Linus (19.05.2008)
Linus (vermittelt 19.05.2008)
Nachdem unser Balu verstorben war, hatten wir nun von respekTiere einen neuen Hund, unseren Lino. Fahren wir doch einfach mal hin, zu dem Treffen von respekTiere und so kam es, dass
3 - 1 = 4
sind.
Teilnahme am Treffen von respekTiere e.V. im Restaurant Knechtsteden in Dormagen.
Ankunft eines Welpenwurfes (4 Rüden) aus Sardinien, geschätzte 5 Wochen alt. „ER“ sprang mir gleich ins Auge. Wirklich 1 Wurf? Dieser kleine Kerl sah doch ganz anders aus, als seine Brüder. Zielsicher verfrachtete ich ihn auf meinen Arm. Er knabberte fröhlich an meiner Nase und meinen Ohrläppchen rum. Eben einer von der Marke „ Oh, ist der süß!“. Er gab aber auch wirklich alles, um mir zu gefallen. Mein mir angetrauter Göttergatte, setzte von links zu seinen Einflüsterungen an. „Komm, dann nehmen wir ihn doch mit“.  Ich vernünftig „wir haben doch gerade unseren Lino, wir wissen doch noch gar nicht, wie er sich verhalten wird.“ Mit seiner Vorgeschichte, von Rüden immer wieder zusammengebissen, können wir ihm doch nicht gleich einen Rüden vor die Nase setzen.
Es war ein netter Abend, die ganze Zeit mit dem Kleinen auf dem Arm. Schweren Herzens setzte ich Linus zum Schluss zu den anderen Welpen in die Box. Die Welpen gingen alle 4 zusammen auf eine Pflegestelle. Vernünftig, wie ich sonst gar nicht bin, zogen wir von dannen. Auf der Rückfahrt nach Hause nur ein Thema „meinst Du nicht doch, ein Welpe wäre ja auch mal schön, ja aber usw.“.
3 Wochen gingen ins Land. Frau Löbnitz berichtete, wenn einer aus dem Wurf ein Zuhause bekam. Auf der Website von respekTiere standen neue Bilder von Linus. Ein bisschen Dackel? Was würde nur rauskommen, aus dem Überraschungsei?
Plötzlich, ich kam gerade mit unseren 3 Hunden vom Spaziergang an den Rheinwiesen zurück, steht mein Mann grinsend im Wohnzimmer. „Frau Löbnitz hat angerufen. Der Kleine ist übrig geblieben und er muss leider von der Pflegestelle weg. Ruf doch mal an!“ Ich griff zum Hörer und hörte mich laut und deutlich sagen „dann kann er zu uns kommen“. Mein Mann holte ihn am nächsten Samstagmorgen ab. Fröhlich kam er aus seiner Kiste gewuselt, begrüßte stürmisch jeden unserer Hunde. Im Grunde genommen, tat er so, als wäre er schon immer da gewesen.
Wir hatten nun einen Pflegehund!
Wir und alle unsere Freunde und Bekannte brachen in schallendes Gelächter aus. Von wegen Pflegehund, der geht nie mehr weg!
Frau Löbnitz bat uns einen Text für die Vermittlung zu schreiben. Der Wille war da (gibt es doch auf Sardinien so viele Hunde, denen es schlecht geht und als Pflegestelle könnten wir mehreren Hunden helfen, ein Zuhause zu finden!) und es stand tatsächlich folgender Text auf der Vermittlungsseite von respekTiere im Internet:
„Fröhlicher Rabauke mit Hang zum Übermut sucht guterzogenes Hundevorbild (Kumpel oder Kumpeline). Ich Linus, bin immer gut drauf. Man nennt mich immer „Oh nein, ist der süß“, dabei habe ich es faustdick hinter den Ohren.
Einen Garten solltet Ihr schon haben, ich fege schrecklich gern hinter meiner Hundepflegefamilie her, springe in Blumen und schaukele auf Buxbaumhecken. Angst habe ich vor nix! Auch nicht vor anderen Tieren wie z.B. Katzen und Kaninchen. Im Gegenteil, ich finde diese toll.
Solltet Ihr eine welpentaugliche Bude (ich kaue auch schon mal etwas an) mit Garten haben und es mit meiner Erziehung aufnehmen wollt, ziehe ich gerne bei Euch ein. Ihr werde viel Spaß mit mir haben.
Ach, eins noch, man sagt, ich sei unheimlich clever. Wenn Ihr Euch clever genug fühlt, ruft doch einfach mal an.“
Linus ist ein Rabauke erster Güte. Nachdem er seinen Weidenkorb innerhalb einer Woche zerlegt hatte, gefiel ihm unsere Tapete nicht, die musste erst mal ab, alle unsere Hausschuhe tragen jetzt am dicken Zeh ein Belüftungsloch usw.
Schnell musste er aber lernen, dass er unserer alten Hundedame Inka (sie hat die Funktion der Gouvernante übernommen) nicht so einfach ins Kreuz springen darf. Bei unserer Emily musste er einsehen, dass Hundeschwänze kein Transportmittel für Welpen sind. Die beiden Hundedamen haben ihren Teil der Welpenerziehung sofort übernommen. Bestimmt weisen sie ihn von Zeit zu Zeit in seine Schranken. Aber wehe, er sagt mal falsch piep, dann sind sie sofort da und schauen nach, ob ihr Kleiner auch in Ordnung ist!
Und was macht unser Lino? Er ist der zärtlichste Pflegepapa der Welt!!! Zu ihm geht Linus kuscheln, auch bei seinen Unternehmungen wird er mitgenommen z.B. „Ich zeig Dir mal, wie man buddelt, Kleiner!“.
Abends hat sich bei uns ein Ritual eingespielt. Dann fordert der Kleine seine alberne Tante Emily zum Spiel auf. Ratzfatz ist auch Lino mit von der Partie. Und dann geht die Post ab! Inka behält die Oberaufsicht und gibt acht, dass es nicht zu wild wird. Manchmal unterbricht sie kurz, aber dann geht es gleich wieder weiter.
Hätte es schöner sein können? Lino und Linus aus Sardinien, Emily aus Portugal und unsere alte Inka aus Spanien! Alle haben ihr eigenes Schicksal mitgebracht. Aber jetzt sind alle
               ein glückliches Rudel
Und so kam es, wie es kommen musste. Natürlich behielten wir unseren Linus. Also wie gesagt, der Wille war da, aber das Herz weich!
P.S. Den Namen Linus mussten wir ändern. Da die beiden Rüden sich beide bei Lino und Linus angesprochen fühlen. Deswegen heißt Linus jetzt  Filou! Täglich macht er seinen Namen alle Ehre. Die Dackelgröße hat er mit seinen 12 Wochen überschritten. Augenblicklich scheint er nur aus Ohren und Beinen zu bestehen. Wir tippen jetzt vorsichtig Richtung Collie. Aber wer weiß das schon? Nur eines wissen wir sicher! Wir haben jetzt 4 tolle Hunde!