Pongo

Pongo - wer wird sein Herz für Dich öffnen? 

Wer Herdenschutzhunde kennt, wird diese Geschichte traurig stimmen. Wer keine Herdenschutzhunde kennt, der wird sie hier ein wenig näher kennenlernen und die Geschichte bestimmt genauso traurig stimmen.

Pongo kam am 09.10.2009 mit ca. 2 Jahren nach Deutschland. Als Maremmanorüde wurde er streunend auf Sardinien verfolgt. Die Schäfer und Bauern hatten Angst um ihre Tiere und wollten Pongo entfernen - für immer. Ein Schäfer fand ihn und nahm in mit zu seinen ländlichen Stallungen. Hier lebte er zwar nicht, aber er versorgte die Schafe und kam regelmäßig auf das Grundstück. Pongo wurde zur eigenen Sicherheit in einem großzügigen Zwinger untergebracht. Schon bald kam eine kleine streunende Hündin dazu, mit der sich Pongo sehr gut verstand. Auch der Schäfer hatte keinerlei Probleme mit Pongo und erfreute sich an den zwei Hunden. Nach einiger Zeit wurde ihm aber bewußt, dass er Pongo und seiner kleinen Gefährtin kein wirklich schönes Leben schenken konnte und immer wenn er ging, wurde sie wieder eingesperrt. So wandte er sich an unsere sardischen Kollegen. Diese machten Bilder, schauten sich Pongo an und da er sich völlig unkompliziert präsentierte, nahmen wir ihn in die Vermittlung auf.

Pongo auf Sardinien mit seiner Freundin:

 

Pongo und seine Freundin durften gemeinsam ausreisen. Seine Freundin wurde direkt von einer Familie adoptiert und zog vom Flughafen in ihr neues Zuhause ein. Pongo reiste auf eine Pflegestelle. Dort kam es schon am ersten Abend zu Problemen. Er knurrte die Kinder der Familie an, worauf er in ein Badezimmer über Nacht gesetzt, ein Hundetrainer eingeschaltet wurde  und kurze Zeit später eine neue Pflegestelle Pongo übernahm.

Hier stellte man fest, dass er Probleme mit dem Hausherrn hatte. Er wurde aus diesem Grund immer wieder in eine Box gesetzt, wenn dieser nach Hause kam. Die Pflegemama trainiert mit ihm und auch draußen zeigte er Probleme mit neuen Situationen. Hunde und Katzen waren nie ein Problem bei Pongo, er liebte jedes vierbeinige Tier. Schlußendlich eskalierte die Situation und Pongo musste auch hier seine Pflegestelle verlassen.

 

 

Für einen Herdenschutzhund gibt es nicht viele versierte Stellen. Es blieb uns vorerst nichts als ihn in eine Hundepension zu geben. Dort kam Pongo dann endlich zur Ruhe. Er genoss die Zeit in einem eigenen Gehege und konnte die Strapazen der letzten Monate ablegen.

 

 

Rückblickend - mit Wissen um die Herdenschutzhunde - sind bis hier schon viele Fehler gemacht worden. Ein Herdenschutzhund hat ein völlig anderes Grundbild als viele andere Rassen. Ein Herdenschutzhund ist oftmals wesentlich sensibler, auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Die Trennung von seiner Bezugsperson auf Sardinien, dem Schäfer, kann für ihn schlimm gewesen sein. Wenn dann Menschen ihn bedrängen und sei es durch Streicheln oder starres Anblicken, kann Pongo völlig überfordert gewesen sein. Sein Knurren war sicherlich kein "aggressives Handeln" von dem so gerne schnell gesprochen wird bei Herdenschutzhunden. Sein Knurren war ein Zeichen seiner Überforderung, seiner verletzten Seele und ein Zeichen dafür, dass er sich neu orintieren muss und Rückzug benötigt. Fordern ist an dieser Stelle völlig verkehrt. Ein Herdenschutzhund braucht viel Zeit um Vertrauen zu einer neuen Person aufzubauen. Herdenschutzhunde sind sehr oft misstrauisch gegenüber Unbekannten, was auf keinen Fall gleichzusetzen ist mit Aggressivität. Hat man das Vertrauen gewonnen, über Liebe, Zuneigung, gerechte Behandlung und vor allen Dingen kein Druck oder sogar den Stärkeren spielen wollen, dann hat man einen Hund fürs Leben. Man fängt an mit Leidenschaft diese Rasse zu erleben und zu lieben.

