Rina (11.12.2010)

 

Unsere kleine Jupp-Heidi

Alles begann damit, dass wir beim Spazieren gehen eine nette, junge Frau mit dem respektiere-Hund Clarissa getroffen haben. Die kleine Maus war so bezaubernd, dass ich die Frau ansprach und sie erzählte mir viel über ihren Verein. Leider weiß ich ihren Namen nicht, aber für mich stand fest: Wenn ich einen Hund suchen werde, dann schaue ich auch bei respektiere nach. Es gibt viele unseriöse Vermittlungs-Orgas aber nachdem ich die Homepage von respektiere durchgestöbert hatte, bestätigte sich für mich der vertrauenswürdige Eindruck.

Ein paar Monate später war es endlich soweit! Ursprünglich schrieb ich Karin Loebnitz wegen eines ganz anderen Hundes an. Karin nahm sich unheimlich viel Zeit für unser langes Erstgespräch und ich konnte ihr unzählige Löcher in den Bauch fragen. Sie nahm auch kein Blatt vor den Mund, schilderte ganz ehrlich alle Vor- und auch Nachteile und riet mir im Endeffekt zu einem noch ganz jungen Hundebaby, welches wir von Anfang an auf unsere Umstände und Bedürfnisse prägen könnten.

Anfänglich war ich etwas traurig darüber – es war ein Mini-Abschied von einem Hund, den ich noch gar nicht persönlich kannte. Dann aber erzählte mir Karin, dass gerade eben auf Sardinien 5 Maremmano-Mix-Welpen im Pappkarton ausgesetzt gefunden wurden. Zwei Tage später schon sollten die Knirpse in Deutschland landen und seit dem fieberte ich täglich aus der Ferne mit, wie sich die Kleinen entwickelten. Karin schickte mir trotz ihrer knapp bemessenen Zeit und ihres irren Einsatzes für all die respektiere-Schützlinge mehrmals wöchentlich Kurzberichte, Fotos oder nahm sich Zeit für ein Telefonat. 

Die Allerkleinste aus dem Wurf – damals noch Rina genannt – hatte es mir von Anfang an angetan. Irgendwie wusste ich: das ist sie :-) Sechs lange Wochen mussten wir nun warten, bis wir Heidi endlich abholen konnten. Das Wetter mit seinen Schneestürmen und der Eisesglätte hatte unsere Pläne ganz schön durchkreuzt aber am 10.12.2010 war der große Tauwetter-Tag endlich da und wir machten uns auf den 950 km langen Weg.

Heidi hat die komplette Rückfahrt auf meinem Arm verschlafen. Ein bisschen hat sie die ersten 5 Minuten gegrunzt, aber dann schlief sie gemütlich eingekuschelt ein. Sie ist ein sehr zartes, schüchternes und sanftes Hundemädchen. Fast, wie ein scheues Reh. Die ersten drei Tage bewegte sie sich in der Wohnung kaum vom Fleck, beobachtete uns alle und schlief viel. Dann aber taute sie urplötzlich auf und seit dem macht sie ihrem Namen alle Ehre! Sie ist die reinste Lebensfreude – den Namen haben wir ihr nicht umsonst gegeben, nachdem sie vermutlich in ihren ersten, jungen Wochen schon so viel Mist erleben musste.

Mit unserem Erst-Hund Butch versteht sie sich gut. Er ist manchmal noch ein bisschen ungestüm in seinem jugendlichen Übermut und legt regelrechte Boxermanieren an den Tag, aber Klein-Heidi ist nicht nur klein, sondern auch OHO ;-) So schüchtern sie auf den Fotos aussieht, kann sie doch auch schon ganz schön kiebig werden und sich lautstark zur Wehr setzen. Ja, sie kann wirklich sehr ausgiebig schimpfen, wie ein Rohspatz! Die beiden werden bestimmt noch viel Spaß zusammen erleben. Es ist schön, zu sehen, dass die Zusammenführung so toll geklappt hat und Butch nicht eifersüchtig reagiert hat.

Auch mit unseren fünf Katzen klappt es erstaunlich positiv. Sie gucken Heidi ständig entrüstet an und heben auch mal drohend die Tatze, wenn Heidi angestürmt kommt – aber nur, um dann verdutzt zu realisieren, dass Heidi im Affentempo an ihnen vorbei wetzt und so gar nichts von den Katzen will! Es gab auch hier noch keine schmerzhaften, lehrreichen Zwischenfälle – womit wir eigentlich gerechnet hatten. Umso besser :-)


Überhaupt ist Heidi absolut unproblematisch: sie fährt im Auto mit, als ob sie das ihr Leben lang schon gemacht hat, kuschelt sich zusammen in ihren Deckenberg und schläft gemütlich, während wir kurze Erledigungen machen müssen.
An der Leine läuft sie von Anfang an, wie ein Profi und folgt auch ohne Leine, wie ein Schatten. Sogar, wenn sie auf die Idee kommt, einer unserer Katze hinterher jagen zu müssen, lässt sie sich super abrufen und macht schnurstracks Kehrt!

Ihr Erbe kann sie allerdings nicht verleugnen. Auch, wenn sie zur Zeit noch aussieht, wie ein kleiner Dackel (mal schauen, wo sie noch hin wachsen will – oder auch nicht), so ist sie doch jetzt schon sehr wachsam. Sie zeigt ein Verhalten, wie es im (Herdenschutzhund-)Buche steht! Auf unserem ersten Spaziergang in der großen, weiten Welt kam uns eine alte Dame entgegen. Schon, als sie noch 50 Meter entfernt war, lief Heidi zu uns hin, stellte sich vor uns, machte sich groß und knurrte warnend! Kaum zu beschreiben, wie verblüfft wir über dieses ausgeprägte Verhalten waren!

Wir sind alle sehr glücklich mit unserer Jupp-Heidi. Und ich glaube, Heidi fühlt sich bei uns auch sehr wohl. Sie hat viele vierbeinige Freunde, ein sehr großes Grundstück, über welches sie mit Vorliebe wetzt (man hätte sie auch „Flitzpiepe“ nennen können!) und zudem all ihre Menschen rund um die Uhr um sich herum (der Vorteil, wenn man im Home-Office arbeitet). Ich glaube, das ist auch zwingend nötig. Für so einen Knirps braucht es viel Liebe, Zeit, Geduld und Konsequenz.

Wir danken vor allem Karin Loebnitz, die unser kleines Mädchen in Tages- und Nachteinsätzen mit allen Kräften großgepäppelt hat, unzählige Maschinen Wäsche gewaschen hat und Laufställe gesäubert hat um Heidi diesen guten Start in ein besseres Leben zu ermöglichen! Danke für Deinen Einsatz, Karin – Du bist wunderbar! Wir bleiben in Verbindung und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!