| Sophie (12.02.2008) |
|
Sophie (vermittelt 12.02.2008) Als im Herbst des letzten Jahres unser lieber Knödl nach fast 16 Lebensjahren von uns ging, waren wir alle sehr traurig. Vor allem Molly, meine 11 jährige Maremmano-Hündin war sehr unglücklich. Also suchte ich im Internet gezielt nach einem weiteren Maremmano. Ich fand Sophie (jetzt Sophia) bei "respekTiere" und der Anblick wie sie vor dem Gitter stand und ihre Geschichte rührte mich, obwohl ich eigentlich einen Welpen suchte, entschied ich mich, nach mehrmaligem Gespräch mit Frau Loebnitz, Sophie vorerst einen Pflegeplatz anzubieten. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass mir trotz langjähriger Erfahrung mit Hunden, Pferden und allen möglichen Tieren nicht ganz wohl war. Mit einem erwachsenen Hund, welcher sein Leben im Zwinger verbracht hatte, befürchtete ich allerlei Schwierigkeiten und Familie und Freunde warnten zusätzlich. Zudem ist Molly sehr dominant und greift auf ihrem Grundstück jeden fremden Hund an. Da Sophie eher ängstlich und nicht aggressiv sein sollte, wollten wir es probieren. Zur Sicherheit bauten wir im Garten einen größeren Auslauf mit Hundehütte, nur für die erste Zeit zur Eingewöhnung. Und dann kam sie an, mit Spannung erwartet, gegen Mitternacht am 3.12.07 in München, mit ihren netten Flugpaten. In Begleitung einer Freundin (mit Geländewagen wegen der großen Transportbox) holte ich sie ab. Zuhause angekommen nach einstündiger Fahrt entließen wir sie mit sanfter Gewalt aus ihrer Transportbox und brachten sie in das eigens gebaute Gehege. Sofort verschwand sie in der Hundehütte. Ihr Futternapf war morgens immer leer aber nach 4 Tagen begann es um die Hundehütte wie im Bärenzwinger zu riechen. Ganz vorsichtig zog ich sie an ihrem Geschirr aus der Hütte und band sie draußen an um sauberzumachen. Voller Panik krümmte sie sich am Boden zusammen, ein Häufchen Elend, das von der Schwanzspitze bis zu den Lefzen von Entsetzen geschüttelt wurde. Am nächsten Morgen hing ihr Geschirr in Fetzen als wollte sie sagen, dass passiert mir nicht noch einmal. Sophia war wieder in ihrer Hütte verschwunden aber des nachts kam sie jetzt heraus, machte ihr Geschäft und verschlang riesengroße Portionen Futter. Und was niemand für möglich hielt, hinter einem Busch hatte sie ein kleines Loch in die Umzäunung genagt und eines morgens sah ich im ersten Schnee ihre Spuren außerhalb des Grundstücks fächerförmig über den ganzen Hügel verstreut, offensichtlich erkundete sie in der Nacht die Umgebung, kam aber wieder zurück. Der Zaun wurde sofort repariert und zu ihrer Sicherheit ein für Hunde geeignetes Weidezaungerät angeschlossen. Bis jetzt ließ sie sich weder anfassen, noch nahm sie irgendwelche Leckerbissen oder fraß, wenn sie sich beobachtet fühlte. Jeden Tag setzte ich mich eine halbe Stunde draußen vor die Hundehütte und sprach leise mit ihr, ansonsten ließ ich sie in Ruhe. So ging Neujahr vorbei und sie fing an nach mir Ausschau zu halten, kam ich jedoch aus dem Haus verschwand sie sofort. Auch beim Säubern ihrer Hütte und des Auslaufs rannte sie anfangs panisch davon. Molly ignorierte Sophia, es gab keinerlei Aggressionen was mich sehr optimistisch stimmte, Molly lag immer öfter außen vor dem Zwinger und die Futterschüsseln rückte ich innen und außen langsam näher zusammen. Mitte Januar wurde es sehr kalt und ich entschloss mich, Sophia nachts ins Haus zu holen. Sie legte sich auf das Hundekissen neben meinem Sofa und blieb dort liegen. Sehr ängstlich zwar, man musste sich vorsichtig bewegen, aber offensichtlich fand sie die Wärme angenehm und schaute sich mit großen Augen um. Molly und Sophia vertrugen sich, so konnten sie jetzt auch tagsüber beide frei in dem großen Garten mit Stall und Scheune laufen, auch mit den Katzen Pepita und Pavarotti verträgt sie sich. Es gab kein Problem, Sophia war von Anfang an stubenrein, sie hört auf Sitz und Platz (das habe ich ihr nicht beigebracht, wohl von Molly abgeschaut) sie hat im Haus nie etwas zerstört nur im Garten gräbt sie Stiefmütterchen aus aber auch nur die hellblauen!? Schon nach kurzer Zeit lief sie mit uns ohne Leine, in der Nähe unseres Hauses über die Wiesen. Sie kommt mittlerweile auf Zuruf und freut sich noch etwas schüchtern über jede Zuwendung, andere Menschen meidet sie bis jetzt, Spaziergänger aber, die sich in unsere Einöde verlaufen werden seit kurzem verbellt. Demnächst werden wir es auch mit dem Autofahren probieren. Sie ist ein ganz lieber Schatz und ich staune immer noch, wie anpassungsfähig ein erwachsener Hund auf die vielen neuen Erfahrungen reagiert. Vielen Dank nochmal dem respekTiere-Team, besonders Frau Karin Loebnitz und Frau Alexandra Höchstetter, für ihren bewundernswerten Einsatz für die vielen Vierpföter und herzliche Grüße von Sophia und mir. |







