Pablo

Heute möchten wir Ihnen die Geschichte von Pablo erzählen, der nach vielen Jahren traurigen Daseins noch rechtzeitig ein Zuhause fand:

Ich lernte die Miriam und Winni im Mai 2006 kennen. Sie bewarben sich auf eine Katze, die sehr krank war. Hexe, eine pechschwarze Bauernhofkatze mit schweren Wucherungen im Mäulchen aufgrund einer schweren Stomatitis. Niemals hätten wir gedacht, dass sich jemand für so eine kostenintesive Katze melden würde. Die Familie hatte bereits eine Katze Kira und wollte gerne noch einen Notfall hinzunehmen. So fuhr ich das Pärchen in Düren besuchen um unsere Vorkontrolle durchzuführen. Ich kam in ein großes Haus und wurde herzlich begrüßt. Ein wenig Angst stand in den Augen von Miriam, ob sie die Katze überhaupt bekommen würden. Sie waren herzlich und warm, wenn Sie verstehen was ich meine. Kira ging es blendend, auch sie war kein einfacher Fall. Für mich stand sofort klar, Hexe hatte ein Zuhause gefunden. Es gab eine Katzenklappe und einen Hinterhof mit einem kleinen Teich.

Die Übergabe von Hexe war sehr emotional, da auch die Pflegestelle sehr an Hexe mittlerweile hing. Tränen auf allen Seiten begleiteten Hexe in ihr neues Zuhause. Sie wurde regelmässig der Behandlung unterzogen und es ging ihr von Tag zu Tag besser. Immer standen wir im regen Kontakt und freuten uns über die Fortschritte bei Hexe.

Im Mai 2008 rief mich Miriam an und teilte mir mit, dass sie gerne einen alten Hund adoptieren möchten. Sie liessen sich genau beraten und dann sollte ein passender Hund gefunden werden. Wir mailten unser Partnertierheim auf Sardinien an und baten um besonders notdürftige alte Hunde. Wir bekamen eine Auswahl aus ca. 5 Hunden. Die Entscheidung fiel Miriam und Winni nicht einfach, denn alle diese Hunde hatten ein neues Zuhause verdient und eine Geschichte war trauriger als die anderen. So baten sie uns, dass wir entscheiden sollten, wer ein Zuhause verdient hat. Wir berieten uns und entschieden uns für Pablo. Er wurde dort sehr gemoppt von den vorhandenen Hunden und die Tierheimleitung sagte uns, dass er beinah zwei Jahre nicht aus der Hütte richtig rausgekommen wäre, weil andere Hunde ihn sofort bissen. Was musste er dort zwei Jahre lang leiden?

Pablo in der LIDA, unserem Partnertierheim 

Am 18.05.2008 war es soweit. Pablo kam in Hannover an. Miriam und Winni machten sich mit dem Auto auf zum Flughafen Hannover und die Übergabe wurde begleitet von unserer Vermittlerin Gabi Schaumburg. Es war eine rührende Begrüßung. Die erste Zeit war schwierig, weil Pablo kaum Muskelatur hatte und wenig laufen konnte.

Pablo konnte endlich ruhig schlafen ohne Angst von anderen Hunden angegriffen zu werden.

 

Doch mit der Zeit und immer stetig längeren Spaziergängen baute sich die Muskelatur auf. Pablo ging es besonders in den Wintermonaten gut. Er blühte immer mehr auf als wurde er langsam wach aus seinem Dornröschenschlaf. Pablo war damals bei Ankunft schon 9 Jahre.

Pablo war schnell fit wie ein Turnschuh

Einen Besuch bei Winni und Miriam zeigte mir wie gut es Pablo ging. Wir spazierten durch den Park und er war eine richtige Frohnatur. Alle miteinander waren glücklich, selbst die Katzen die sich gerne mal an ihn ran kuschelten.

