Leo

 

Leo – Dein Happy End war schon zum Greifen nah...

Nur wenige Wochen war der schneeweiße, bildhübsche Leo bei uns im Rifugio, und nach einer langen Zeit voller Verlust und Schmerzen schien er nun endlich auf einem guten Weg zu sein. Obwohl die Nervenversorgung seines Schwanzes dauerhaft gestört war und er wohl immer besondere Fürsorge und Unterstützung gebraucht hätte, entwickelte er sich prima und zeigte sich sehr zutraulich und verschmust. Das Schönste aber war, dass er eine wundervolle Adoptionsanfrage hatte und wir hofften, ihn schon bald in sein neues Zuhause reisen lassen zu können. Zu unserer großen Bestürzung sollte sich diese Hoffnung jäh zerschlagen... Als es Leo eines Morgens nicht gut ging und er abgeschlagen wirkte, brachten ihn unsere Kolleginnen zum Neurologen, der eine niederschmetternde Diagnose traf: Leo hatte einen Herzinfarkt erlitten und es gab keinerlei Möglichkeit, das arme Samtpfötchen zu retten. Wenige Stunden später hörte Leos kleines Herz für immer auf zu schlagen.

 

Ciao Leo, wir hätten Dich so gerne bis in Dein Happy End begleitet... und tragen Dich für immer in unseren Herzen!

 

 

Lesen Sie hier seine ganze Geschichte:

Leo ist ein entzückender junger Kater, gerade einmal zwei Jahre alt, bildschön, zutraulich, verschmust und menschenbezogen – und er hat eine unglaublich lange und traurige Geschichte zu erzählen. Womit fangen wir an? Mit dem, was ihm erspart blieb, nämlich die Lähmung, die tödliche Infektion? Oder mit dem, was ihm nicht erspart blieb, nämlich verlassen worden zu sein, eine bleibende Behinderung und die monatelange Einsamkeit im Käfig?

Einst hatte Leo hatte eine Familie, die mit ihm in Olbia lebte. Die Familie zog weg – und ließ Leo einfach zurück. Anwohner kümmerten sich sporadisch um ihn, brachten ihn zur Kastration, wo dann während der Narkose festgestellt wurde, dass Leo wohl aufgrund eines Traumas auf Höhe des Schwanzansatzes eine Wirbelsäulenverletzung erlitten hatte: Kotabsatz und Urinabsatz waren dadurch gestört. Niemand wollte die Kosten und Mühen und erst recht nicht die Verantwortung auf sich nehmen... und so landete Leo wieder alleine in seinem Quartier. Dort versuchte er tapfer, sich durchzuschlagen, bis sich in seiner wunden, von Urin und Kot aufgeweichten Haut Maden einnisteten und eine massive, lebensbedrohliche Infektion hervorriefen. Leo konnte gerade noch gerettet werden und landete nach einer schwierigen Operation zur Säuberung seiner Wunden auf einer Pflegestelle auf Sardinien, wo er seitdem im Käfig sitzt.

Und wieder einmal wollte oder konnte niemand Verantwortung für ihn übernehmen, bis uns seine Geschichte erreichte und mitten ins Herz traf. Wir haben sofort eine neurologische Untersuchung in Auftrag gegeben und die Kostenübernahme garantiert.

Nun ist klar, dass die Verletzung der Wirbelsäule irreparabel ist, dass die Nerven, welche die Funktion der Blase und des Darms steuern, in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Es ist aber auch klar, dass Leo selbständig Urin absetzen kann und jetzt medikamentös versucht wird, seine Blase zu unterstützen, die übrigens nicht manuell entleert werden muss. Den Kotabsatz kann Leo leider nicht steuern, sodass er Kot verliert, ohne es zu bemerken. Auf der Pflegestelle hat man die Konsistenz des Kots durch spezielles Trocken- und Nassfutter so gut eingestellt, dass die Situation für Mensch und Katze gut handhabbar ist und Leo nachts mit einer entsprechenden Unterlage prima zurechtkommt. Entsprechende Körperpflege mit einer milden Waschsubstanz runden die Möglichkeiten der Therapie bzw. Pflege ab.

Leo kann sich ganz normal bewegen, sein Gangbild ist das eines gesunden Katers. Die Nervenversorgung des Schwanzes ist gestört, solange er Leo nicht behindert, ist jedoch keine Amputation erforderlich. Wir haben somit Befunde und Therapieansätze – aber wir haben keine Aussicht, Leo ein artgerechtes Leben zu schenken. Er kann nicht lebenslang im Käfig bleiben, er kann aber auch nicht auf die Straße zurück. Vor allem kann und darf er nicht einfach aus dem Leben gerissen werden, um das er so hart gekämpft hat, weil sich niemand seiner annehmen möchte.

Leo hat es verdient, zu leben und glücklich zu sein. Und deshalb möchten wir das scheinbar Unmögliche möglich machen und ein festes Zuhause für ihn finden! Wir suchen einen Menschen für Leo, ein Heim, im Idealfall mit Fliesenböden, gerne auch mit Terrasse oder Balkon, vielleicht sogar mit einem sicheren Garten. Leo hat so viel zu geben... und er fordert so wenig. Alles, was er braucht, sind Verständnis, Pflege – und Liebe.