen nicht an ihn. Ziegen und Raben dagegen sehr!

Lino spielt gerne mit anderen Hunden jeglicher Größe und Geschlechts, sein Lieblingskumpan aber ist Luna, ein weißer Schäferhund, den wir häufig auf dem Land besuchen.



Juli 2011. Lino lernt schnell. Denn: Wenn ich vor der Tür der Schwiegereltern liege und leise jammere, darf ich rein und bekomme ein Leckerlie!
Die Meinungen der Leute über ihn sind geteilt: Die einen sagen Schäfchen, die anderen Eisbär.

August 2011. Die Pubertät kommt schlagartig, als sich Lino beim Zelten das Beinchenheben von zwei Halbstarken abgeguckt hat. Seitdem probiert er sich gerne aus, aber immer im Rahmen. Die meist gebrauchten Worte derzeit sind Nein! (vom Tisch essen) Raus! (Küche, weil er den Katzen sonst alles wegfrisst) Ausspucken! (Spielmäuse).

Dezember 2011. Linochen ist nun 1 Jahr alt! Wie die Zeit vergeht. Er hat sich wunderbar eingelebt und sorgt für tägliche Lacher. Jeden Morgen bekommen wir einen feuchten Stüber mitten ins Gesicht, dann muss geschmust werden. Er hört auch immer besser, auch wenn pubertäre Anwandlungen manchmal dazwischen funken. Lino liebt es, versonnen auf Ochsenziemern rumzukauen.
 
 
Januar 2012. Lino entwickelt sich spontan zum Arbeitshund. Breit grinsend zieht er uns mit unseren Schlittschuhen über den zugefrorenen Schlossparkteich. Findet Hundekumpel auf der Wiese plötzlich interessanter. Wechselt elegant den Bodenbelag. Lässt Frauchen dabei im Schild hängen, in das sie reingefahren ist. Warum ist Frauchen auch nicht so helle, und lässt die Leine einfach los?

Februar 2012 bis …….. 20xx. WIR LIEBEN IHN!

Das, was zurückkommt, ist nicht mit Worten beschreibbar. Herzlichen Dank an respekTiere und an Hajo und natürlich an die hervorragende Pflegemama.