Pablo und die Katzen

Nur knapp ein Jahr später im April 2009 wollten Miriam und Winni eine alte Hündin zu Pablo adoptieren. Wieder sollten wir entscheiden wer es besonders nötig hat. Unsere Entscheidung fiel auf Pinna Bianca, eine bildschöne Hündin von ca. 12 Jahren. Sie wurde von einem Gehege ins nächste gesetzt, weil sie ständig zusammengebissen wurde. Am 11.04.2009 kam die Hündin in Frankfurt an. Diesmal holten Winni und Miriam die Hündin alleine ab und auch hier fiel die Begrüßung sehr Tränenreich aus. Pinna Bianca war das genaue Gegenteil von Pablo. Pablo war offen für jede Situation und stand mit allen vier Beinen im Leben. Pinna Bianca war sehr, sehr ängstlich und Pablo gab ihr die Kraft und Stärke alles kennezulernen. Auch sie lebte sich mit der Liebe und Geduld von Miriam und Winni schnell ein und baute schnell Vertrauen auf.

Seine Freundin Pinna Bianca

Dieses Jahr auf unserem Sommerfest am 18. August 2009 durften wir beide Hunde begrüßen. Es war wunderschön die beiden älteren Herrschaften so wohl auf zu sehen. Als uns nun vor einigen Wochen die traurige Nachricht von Miriam überbracht wurde, dass Pablo gestorben sei, waren wir alle sehr ergriffen und traurig. Aber natürlich wussten wir, dass wir keine jungen Hunde vermittelt hatten und das es sicherlich irgendwann zu diesem Punkt kommen würde.

Pablo hatte fast 2,5 wundervolle Jahre. Er hat jeden Wunsch erfüllt bekommen und war rundum zufrieden. Sicherlich ist er mit einem Lächeln gegangen und wird Miriam und Winni immer fest im Herzen tragen, so wie sie ihn. Es ist eine so wundervolle Erfahrung Tiere an seiner Seite zu haben und wenn dann auch viele Tränen fallen und das Herz sich zusammenzieht, wenn unser geliebter Vierbeiner gehen muss, so ist es ein ganz besonderer Schmerz. Ein Schmerz voller Liebe und Dankbarkeit und irgendwie tut er auch gut. Denn wir wissen, dass diese Tiere wussten, wie sehr wie sie geliebt haben.

Mittlerweile steht fest, dass Pinna Bianca wieder einen treuen Gefährten bekommen soll. Auch diesmal überlassen uns Miriam und Winni die Auswahl, denn ihnen fällt es viel zu schwer. Wir haben da schon eine Idee und mal sehen ob sie sich realisieren lässt.

Wir sind wirklich zu tiefst berührt, solche Menschen zu kennen. Die ihr letztes Hemd für die Tiere geben und ihr Herz so weit öffnen. Es sind besonders sensible Menschen, die trotzdem keine Angst vor der kurzen Zeit mit einem älteren Hund zeigen. Sie haben es gespürt wie wichtig die Zeit für Pablo war und wie dankbar er gegangen ist. Nun hinterlässt er eine große Lücke, die auch so schnell nicht zu füllen ist, aber er hinterlässt auch ein Plätzchen bei wundervollen Menschen, die wieder einem Tier helfen können.

Pablo liebte seine Familie sehr

Liebe Miriam, lieber Winni, wir alle sind uns sicher, dass es ein Hund garnicht besser antreffen kann. Ihr seit so liebevoll im Umgang mit den Tieren, Ihr seit so hilfsbereit und freundlich. Wir wünschen uns, dass Ihr noch lange unseren Weg mit respekTiere begleitet und Euch immer die richtigen Tiere ins Haus flattern.

Jetzt aber möchten wir gerne die letzten Worte Miriam überlassen, die für sich und Winni den Abschied für Pablo noch einmal in ganz eigene Worte gefasst hat.

Pablo machs gut alter Junge. Wir sind froh, dass wir Deine große Hoffnung und Sehnsüchte erfüllen konnten. Du hinterlässt bei allen eine große Lücke. Da wo Du jetzt bist, wirst Du sicherlich ein Auge auf Miriam und Winni werfen. Du wirst Dich freuen, wenn ein weiterer Vierbeiner in Deine Fußstapfen tritt und die hübsche Pinna Bianca wieder einen Freund an die Seite gestellt bekommt.

Stefanie und das ganze respekTiere Team sagen: Ciao Pablo!

Als wir uns entschieden, einem Hund einen Platz in unserem Leben zu geben, hätten wir ja nie mit so einem Engel gerechnet...

