Maja
Maja - Als fröhlicher Welpe vermittelt, verlor sie zweimal ihr Zuhause, weil die Besitzer nicht mit ihr zurechtkamen. Eine Geschichte über eine Hündin, die nach einigen Irrwegen nun endlich eine Familie fand, in der sie aufblühen darf.

Maya wurde das erste Mal als Welpe von uns im Mai 2003 vermittelt. Knapp zwei Jahre später wollten die Besitzer Maya wieder abgeben. Maya war der ganzen Familie völlig über den Kopf gewachsen. Angeblich knurrte sie die Kinder an, Besucher wurden verbellt und keiner kam mehr mit der bildhübschen Maremmahündin zurecht. Dies ist immer ein trauriger Moment, denn wer einen Hund als Welpen bekommt, dem stehen alle Türen offen, ein wunderbares Verhältnis aufzubauen. Ein Hund braucht natürlich eine passende, auf seine Rasse abgestimmte Erziehung. Man muss sich viel mit den Hunden beschäftigen und kann sie nicht sich alleine erziehen lassen. Oftmals wird im Vorfeld nicht an die Verantwortung und die Arbeit mit einem Hund gedacht, bzw. stellen es sich viele zu einfach vor. Maya kam also in die Vermittlung zurück. Kurze Zeit später, im Mai 2005, fand sich ein neues Zuhause. Auch diese Vermittlung hielt nicht lange. Obwohl die neuen Besitzer sich mit der Rasse und dem Wesen von Maya befasst hatten, wollten sie Maya nicht behalten. Für uns alle unfassbar! Wir alle wissen, was es für einen Hund bedeutet, so oft sein Zuhause zu verlieren und sich immer wieder auf neue Menschen und neue Umgebung einzustellen. Gerade der Maremmano hat ein sehr sensibles Wesen. Beim dritten Mal sollte es aber klappen! Im November 2005 zog Maya in ein herrliches Zuhause im Norden Deutschlands. Nun erreichte uns ein Brief von Maya, den wir so schön fanden, dass wir Ihnen diesen nicht vorenthalten möchten. Es ist so wichtig, Hunde aus dem Tierschutz aufgrund ihres Alters oder ihrer Vergangenheit nicht zu verurteilen, sondern sich neu und unbefangen auf ein Tier einzulassen. Immer wieder haben wir ältere Tiere mit den unterschiedlichsten Geschichten in der Vermittlung. Immer finden wir eine passende Stelle, wo man sich mit dem Wesen und dem Charakter des Tiers auseinandersetzt und gemeinsam daran arbeitet, ein wunderbares Mensch-Hund-Verhältnis aufzubauen. Hier das beste Beispiel:

Hallo liebe Freunde von „respektiere“!

Ich hoffe, Ihr erinnert Euch noch an mich. Ich bin die schöne Maremmano-Hündin Maya.
Nachdem ich zweimal Pech hatte mit meiner Vermittlung, ist nun beim dritten Mal alles bestens gelaufen. Meine neue Familie sagt, dass sie noch keine Sekunde bereut hat, mich adoptiert zu haben. Ich gebe mir auch große Mühe, alles richtig zu machen. Obwohl ich vieles gar nicht kannte, wie z. B. Kerzenlicht, Kaminfeuer und ein richtiges Hundebett, finde ich es jetzt einfach wunderbar.

Wir haben hier ein Haus mit einem schönen großen Garten, den ich den ganzen Tag bewachen könnte. Aber ich bin viel lieber bei Frauchen im Haus und bewache den Kühlschrank und unsere beiden Kater. Die hatten am Anfang etwas Angst vor mir, jetzt kommen wir aber gut miteinander klar.

Irgendjemand hat meinem Frauchen erzählt, dass Herdenschutzhunde, und ich bin ja einer, nicht spielen würden. Zum Glück hat sie das nicht geglaubt und mir gleich jede Menge Spielzeug gekauft. Das war auch gut so, denn ich spiele für mein Leben gern.
 
Im Übrigen nimmt mich mein Frauchen überall mit hin, und das immer mit dem Auto. Ich liebe es, mit dem Auto zu fahren. Freitags geht’s auf den Markt, da find ich den Wurstwagen am besten. Ich weis gar nicht, warum der Verkäufer mich so mag, denn ich gucke ihn nur an, und schon bekomme ich eine Scheibe Wurst von ihm. Wahrscheinlich können wir Maremmanos gut mit den Augen reden.

Frauchen und Herrchen zeigen mir viel von der Welt. Ich war schon mehrmals in der Hauptstadt sowie in Dresden, im Harz und in der Provence. Der Urlaub in Frankreich war Spitze, da durfte ich im Meer schwimmen und apportieren. Das mit der französischen Sprache war einfacher als gedacht.
 
Schließlich war ich über Silvester an der Ostsee. Überall werde ich für mein gutes Benehmen gelobt. Ich bleibe sogar alleine im Hotelzimmer. Da ich das so gut kann, klaut Frauchen mir immer etwas vom Frühstücksbuffet.
Obwohl ich mich so prima benehme, waren Frauchen und ich das ganze letzte Jahr in der Hundeschule. Na ja, auch Frauchen musste einiges lernen. Alles wurde mit Auszeichnung bestanden, und wir haben sogar eine Urkunde bekommen. Leider musste ich lernen, auf das Jagen von Hasen und Rehen zu verzichten. Dafür darf ich aber ohne Leine laufen und Mäuse ausgraben. Auch ganz schön.

Ab April bin ich bei Obedience angemeldet. Was das wohl wieder ist?
 
Ach, übrigens soll ich noch schreiben, dass ich der beste Herdenschutzhund der Welt bin. Ich bin nicht aggressiv und böse, sondern immer gut zu Kinder und Besuchern. Wenn die Leute sagen, was für ein toller Hund ich bin, dann bekommen die zu wissen, dass es so etwas beim Tierschutz gibt. Viele denken, Hunde vom Tierschutz sind nicht mehr zu erziehen, bei mir hat das bestens geklappt, meine Leute sind ganz happy mit mir. Und ich auch mit ihnen J

Jetzt muss ich aber aufhören, denn gerade ist Futter fertig geworden. Da kann man sowieso keinen klaren Gedanken mehr fassen.
 
Bis bald Eure
 
Maremmano–Hündin Maya
 
(oder auch Bienchen, Schrummel, Schneeflöckchen und Sahnehäubchen mit Karamellsoße)

Beste Grüße auch von meinen Leuten
 
Marita und Karl-Heinz Fabel
 
An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei der Familie Fabel, dass sie Maya so viel Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aus Maya ist eine ausgeglichene, liebe Hündin geworden, die unter den richtigen Menschen auch lernen konnte, wie sie sich in einer Familie zu bewegen hat. Es ist immer schön, auf Menschen zu treffen, die weder das Alter noch die Herkunft abschreckt, sondern die sich mit Liebe und Sachverstand der Aufgabe stellen. Maya hat die Zuneigung schon 1.000-fach wieder gut gemacht, und jeder Tag mit einem so treuen Gefährten ist die Mühe und Arbeit wert. Der Familie und Maya wünschen wir ein langes gemeinsames Leben mit vielen wunderbaren und unvergesslichen Momenten.
Das Team von respekTiere