Los (17.01.2026)

 

 

Los, jetzt Palau, ist am 17.01.2025 zu seiner neuen Familie nach Kolkwitz, Brandenburg gezogen. 

 

Lesen Sie hier die ersten Zeilen seiner Familie:

 

Palau (Los)- unverhofft anders

 

Wir hatten immer Rüden und es gab auch immer mindestens 3 Hunde im Rudel. Von winzig klein, bis riesig groß und charakterlich sowie so in jeder erdenklichen Ausprägung. Dann zogen wir aufs Land und es kamen noch allerhand andere Vier- und Zweibeiner dazu. Mit Fell ohne Fell, dafür mit Federn und so weiter.

Irgendwann habe ich mich bewusst dazu entschieden einen Herdenschutzhund dazu zu holen. Vornehmlich sollte sie unsere Hühner behüten. Da so ein Maremmano Abruzzese aber auch allerhand anderes auf dem Kasten hat, war ich bald eine riesige Freundin dieser eigensinnigen Frida.

Ich mag, wie autark sie agiert und gleichzeitig mit aller Gewissenhaftigkeit ihren Pflichten nach geht. Sie hatte ganz schnell verstanden, dass sie mir nicht hinterher dackeln muss, um zu gefallen und auch sonst, spreche ich ihr eine ausgeprägte Intelligenz bei diversen Entscheidungen zu. Sie hat schon als Welpe unsere Dogge Django als ihren Freund auserkoren und das hatte auch bestand, bis zum letzten Atemzug ihres Partners. Jetzt war es eine ganze Weile dunkel und grau in unserem Rudel. Ich zog mit den beiden noch vorhandenen Damen im Rudel weiter raus aufs Land und der letzte Herbst mit seinen Sonnenstunden hatte etwas Verheißungsvolles. Mehr Gelände, neue Aufgaben und Wildnis. Mir wurde bewusst, dass es Zeit war und ich das Rudel wieder vergrößern möchte und mir war auch ganz klar, dass es wieder ein HSH werden soll. Da Fridel sehr speziell in der Auswahl ihrer Hundesozialkontakte ist, bin ich bei der Suche nach einem neuen Individuum, als einen mehr scherzhaft zu betrachtenden Anhaltspunkt davon ausgegangen, dass sie sich ja auch mit einem Hund, der ebenfalls ein Handicap hat (Friedel hat nur ein Auge), gut verstehen könnte. Nun waren Geschlecht, Aufgabe und besondere Merkmale ziemlich festgeschrieben und die Wahl fiel unweigerlich auf „Los“.

Nach dem ganzen bürokratischen Prozedere (an der Stelle ein großes Danke an Miriam, Janette, Anna und alle, die daran noch beteiligt waren) fuhren wir also nach Nürnberg und holten Los, jetzt Palau ab. Trotz der anstrengenden Reise auf seiner Seite und der Müdigkeit auf meiner, spürte ich sehr schnell eine vorsichtige Verbindung. Das ist auch tatsächlich etwas, was stetig zwischen uns wächst. Vertrauen und Verbindung.

Alles andere drum herum war zunächst blankes Chaos. Fridel fand diesen neuen Kerl natürlich gar nicht gut, gängelte und schimpfte ihn und er wiederrum wusste gar nicht, wie ihm geschieht. Die Inge, quirlige kleine Jagdhündin, ist nur damit beschäftigt mit ihm Blödsinn zu machen und die erste Woche war ehrlich gesagt, Herausforderung pur.

Zugegebenermaßen habe ich Palau ernsthaft unterschätzt und es war und ist ein ganz großartiger Prozess, diesen Hund immer mehr lesen zu lernen. Ich hatte noch nie einen Hund von der Straße, bin diesem enormen Freiheitsdrang gar nicht bewusst entgegengetreten und durfte mir schon jetzt einige Lektionen bei ihm abholen.

ABER ich darf mit ziemlicher Überzeugung sagen, er findet es hier gut. Er trottet mir treu bei meinen alltäglichen Aufgaben hinterher, spielt ausgiebig mit der Inge und freundet sich Tag für Tag charmant und vorsichtig mehr mit der großen Beschützerin Fridel an. Für ausgesprochene Harmonie haben wir noch etwas Weg vor uns, aber ich bin unendlich glücklich nach all den Verlusten in den letzten Jahren, wieder einen so unvergleichbaren Rüden an meiner Seite haben zu dürfen. Danke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier zur Erinnerung die Geschichte von Los:

 

LOS - unser „Ein-Ohr“ hofft auf ein liebevolles Zuhause
 
Los Geschichte hat uns alle sehr berührt und nochmal deutlich gemacht, wie wertvoll und notwendig die Präsenz und Arbeit der Arca Sarda vor Ort ist.
 
Los tauchte plötzlich im Garten eines älteren Ehepaares auf. Obwohl er ein Halsband trug, schien er schon lange auf sich allein gestellt, darauf deutete sein abgemagerter und ausgezehrter Körper hin. Doch das Schlimmste war: ein Großteil des linken Ohres war abgerissen und hing in Fetzen herunter. Die klaffende blutende Wunde am Kopf war von Zecken übersät. 
 
Er schien die Nähe von Menschen und Hilfe zu suchen, war aber auch scheu und immer wieder verschwunden. Das Ehepaar traute sich auch nicht, sich dem stark verletzten Tier zu nähern und kontaktierten zum Glück die Mitarbeiter der Arca Sarda, die sich unmittelbar auf den Weg machten. Auch Ihnen gelang das Auffinden und Sichern erst nach zwei Tagen. Daraufhin wurde  Los direkt in medizinische Behandlung gebracht.
 
Mittlerweile ist Los zurück im Rifugio und sein Zustand stabilisiert sich zusehends.
 
 
Er ist ein bildhübscher weißer Maremanno-Mischling und hat mit seinen ca 2 Jahren eine stattliche Größe von 66cm.  In Gehege mit seinen felligen Gefährten zeigt er sich entspannt und ohne Rivalitäten. In neuen Situationen und mit fremden Personen reagiert er zunächst  Maremanno typisch unsicher und skeptisch. Vertrauen lässt sich aber aufbauen und mit Bezugspersonen geht er zb schon entspannt an der Leine spazieren. 
 
 
Update 17.10.2025:
 
Die Verletzung seines Ohres ist mittlerweile komplett verheilt und Los hat sich zu einem wunderschönen, stattlichen und feinsinnigen Rüden entwickelt. Mit den anderen Hunden in seinem Gehege lebt er entspannt zusammen. Über menschliche Zuwendung freut er sich sehr und lässt sich liebend gern durchkuscheln.
 
Dieser sanfte Prinz wartet darauf, von seinen Menschen entdeckt zu werden, um in ein echtes Zuhause zu kommen, das er bereichern darf.
 
Wir wünschen Los, dass „nomen est omen“ gelten wird und er bald das ganz große Los einer glücklichen Zukunft in einer liebevollen Familie ziehen wird, die seinem aufmerksamen und feinen Wesen gerecht werden möchte.