Hugo (21.08.2009)

Hugo –  Wie so oft, spielt einem manchmal das Schicksal einen Hund in die Hände…

Und so war es auch bei uns, als wir unseren Urlaub im Juni 2009 auf Sardinien verbrachten. An einem regnerischen Tag, an dem wir nichts mit uns und den schönen Stränden an der Costa Smeralda anzufangen wussten, begaben wir uns auf eine kleine Reise durch das Hinterland Sardiniens. Auf dieser Fahrt begleitete uns  überall das Hundelend auf Sardinien. Wir stiegen etliche Male aus, um den herrenlosen und herumstreunenden Hunden ein wenig von unserem Reiseproviant abzugeben. Und jedes Mal, wenn wir wieder in unser Auto stiegen und davon fuhren, begleitete uns ein schlechtes Gewissen.

Und dann, mit einem Mal saß ein wunderschöner Hund direkt vor uns auf der Straße. Wir hielten an um die Reste unseres Reisevorrats zu verfüttern, doch der Hund war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Nach längerem Suchen fanden wir ihn jedoch gut versteckt in einer kleinen Gebüschhöhle direkt am Rande der Straße. Unsere ersten Versuche den Hund aus seinem Versteck zu locken scheiterten kläglich. Zu ängstlich war das kleine Geschöpf, um aus seinem sicheren Versteck hervorzukommen. Mit viel Geduld und trocken Brot schafften wir es endlich den Hund aus seinem Unterschlupf hervorzulocken. Zaghaft ließ er sich aus der Hand füttern bis er etwas Vertrauen gefasst hatte und sich letztlich streicheln ließ. Und ab diesem Zeitpunkt war das Eis gebrochen. Der Hund wurde spontan auf den Namen Hugo getauft und wir verbrachten viele Stunden spielend und  spazieren gehend mit ihm in der näheren Umgebung.               

Tja, und dann kam irgendwann die Zeit des Abschieds. Schweren Herzens setzen wir uns  in unser Auto um wieder in unsere Unterkunft zu fahren, da wir am nächsten Tag frühmorgens unseren Heimflug antreten mussten. … und Hugo folgte uns im Schweinsgalopp. Zu diesem Zeitpunkt fassten wir den Entschluss: Der Hund kommt mit uns!

Aber wie stellt man es an, wenn man weder über die Ausreisebestimmungen informiert ist, noch eine Anlaufstelle in Form eines Tierheims kennt? Wir ließen Hugo also erst mal zurück und informierten uns in diversen Hotels nach einem Tierheim in der näheren Umgebung, welches uns bei der Ausreise von Hugo behilflich sein könnte. Nach vielen Irrwegen landeten wir schließlich im „Il Rifugio i Fratelli minori“  in der Nähe des Flughafens in Olbia. Hier half man uns umgehend weiter, indem uns u.a. die Kontaktadresse der Tierschutzorganisation „respekTiere“ genannt wurde, so dass wir diese direkt nach unserer Ankunft in Deutschland kontaktieren konnten.

Und nun nahmen die Dinge Ihren Lauf… Nach einer annährenden Bestimmung des Aufenthaltortes von Hugo über diverse Satellitenbilder und Karten sowie Fotos konnte seine kleines Versteck in der Macchia durch eine Mitarbeiterin aus Calangianus ausfindig gemacht werden. Aber… Hugo war nicht mehr dort. Auch diverse Versuche den Hund anzufüttern blieben erfolglos und somit auch Hugo verschwunden.

Wir hatten die Hoffnung bereits aufgegeben, dass der Hund jemals wieder auftauchen würde und dann kam doch noch nach Wochen die erlösende Nachricht: „Sie werden es nicht glauben…wir haben Hugo gefunden!“ Giovanna Maria, die Mitarbeiterin aus Calangianus hatte Hugo beim Haus einer Sardin gefunden. Dort konnte er jedoch nicht bleiben. Aber da unser Entschluss ja sowieso bereits feststand Hugo bei uns aufzunehmen,  wurde er durch „respekTiere“ ausreisefertig gemacht und durch Flugpaten bis nach Hannover begleitet, so dass wir Hugo schließlich bei uns im schönen Sauerland ein neues zuhause geben konnten.

Aus dem kleinen, anfänglich noch etwas schüchternden Streuner  ist mittlerweile ein sehr  temperamentvoller aber lieber Rowdy  geworden, der noch ein wenig Erziehung benötigt. Manchmal gehen noch ein wenig die Pferde mit ihm durch, dann wird  mal wieder eine Hundedecke in Fetzen gerissen oder der Kuchen vom Tisch geklaut. Aber… wirklich lange kann man dem lustigen Kerl  nie böse sein.  Auch mit  Mensch, Tier und seiner Rudelgenossin Sheira, einer alten, spanischen Hundedame versteht sich Hugo sehr gut. Nur Mäuse hat er zum Fressen gern,  nach denen nach Leibeskräften gebuddelt wird, so dass unser Garten mittlerweile mehr einem Abenteuerspielplatz als einem englischem Rasen ähnelt.

Abschließend möchten wir nochmals dem Team von „respekTiere“ dafür danken, dass sie sich so  konsequent und unermüdlich für die Suche nach Hugo eingesetzt haben. Die komplette Organisation sowie die Kommunikation untereinander während der Zeit des Suchens und Findens  waren vorbildlich und haben bei weitem unsere anfängliche Erwartungshaltung an den Erfolg eines solchen Unterfangens übertroffen. 

Vielen Dank für alles!