| Polda (09.09.2023) |
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Endlich durfte nun auch unsere Polda das Köfferchen packen und in ihrem Für-Immer-Zuhause in 47533 Kleve wieder auspacken. Lesen Sie hier die ersten Zeilen ihrer neuen Familie:
Ein paar Wochen nach dem Tod unseres portugiesischen Hütehundes Marley wurde uns klar, dass wir einen neuen Hund in die Familie aufnehmen wollten. Der neue Hund sollte auch ein wuscheliger Hütehund mit eigenem Kopf sein; aber diesmal katzenfreundlicher. Und so haben wir Polda im Internet entdeckt; eine süße, wuschelige Hündin, die auch noch freundlich zu Katzen ist. Die eingestellten Bilder und Videos hatten uns schnell überzeugt, obwohl natürlich anhand eines Videos auch deutlich wurde, was Polda bei uns alles noch lernen muss. Jetzt gehört Polda schon eine Woche zu unserer Familie. Sie ist wirklich eine ganz liebe und verschmuste Hündin, die mit ihrer ganz eigenen Art alle hier bezaubert und auch die beiden Kater lernen gerade, wie nett Polda ist. Gleich bei der Ankunft wurde das Hundebett von Polda eingenommen (ihre Schlafstätte) und in der darauffolgenden Gewitternacht auch das Sofa. Den abgeschlossenen Garten findet sie klasse; hier hat sie auch schon das ein bzw. andere Versteck, wo sie sich manchmal zurückzieht. Polda hat ihr Herz noch nicht für Ball- oder Hundespielzeug entdeckt; macht aber gerne Schnüffelspiele (z.B. ein getrocknetes Kaninchenohr in einer Sekunde aus einem Karton voller Weinkorken herauszuholen). Was ich von unserem Rüden nicht so kannte, ist Poldas unbegrenzte Vorliebe für Zahn-, Augen-, Ohren- und Fellpflege. Ihre Wachhund Qualitäten wurden durch Anbellen einer fremden Person im Haus auch schon unter Beweis gestellt; so bald Polda aber an unserer Stimmlage und unser Verhalten erkannte, dass wir der Person freundlich gesinnt waren, war Polda auch freundlich (so kannten wir das von unserem alten Hund auch). Auf der anderen Seite wird fleißig daran gearbeitet, dass Polda komplett stubenrein wird und den Unterschied zwischen drinnen und draußen lernt. Auch die Leinenführigkeit wird mit Polda fleißig geübt, denn im Moment wird der Garten von ihr ungern verlassen. Da bedarf es schon sehr viel Geduld und mindestens eine weitere Person, bis Polda außerhalb des Zaunes wieder einen Meter weitergeht. Entweder wird sie dann immer wieder von der anderen Person gelockt und geht dann von allein immer etwas weiter bzw. manchmal wird sie auch schon mal getragen, um neues Terrain kennenzulernen. Wenn Polda nicht weitergehen will, stellt sie auf stur; angebotene Leckerlis werden dann auch ausgespuckt! Es ist eigentlich ganz selten der Fall, dass sie dabei ängstlich ist und sprichwörtlich den Schwanz einzieht. Aber hier zeigt sich, dass es noch ein längerer Weg ist, bis wir mit Polda einen normalen Spaziergang in der Umgebung bzw. Im Wald machen werden. Bislang gab es aber in der kurzen Woche nur Fortschritte mit unserer Süßen und wir sind alle gespannt, wie gut sich Polda weiter entwickeln wird.
Auch möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken bei allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RespekTiere e.V. und den Leuten vom Rifugio auf Sardinien für ihren tollen Einsatz in Sachen Tierschutz und natürlich für Polda.
Hier zur Erinnerung die Geschichte von Polda:
Polda – unternehmungslustig und vorsichtig
Vor kurzem brachte ein Ziegenzüchter diese „Viererbande“ in unser Rifugio: Polda, Terry, Leo und Bianca. Er erzählte uns dazu diese Geschichte: Sie kämen aus Luogosanto, einem typischen sardischen Hirtendorf. Sie seien Geschwister und eines Tages wären sie bei ihm aufgetaucht. Er habe sich vier Monate lang, bis jetzt, um sie gekümmert. Nun hätten sie aber angefangen gemeinsam die Ziegen zu jagen, teilweise auch zu reißen und zu fressen. Das ist für ihn natürlich nervlich wie wirtschaftlich völlig unzumutbar. – Ob die Geschichte stimmt, wissen wir nicht genau. Wir sind aber geneigt, dem Mann zumindest teilweise zu glauben. Wenn die vier lange auf sich allein gestellt waren und gehungert haben, haben sie womöglich zur Selbsthilfe gegriffen.
In unserem Rifugio waren die Pastore Fonnese Mischlinge zunächst in unterschiedlicher Weise zurückhaltend. Schnell zeigte sich, dass sie verschieden auf die neuen Situationen reagierten.
Polda hatte anfangs sehr große Angst im Rifugio. In den ersten Tagen hat sie geknurrt und gezittert, sobald jemand in ihre Nähe kam. Nach einigen Tagen konnte sie Vertrauen fassen. Heute freut sie sich über täglichen Besuch und sucht den Kontakt zu ihren Pflegerinnen.
Wir können uns Polda gut in ländlicher Umgebung, bei einer hundeerfahrenen Familie oder Einzelperson vorstellen. Sicher wird sie nach einer Eingewöhnungszeit auch Spaß an verschiedenen Beschäftigungsaufgaben und sportlichen Aktivitäten entwickeln.
Update vom 18.05.2022:
Als Polda kastriert werden sollte, stellte der Tierarzt fest, dass sie schon trächtig ins Rifugio gekommen war. Inzwischen hat sie ihre Welpen zur Welt gebracht und sie liebevoll und gewissenhaft aufgezogen. Polda darf sich zurzeit oft auf der Piazza des Rifugios aufhalten und sich dort frei bewegen. Dabei freut sie sich über jeden Besucher und fordert Streicheleinheiten. Ihr ist die vertraute Situation sehr wichtig, weshalb sie noch nicht außerhalb des Rifugios spazieren gehen möchte. Da Polda die Zäune überklettern kann, muss sie außerhalb der Dienstzeiten in einer Quarantänebox untergebracht werden, was ihr gar nicht gefällt. Polda ist bereit, nun endlich das wohlverdiente, gute Für-Immer-Zuhause bei verständnisvollen Menschen zu finden.
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