Wir riefen Dich einfach an, dass wir einen Hund aufnehmen würden.. Einzige Bedingungen waren: Ein Alter Hund, der auch tagsüber ein paar Stunden alleine bleiben könnte (war man einem jungen Hund ja beim besten Willen nicht antun kann) und er sollte sich mit Katzen verstehen (sie zumindest nicht fressen)

Dann bekamen wir die Qual der Wahl... 5 verschiedene Hunde, die in Frage kamen...und wir machten es uns leicht... Wir wollten den haben, der am dringendsten aus Sardiniens Tierheim raus musste...Das war also unser Pablo.. 2 Jahre hatte er in seiner Holzhütte verbracht, und sich nicht raus getraut, weil die anderen Hunde sofort über ihn herfielen... (ehrlich gesagt habe ich mich beim ersten Blick auf sein Foto schon total verguckt... Winni hatte schnell weiter geklickt, weil er ihn zu groß fand....auf dem Foto wirkte er ja wirklich wie ein Riese- Bernhardinermischling...).

Dann kam irgendwann eine E-Mail: Beim Mittelmeercheck hatte man herausgefunden, dass er Leishmaniose positiv war.. ob wir ihn trotzdem nehmen würden.... Diese Frage hatte mich sehr geschockt.. Natürlich nehmen wir ihn! (gerade deswegen auch.. Wie sollte denn der arme Kerl mit den Medikamenten in einem so großen überfüllten Tierheim versorgt werden..?)

Und dann kam unser Pablo (etwas kleiner,als erwartet) am 18.05.2008 in Hannover am Flughafen an.. Hier lernten wir Gabi Schaumburg kennen, die uns vorher noch ausdrücklich erklärte, wie vorsichtig wir sein müssten wenn wir die Transportbox öffneten, dass er bestimmt sehr ängstlich sei und versuchen würde, wegzulaufen... Doch als wir die Box öffneten, kam ein völlig gelassenes Kerlchen heraus. Fehlte nur, dass er sagte: Hallo Leute, wo gibts was zu essen..?

Die ersten Wochen hatte er ziemliche Probleme, sich hinzusetzen. Er legte sich immer gleich, weil er kaum Muskeln hatte.. Die haben wir aber ganz gut hinbekommen. Zu seinen besten Zeiten konnte er sogar schon 1,5 Std. Spaziergänge machen.. Besonders im Winter ging es ihm sehr gut.. er liebte es, durch den Schnee zu stapfen... (Da fragte mich sogar mal jemand, ob wir einen neuen Hund hätten, weil er so fit war und auch vom Fell her ganz toll aussah)

Wir konnten ihn auch sehr schnell von der Leine lassen, er orientierte sich sofort an uns. Obwohl er uns sehr lange an der Nase rumgeführt hat- wir hielten in für taub, also verständigten wir uns fast ausschließlich mit Sichtzeichen. Ich habe ihm die Taubheit aber schon seit einigen Monaten nicht mehr abgekauft. So wie die meisten Senioren hat er eben nur das gehört, was er hören wollte. Vor drei Wochen hat Winni es dann auch bemerkt. Also hat er wenigstens dieses Geheimnis nicht mit ins Grab genommen..

Beim zweiten Mittelmeercheck hier in Deutschland stellte sich dann heraus, dass er außer der Leichmaniose auch noch Fillarien und Hepatozoren hat. Mit der Spritze gegen die Fillarien hatte er starke Problame. Er hatte drei Tage Rückenschmerzen und war extrem Berührungsempfindlich. Deswegen bekam er anschließend nur noch Spot--Ons gegen diese kleinen Unviecher.. Ansonsten hat er aber in der ganzen Zeit keine Symptome der Mittelmeerkrankheiten gezeigt..

In November haben wir ihm vier "Knubbel" operativ entfernen lassen, wobei sich leider herausstellte, dass zwei davon bösartig waren. (Es waren eine Art Blutschwämmchen). Daraufhin bekam er eine homöopathische Kur.

An Ostern dieses Jahr bekamen wir eine nette, sehr schüchterne Hundedame zu seiner Gesellschaft. Um die hat er sich ganz fürsorglich gekümmert, und ihr sehr viel Angst genommen. Er strahlte einfach so viel Ruhe aus..