Was macht ein Herdenschutzhund aus? Sicherlich seine Urinstinkte, die man auch nicht wegtrainieren kann. Denn gerade diese Trainingseinheiten wie bei anderen Rassen sind oftmals Gift für seine Entwicklung. So mancher hat sich schon gewundert, warum sein Hund kein Vertrauen aufbaute, warum er sich abwandte, einsam wurde, die Führung in die Hand nahm, begann zu Knurren. Alles typische Eigenschaften, wenn der Mensch versucht sich den Hund zum Untertanen zu machen. Dafür ist diese Rasse völlig falsch. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ein Hund sollte niemals zum Untertanen gemacht werde, aber es gibt Hunde die durchaus gut mit einem "mächtigen" Menschen auskommen. Ein Schäferhund z.B. liebt die Erziehung, er liebt es den Gehorsam durchzuführen und ist glücklich dabei. Dies würde niemals für einen Herdenschutzhund in diesem Maße gelten. Mit einem Herdenschutzhund muss man ein Leben gemeinsam leben. Man versteht seine Urinstinkte, versucht ihn nicht zu ändern, sondern in das Leben zu integrieren. Natürlich muss auch ein Herdenschutzhund gehorchen, aber die Zeit bis dahin ist wesentlich länger und intensiver als bei vielen anderen Rassen und kann nur auf Vertrauen aufgebaut werden.

So war Pongo also in vielen Situationen sicherlich falsch bewertet worden, überfordert worden und schlußendlich vielleicht auch abgestempelt worden. Nur weil er sich nicht anfassen lies, wenn der Mensch es wollte, weil er skeptisch gegenüber Neuem war, weil er erst seine Trauer um seine Bezugsperson verarbeiten musste, wurde er völlig falsch interpretiert.

Wir suchten die Nadel im Heuhaufen. Das ganze Internet suchten wir ab nach geeigneten Stellen, aber es rieselte eine Absage nach der anderen. Selbst die erfahrenen Herdenschutzhundtrainer, Herdenschutzhundkenner, etc... sagten uns ab mit den unterschiedlichsten Begründungen. Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit stellte sich bei allen Helfern ein! Es musste doch eine Chance für Pongo geben!

Eines Tages, im August 2010, fanden wir eine vorläufige Nadel im Heuhaufen. Eine Frau, die selber schwierige Hunde adoptiert hatte und aus ihnen tolle Vierbeiner gemacht hat. Sie hat weder Angst vor eventueller Bissigkeit, noch vor dem Herdenschutzhund Pongo. So kontrollierten wir den Platz vor und Pongo zog erneut um vom Norden in den Süden. Schon die Abholung war ein voller Erfolg. Pongo freute sich über die Nähe der Menschen und fuhr ohne Probleme mit im Auto. Dort angekommen, freute er sich über den vierbeinigen Kontakt von drei weiteren Hunden und einer Katze. Die Pflegestelle versuchte alles um Pongo auf eine Vermittlung vorzubereiten und erzielte immer weiter Fortschritte mit ihm. Die Pflegezeit für Pongo war auf November 2010 begrenzt, da der Vermieter der Pflegestelle keinen 4. Hund erlaubte. Die Zeit raste und noch lange war Pongo nicht auf eine normale Endstelle vorbereitet.

 

 

Eines Tages kam es zum traurigen Höhepunkt. Während Besuch in der ganzen Zeit für Pongo überhaupt kein Problem gewesen war, kam ein unangemeldeter Besucher aufs Grundstück, welcher von Pongo angeknurrt wurde. Dieser verstand die Warnung nicht und trat trotzdem ein. Pongo biss in den Arm. Einige Wochen später kam es zum zweiten Vorfall: Pongo war an der Leine unterwegs mit seinen Hundekumpels und seinem Frauchen. Es war schon dunkel. Es kam zu einem ungünstigen Vorfall zwischen der Pflegemama und einem Besucher und Pongo stufte die Situation für sein Frauchen als gefährlich ein und biss erneut zu ins Bein.

Nun hatten wir keine Alternative mehr, denn die Zeit auf seiner Pflegestelle war abgelaufen, der Vermieter machte schon Ärger, zudem mussten wir von einer Vermittung vorläufig absehen. Was sollten wir tun? Jede Nacht lief uns Pongo über die Bettdecke, was gab es für eine Lösung. Einschläfern? Nein, dass kam nicht in Frage. Wir wissen, dass es Menschen gibt, die an diesem Punkt dazu raten, für uns kam es nicht in Frage, denn wir wußten, dass Pongo einfach ein ursprünglicher Maremmano mit starken Charakterzügen ist. So fanden wir, mit Hilfe der Pflegestelle, die ebenfalls Pongo nicht ziehen lassen wollte, eine Lösung.

