Ciao Pilar
Schweren Herzens mussten wir Pilar gehen lassen.
Viele Jahre lebte Pilar frei und doch behütet in unserer Katzenkolonie auf Capo Testa. Sie war groß und  kräftig und hatte schönes, glänzendes Fell. Das war auch Anfang Mai nicht anders, als unser Vorstand, wie mehrfach jedes Jahr, persönlich nach den Patenkatzen sah. Es wurden Fotos gemacht und Pilars Patin hat eine aktuelle Aufnahe, sowie die Information, dass mit ihrem Schützling alles in bester Ordnung ist, bekommen.
Doch nur wenige Tage später fand einer der Betreuer Vorort ein schwarzes Fellknäuel, das sich ganz hinten in einem Busch verkrochen hatte. Da dieser Betreuer die Katzen nicht namentlich kennt, erhielten wir nur die Info, dass eine schwarze Katze, offensichtlich schwer krank, gefunden wurde.


Diese Katze wurde sofort in die Tierklinik nach Arzachena gebracht. Die diensthabenden Ärzte empfahlen dringend, nach Olbia auszuweichen, da die Klinik dort besser ausgestattet ist..
In Olbia dann wurden Röntgenaufnahmen gemacht, die zeigten, dass die Eingeweide verschoben waren und einen Riss des Zwerchfells vermuten ließen. Dazu kam eine Lähmung  beider Hinterbeine. Ein Neurologiespezialist aus Cagliari, der an dem Tag zufällig in Olbia war, tippte, was die Lähmung betraf auf einen Tumor, der das Rückenmark beeinträchtigte. Der Zwerchfellriss aber konnte nur durch einen Unfall erklärt werden.
Wir werden nie erfahren, was genau Pilar zugestoßen ist, aber ihr Zustand war so hoffnungslos, dass mehrere Ärzte dringend rieten, sie zu erlösen.
Diese Entscheidung war für uns umso schwerer, da wir zu diesem Zeitpunkt nicht einmal wussten, wer die verletzte, schwarze Katze war.
Erst im Lauf der nächsten Tage stellte sich durch das Ausschlussprinzip heraus, dass es sich um Pilar gehandelt haben muss. Alle anderen schwarzen Katzen der Kolonie waren inzwischen an den bekannten Futterstellen erschienen.
Da hatten wir den leblosen Körper längst von der Klinik abgeholt und zuhause auf Capo Testa unter einem blühenden Strauch begraben.
Liebe Pilar, wir hätten dich so gern gerettet. Es schmerzt, dass wir nicht mehr für dich tun konnten, als dich von deinem Leiden zu erlösen. Ein kleiner Trost aber ist es, dass du nicht unbeachtet unter unsäglichen Qualen alleine in einem Gebüsch gestorben bist.
Ciao Pilar!