Emilio

 

 

Emilio ist am 26.02.24 aufgrund schwerer Krankheit über die Regenbogenbrücke gegangen. Es ist tröstlich zu wissen, dass Emilio viele schöne Jahre bei seiner Familie verbringen konnte. Er erhielt die bestmögliche Pflege und Versorgung und konnte dadurch trotz der Mittelmeererkrankungen sein Leben in vollen Zügen genießen. 

 

Lesen Sie hier die Zeilen, die wir von seinem Frauchen erhalten haben:

 

 

Als ich im Herbst 2015 Emilio im Refugio auf Sardinien kennengelernt hatte, war mir nicht klar, wie er mein Leben verändert würde. 

Ich fand ihn unheimlich toll und versprach ihm damals, dass wir ihn nach Deutschland holen, nicht zu mir, dessen war ich mir sicher, denn wir waren schon voll und auch nicht mehr so richtig als Pflegestelle aktiv. 

Emilio kam nach Deutschland im Frühjahr 2016, zu einer lieben Pflegestelle, bei der er sich toll entwickelte. Schon bald wurde er vermittelt, doch eine Woche später kam das Ergebnis seines Mittelmeerchecks und ich wusste instinktiv, dass er ein Rückläufer würde. Er hatte so ziemlich alles mitgebracht, was möglich war, Babesien, Ehrlichiose, Hepatozoonose und Leishmaniose… Kurze Zeit später kam der Anruf, dass er zurückkommt in die Vermittlung. Doch wo nun hin mit ihm? Alle Plätze waren voll, oder aufgrund seiner Erkrankungen nicht so einfach möglich… 

Es war einfach Schicksal, sage ich heute, Vorbestimmung, dass er dann doch zu uns kam, vielleicht hat er einfach nach uns gesucht… 

Und er kam… Leishmaniose und Ehrlichiose aktiviert, mit hohem Fieber und der ganzen Haut voller Krusten, total matt und schwer krank. 

Die erste Behandlung nur mit Allopurinol reichte nicht aus, also entschieden wir uns, alles einzusetzen was nötig war. Ohne hätte er es nicht geschafft, ob er es mit schaffen würde, blieb zunächst abzuwarten. 

Doch das Schicksal hat unserem kleinen Kämpfer geholfen, nach ein paar Tagen ging das Fieber runter, die Krusten lösten sich und Emilio ging es deutlich besser. 

Mit einer ganz bewussten, artgerechten, aber auch Leishmaniose angepassten Ernährung, Unterstützung durch Tierarzt und Biosresonanz ging es ihm immer besser und er wurde ein munterer treuer Gefährte. Lang schon war klar, dass er zu uns gehört und nie mehr gehen wird. 

Emilio und ich hatten von Anfang an eine besondere Bindung, ich habe vorher nie einen Hund gehabt, mit dem ich so intensiv geredet habe, ohne wirklich zu reden. Er war einfach mein Seelenhund. 

Durch ihn habe ich mich immer mehr mit der Thematik Ernährung beschäftigt, einfach auch, um für ihn das Bestmögliche rauszuholen und jeglichen Schub der Erkrankungen zu vermeiden. 

Er schützte unser Rudel, ohne großes Tamtam und immer nur im Ernstfall, den Rest hat er den anderen überlassen. Mehrere Kittenwürfe hat er mit Hingabe mit aufgezogen und mir geholfen, die kleinen Bäuchlein zu massieren. Unsere Katzen hatten in ihm einen lieben Kumpel zum Kuscheln und unsere Enkel liebten Emilio mindestens so wie er sie, mit ihm konnten sie einfach nur knuddeln und auf der Erde rumtollen. Eigentlich hat er alle Herzen gewonnen, jeder der ihn kennengelernt hat fand ihn einfach nur einmalig. 

Unser ruhiger, tapferer Bär. 

Über sieben Jahre haben wir es geschafft, kein Schub, immer super Blutbilder, trotz der Erkrankungen. Ein für ihn sorgenfreies Leben mit viel Liebe und guten Freunden konnten wir so schaffen. 

Im Oktober 23 dann der Schock, es ging ihm plötzlich schlecht, er hustete seltsam und ich ließ auf Verdacht seine Lunge röntgen = das Ergebnis: ein dunkler Schatten, vermutlich eine Metastase, doch wo war der Herd? Noch eine Aufnahme des Bauchraumes zeigt dann mehr. Vermutlich ein malignes Lymphom. Oder lag es doch an der Leishmaniose oder Ehrlichiose? Seine Lymphknoten waren geschwollen, es gab eine Biopsie der Lymphknoten, das Ergebnis: sehr ungenau, Verdacht auf malignes Lymphom oder chronische Ehrlichiose. Sein Blutbild verändert, allerdings nicht typisch Richtung Leishmaniose oder Ehrlichiose, aber seine weißen Blutkörperchen explodierten. 

Wir versuchten eine Doxycyclin Kur, ich passte die Ernährung an und es ging ihm besser. 

Über Silvester ging es in den Urlaub und es ging ihm gut, er liebte die See und das Klima dort. 

Im Januar schloss ich meine Ausbildung zur Tierernährungsberaterin ab, die ich durch ihn 2022 begonnen hatte. 

Anfang Februar dann nochmal ein Blutbild, eigentlich zur Kontrolle, aber ich hatte auch schon das Gefühl, dass es langsam wieder bergab geht. 

Das Blutbild bestätigte dies, die Werte noch schlechter, die Röntgenaufnahmen noch dramatischer, es war eigentlich ein Wunder, dass er sich noch so aufrecht hielt. 

Er hatte starke Schmerzen und bekam Schmerzmittel, doch schnell halfen diese nicht mehr so wie sie sollten, auch die stärkere Dosierung, ein anderes Mittel, alles verlor schnell die Wirkung. 

Ich habe in dieser Zeit oft mit ihm „geredet“ und ihm gesagt, dass er mir sagen soll, wenn es so weit ist. 

Am 26.02. kam er dann, lehnt seinen Kopf an meine Brust und tief in mir spürte ich, es ist Zeit. Dieses Gefühl zu beschreiben ist schwierig, so hatte ich das noch nie erlebt, aber Emilio war eben etwas ganz Besonderes. 

Am Abend durfte er dann ohne Stress zu Hause mit Hilfe einer oralen Betäubung ruhig in meinen Armen einschlafen und dann mit tierärztlicher Unterstützung über die Regenbogenbrücke gehen.

Er fehlt an allen Ecken, seine Kumpels haben ihn lange gesucht. Lissy frisst heute noch nicht an seinem Platz. 

Am 01. März habe ich mich selbstständig gemacht mit „Emilio e Amici“  

Das ist seine Hinterlassenschaft, er war meine Muse und so wird er auf jeden Fall immer dabei sein.

 

„Mit jedem Tag, der vergeht lebst du weiter

In meiner Erinnerung

Hab all' die Bilder mit dir gespeichert

In meiner Erinnerung

Alles endlich, alles verglüht

Geht so schnell, eh du dich versiehst

Ich hab dich hier, ich trag dich bei mir

In meiner Erinnerung“

(Silbermond)

 

„Und als einer von Millionen

Steh ich hier und schau nach oben

Frag mich wo du gerade bist

Und wie es da wohl ist

Und als einer von Millionen

Der an Erinnerungen hängt

Fühl ich, dass du gerade hier bist

In diesem Moment“

(Roger Cicero)

Mach`s gut mein Großer, wir vermissen dich alles sehr… bis wir uns wiedersehen…

 

 

 

 

 

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