Der Tierschutzverein Neuburg Schrobenhausen e.V. (www.tierschutzverein-neuburg.de) half uns aus der größten Not. Dieses Tierheim ist das zweitgrößte Tierheim in Deutschland. Sie arbeiten nicht mit Zwingeranlagen, sondern mit großzügig angelegten Gehegen. Die Gesamtanlage des Tierheims beträgt ca. 95.000 Quadratmeter. Mehrere Pferdekoppeln und insgesamt 10 Hundeausläufe zwischen 100 und 3000 Quadratmeter sowie kleinere Hundefreiläufe sorgen für ausreichend Bewegungsmöglichkeiten. Eine ca. 100 Quadratmeter große Freiflugvoliere, mehrere Kleintierausläufe und ein großzügiges Hühnergehege ergänzen die Anlage.

Wir erzählten Herrn Schmidt von Pongo und wir durften ihn vorstellen. Pongo wurde sofort aufgenommen und in einem 2.000qm großen Gehege mit drei weiteren Hunden untergebracht. Lange Gespräche am Telefon und auch persönlich vor Ort zeigten uns, dass dies die weitere Nadel im Heuhaufen für Pongo sein sollte. Das Gesamtverständnis für Herdenschutzhunde lag vor, sogar weit darüber hinaus, kannte man diese Charakteren sehr gut. Die Idee aus Pongo einen normalen Vermittlungshund zu machen war nicht Pongos Idee. Er sucht ein simples Leben mit charakterstarken Menschen, einem schönen Grundstück und einem Familienleben. Denn nichts mehr als das Schmusen und Kuscheln mit Menschen und Artgenossen hat Pongo so sehr gemocht.

Tja, nun lebt Pongo in Neuburg als Pflegehund auf Lebzeiten, wenn wir nicht die Nadel im Heuhaufen finden, die Pongo das bieten kann was er braucht. Die Tierheimleitung, Herr Schmidt, ist von Pongo sehr angetan. Die Pflegestelle hat ihn unter Tränen abgeben und hält stetigen Kontakt. Sie würde ihn sofort aufnehmen, wenn es ihr möglich wäre auf einem eigenen Hof. Wir möchten nun Pongo als Patentier vorstellen, da wir monatliche Kosten für die Unterbringung von ca. 210 Euro + anfallende Tierarztkosten haben, die gedeckt werden müssen.

Unsere Aufmerksamkeit gilt nun der Vermittlung von Pongo - eine weitere Herausforderung der wir uns stellen. Allerdings kommen hier nur versierte Menschen in Frage, die ein großes Grundstück haben, Pongo auch die Möglichkeit geben am Familienleben teilzunehmen und ihm die Fürsorge die er benötigt zukommen lassen. Es ist nicht hoffnungslos, aber schwierig.

Bitte helfen Sie Pongo. Werden Sie Pate oder Patin und geben Sie ihm Hoffnung. Zu oft wurde er schon von den Menschen die er liebt verlassen: der Schäfer, seine Pflegemama. Ihn im Gehege zu sehen ist auf der einen Seite schön, da er endlich ein ruhiges und gleichmässiges Leben führen kann, auf der anderen Seite unendlich traurig, weil er ein Familienleben kennenlernen durfte und auch sichtlich genossen hat. Dies fehlt ihm jetzt sehr. Öffnen Sie Ihr Herz und werden sie Teil von Pongos Zukunft.

Wir informieren Sie sehr gerne weiterhin über Pongos Leben.

Fragen zur Patenschaft beantworten wir Ihnen gerne unter: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Spenden können Sie unter dem Stichwort "Pongo"* an folgende Bankverbindungen richten:

Kontoinhaber: respekTiere e.V.
Stadtsparkasse Mönchengladbach
IBAN:DE20 3105 0000 0003 3761 26
BIC: MGLSDE33

oder

Direkt spenden können Sie aber auch über PayPal. Bitte auch hier den Verwendungszweck bzw. Stichwort "Pongo"* eintragen! 

*Sollten mehr Spenden eingehen, als für das jeweilige Patentier benötigt werden, verwenden wir die überschüssigen Beträge satzungsgemäß für ein anderes Patentier, um die entstandenen Kosten abzudecken.

Eine Spendenquittung geht Ihnen im Januar/Februar des Folgejahres automatisch zu.

Pongo und wir danken Ihnen von ganzem Herzen!

Grazie mille!