| 12.07.2023 - Schreckgespenst Mittelmeererkrankung |
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Das Thema Mittelmeererkrankungen betrifft auch unsere Hunde im besonderen Maße, da es auf Sardinien durch die dort lebenden Sandmücken und Zeckenarten ein erhöhtes Risiko der Ansteckung gibt. Auch wenn unsere Hunde regelmäßig mit SpotOn Präparaten behandelt werden, kommt es immer wieder vor, dass sie auf ihren Spaziergängen eine Zecke mitbringen und vor Sandmücken reicht der Schutz meist auch nicht. Es ist daher durchaus verständlich, dass mögliche Adoptanten bzgl. Hunden aus den risikoreichen Urlaubsgebieten, verunsichert sind. Leider ist es inzwischen so, dass es vermehrt auch in Deutschland Zecken gibt, die beispielsweise die Babesiose oder Anaplasmose übertragen und auch Sandmücken wurden schon in Deutschland gefunden. Auch wenn der Hund mit in den Urlaub reist, kann er sich jederzeit anstecken. Es ist also viel wichtiger sich mit den Krankheiten auseinander zu setzen, als einfach davor die Augen zu verschließen. Wir arbeiten bei unseren Testungen und Informationsbeschaffung mit dem Verein Parasitus Ex zusammen, der zum Thema Mittelmeererkrankungen stetig weiter forscht und am besten einschätzen kann, wann welche Behandlung nötig wird. So werden z.B. viele Mittelmeerkrankheiten, solange sie nicht ausgebrochen (aktiv) sind, garnicht behandelt. Alle Mittelmeererkrankungen können trotz einem positiv-Ergebnis ein Hundeleben-lang schlummern. Stress, Immunschwäche und eine unausgewogene Ernährung können einen Ausbruch der Krankheiten begünstigen, weswegen die Hunde meist in ihrer eigenen Familie bessere Chancen auf ein symptomfreies Leben haben, als im Tierheim. Auch Cortison oder Immunstimulanzien können z.B. einen Ausbruch der Hepatozoonose begünstigen, ein Test auf Mittelmeererkrankungen ist daher auch bei einem offensichtlich gesunden Hund sinnvoll.
Wenn einer unserer Hunde vor Ort Symptome zeigt, testen wir mittels Schnelltest, ob eine Erkrankung vorliegt, um eben dann wenn es sich um eine behandelbare Mittelmeererkrankung handelt, schnell reagieren zu können. Unser Verein wirbt aber absichtlich nicht damit, dass unsere Hunde getestet sind, da sich solch ein Testergebnis jederzeit ändern kann, wenn der Hund weiterhin im Risikogebiet lebt und wir möchten da keine falschen Versprechungen machen. Die Inkubationszeit um eine Mittelmeererkrankung im Blut nachweisen zu können, beträgt nochmal ca. 7 Monate, d.h. selbst wenn der Hund vor Ausreise getestet würde, so kann sich das bei der Nachtestung in 7-8 Monaten nach Einreise ganz anders darstellen. Natürlich ist eine Mittelmeererkrankung, insbesondere eine Leishmaniose-Erkrankung keine schöne Diagnose und einmal ausgebrochen, kann es auch sehr viel Leid für den Menschen, aber auch insbesondere für den Hund bedeuten. Dennoch haben wir in Deutschland auch gute Behandlungsmöglichkeiten, die wir im Ausland oft nicht haben und so kann ein Krankheitsausbruch in den meisten Fällen auch erfolgreich behandelt werden. Wichtig zu wissen: die Mittelmeererkrankungen sind nicht so einfach vom Hund auf den Menschen (oder von Hund auf Hund) übertragbar, dazu benötigt es den richtigen Wirt. D.h. nicht jede Zecke kann beispielsweise die Babesiose auch weitergeben, bei einem Leishmaniose-positiven Hund, müsste eine Sandmücke stechen, um den Erreger aufzunehmen und weitergeben zu können. |