Im September hatte er dann einen Leistenbruch und musste operiert werden.. (Der Leistenbruch kann dadurch ausgelöst worden sein, dass er nicht kastriert war und die Hormone das Gewebe geschwächt haben.) Wir hatten alle schon Angst, so eine Operation in dem Alter... Aber die Tierärztin war total begeistert, von seinem starken Herz. Die Operation hat der tapfere Kerl ganz locker weggesteckt. Leider musste er fast einen Monat lang mit einer Halskrause aushalten, und durfte nicht spazieren gehen- nur kurz in den Garten, weil sein Gewebe so schwach war.. Zum Glück sind wir in den letzten Tagen wieder ganz kleine Runden spazieren gegangen. Er hat sich dann gefreut, wie ein kleines Kind an Weihnachten.

Nur am Freitag wollte er nicht. Er ging kurz vor die Türe, blieb aber nach 10 Metern stehen, und wollte wieder nach Hause. Gegessen hat er ab mittags auch nur noch ganz besondere Leckerbissen. Am Samstag morgen sah er ganz blass aus und wollte auch nicht aufstehen. Nur wenn wir ihn auf die Beine stellten, ging er ein paar Schritte, legte sich aber auch schnell wieder hin. Und wirkte insgesamt schon fast apathisch. Also fuhren wir zur Tierärztin, die ihn ja auch schon gut genug kannte, um zu sehen, dass es ihm wirklich nicht gut geht. (sonst warf er sich immer sofort auf den Rücken, damit man den Bauch kraulen konnte,aber er tat es nicht..)

Sie machte eine Blutuntersuchung, bei der sich herausstellte, dass er akute innere Blutungen haben musste. (und das gerade, wo sein Leistenbruch so toll verheilt ist...) Also machte sie ein Ultraschall mit dem Ergebnis: Milzriss oder Tumor auf der Milz. Das war leider nicht ganz Eindeutig. Wir sollten zur besseren Abklärung nach Duisburg in die Klinik fahren. Da sah alles nach einem Tumor zwischen Leber und Milz aus. Der Tierarzt stellte uns vor die Wahl: sofort erlösen, oder noch operieren, mit dem Ziel von durchschnittlich 90 Tagen Lebenserwartung. Wir entschieden uns für die OP, auch wenn es uns mehr als schwer fiel, ihn dort alleine zurück lassen zu müssen.

Nach 2 Stunden rief der Tierarzt an- Das Gebilde, das er auf dem Ultraschall gesehen hatte war nur ein Blutpfropf. Die Niere würde bluten und nicht aufhören. Sie müssten die Niere entfernen. Außerdem war er sehr geschockt, wie viele Schrotkugeln er in dem Bauchraum gefunden hat. Er meinte, das Bluten könnte von einer gewanderten Schrotkugel kommen oder von einem geplatzten Tumor. Wir waren schon sehr erleichtert, weil mit einer Niere kann man ja auch gut leben. Dann kam allerdings nach einer Stunde der erschütternde Anruf: "Ihr Pablo hat es leider nicht geschafft." Er ist trotz Bluttransplantation einfach verblutet. Auch Reanimieren war erfolglos. Heute morgen haben wir ihn abgeholt und im Garten an seiner Lieblingsstelle begraben.

Unsere Katze Kira (die vorher vermutlich keine Hunde kannte) vermisst ihn auch wahnsinnig. Sie lagen immer zusammen im Garten und sonnten sich.

Er war und ist einfach ein Engel. Alle Leute, die ihn kannten haben ihn sofort ins Herz geschlossen. Er war so unkompliziert und herzlich und liebte Kinder über alles. Man konnte ihn überall mit hinnehmen. Er benahm sich einfach vorbildlich. (soviel auch zum Thema: einen alten Hund kann man nicht mehr erziehen.. -er war nach 2 Tagen Stubenrein!)

Und er meinte immer auf mich aufpassen zu müssen. sobald ich nur 5 Minuten aus einem Raum ging, suchte er nach mir. Er wusste dabei aber ganz genau, wann ich arbeiten war. Dann hörte man kein einziges "Wuff" von ihm. Das vermissen wir wirklich sehr.. dieses liebevolle ,fragende "Wuff" Aber jetzt kann er ja alles von oben sehen, und weiß immer wo ich bin. Hoffentlich hat er es jetzt schön und kann endlich zur Ruhe kommen. Wir sind einfach nur wahnsinnig dankbar, dass wir ihn kennen lernen durften! DANKE!