22.08.2023 - Regelmäßiger Besuch beim Tierarzt - ein echtes Muss!

Am 22. August jedes Jahres ist der „Lass Deine Katze vom Tierarzt untersuchen“-Tag. Obwohl fast alle Katzen nicht gerade amüsiert sind, wenn es in die Box und zur Untersuchung geht, sollte der regelmäßige Tierarztbesuch Pflicht sein, und nicht Kür: Gerade Katzen neigen dazu, Schmerzen und Unwohlsein nicht zu zeigen, sie leiden still. Und wie bei uns Menschen gilt, dass Vorsorge ernsthafte Erkrankungen vermeiden kann. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie oft Ihr Liebling beim Tierarzt vorgestellt werden sollte, welche Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sinnvoll sind und was Sie selbst tun können, um Ihre Katze möglichst gesund und fit zu halten.

Tierarztbesuch: mindestens einmal pro Jahr

Wie oft die Katze zum Tierarzt gebracht werden sollte, hängt nicht zuletzt von ihrem Alter ab. Bei jungen und gesunden Katzen ist ein jährlicher Tierarztbesuch in der Regel ausreichend. Ab einem Alter von sieben Jahren bietet es sich unter Umständen an, die Frequenz auf zwei Termine im Jahr zu erhöhen; abhängig vom Allgemeinzustand der Katze. Zeigt Ihre Katze allerdings akute Beschwerden oder Verhaltensauffälligkeiten, sollten Sie natürlich umgehend einen Tierarzt konsultieren!

Impfungen – kleiner Pieks, große Wirkung

Impfungen gehören zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, insbesondere jene gegen

  • Katzenschnupfen (Felines Calicivirus / Felines Herpesvirus) und
  • Katzenseuche (Felines Panleukopenievirus).

Junge Katzen sollten diesbezüglich unbedingt grundimmunisiert werden, die Erstimpfung ist ab einem Alter von acht Wochen möglich, die Zweitimpfung folgt etwa vier Wochen später, die dritte Impfung im Alter von 16 Wochen und die vierte Impfung im Alter von 15 Monaten.

Je nach Haltungsbedingung bietet sich auch die Impfung gegen

  • Tollwut und
  • Leukose (FeLV) an.

Gerade für Freigänger sind diese beiden Impfungen sinnvoll, außerdem fordern viele Katzenpensionen einen entsprechenden Impfnachweis ein. Ohne Tollwutimpfung ist zudem kein Grenzübertritt möglich – und schon bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Rabbiesvirus ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Katze eingeschläfert werden muss. Gegen FeLV sollten vor allen Dingen junge Katzen geimpft werden, weil das Risiko, schwer an Leukose zu erkranken, im Alter deutlich abnimmt.

Häufigkeit von Impfungen

Nach wie vor werden Katzen häufig jährlich gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft. Wie oft Impfungen tatsächlich aufgefrischt werden müssen, ist vom verwendeten Impfstoff abhängig. Die Empfehlungen der StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) für eine Auffrischung lauten wie folgt:

  • Katzenschnupfen: impfstoffabhängig alle 3 Jahre
  • Katzenseuche: alle 3 Jahre (bei positivem Antikörpertest häufiger)
  • Tollwut: impfstoffabhängig alle 3 Jahre
  • Leukose: altersabhängig

Check-up beim Tierarzt

Natürlich sollten Katzen dem Tierarzt nicht nur zum Impfen vorgestellt werden, sondern auch, um die Katze eingehender in Augenschein zu nehmen:

  • Äußerliche Kontrolle (Augen, Ohren, Nase, Krallen, Fell etc.)
  • Kontrolle der Zähne und des Zahnfleischs
  • Abtasten bzw. Abhören innerer Organe (beispielsweise Herz, Lunge, Niere, Leber, Bauchraum etc.)
  • Überprüfung auf Parasiten
  • Untersuchung von Gelenken und Knochen
  • Temperatur- und Blutdruckmessung
  • Gewichtskontrolle

Bei älteren Katzen können sich weitere Untersuchungen anbieten:

  • Ultraschalluntersuchungen
  • Blutuntersuchung
  • Urin- und Kotuntersuchung
  • Röntgen (bspw. Kiefer)

Hierbei handelt es sich nur um klassische Maßnahmen, welche Kontrollen wirklich notwendig und ratsam sind, sollten Sie natürlich direkt mit Ihrem Tierarzt absprechen.

Vorsorge beginnt im Alltag

Abgesehen von regelmäßigen Besuchen beim Tierarzt können Sie selbst jede Menge zur Gesundheit Ihrer Katze beitragen:

  • Futter- und Trinkmenge sowie Gewicht im Auge behalten – viele Katzen fressen zu viel bzw. trinken zu wenig. Bei Freigängern ist es nicht immer ganz einfach, das Fress- und Trinkverhalten lückenlos zu beobachten, aber sobald ihre Katze stark zu- bzw. abnimmt, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Außerdem geht es nicht nur um die Menge, sondern auch um die Qualität: Greifen Sie zu möglichst hochwertigem Nass- und Trockenfutter mit hohem Fleischanteil und ohne Zusätze... Snacks sollten die Ausnahme sein.
  • Verhalten und Aktivität der Katze beobachten –  gibt es hier gravierende Veränderungen, sollten Sie ebenfalls einen Fachmann zu Rate ziehen.
  • Parasitenprophylaxe ist gerade bei Freigängern das A und O: Alle drei Monate sollte Ihr Liebling eine Wurmkur und zudem gerade in den Frühlings- und Herbstmonaten auch Zeckenschutz bekommen, entweder als Tablette oder als Spot-on. Die entsprechenden Medikamente können Sie bei Ihrem Tierarzt erstehen.
  • Suchen Sie Ihre Katze zudem regelmäßig nach Parasiten bzw. Wunden ab.
  • Die Kontrolle der Ohren, Augen, des Fells, der Zähne und der Nase ist ebenfalls ausgesprochen wichtig! Nicht immer sind Katzen von derartigen Untersuchungen begeistert, aber mit Geduld und etwas Übung (bspw. mit Clicker-Training) können solche Kontrollen gut in den Alltag integriert werden und die Bindung zwischen Mensch und Tier stärken.

Vorsorge ist unerlässlich

Der regelmäßige Gang zum Tierarzt – auch ohne akuten Handlungsbedarf – ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme für die Gesundheit Ihrer Katze. Check-ups dienen nicht nur zum Erhalt eines möglichst guten Allgemeinzustands, sie können Ihrer Katze durch die Früherkennung und Vermeidung von Erkrankungen zudem Leid und Schmerzen ersparen. Oftmals werden solche Check-ups aufgrund der entstehenden Kosten nicht oder zu selten wahrgenommen – hier bietet es sich an, eine entsprechende Krankenversicherung abzuschließen, um die Vorsorgeuntersuchungen und gegebenenfalls auch weitreichendere Behandlungen finanzieren zu können.