Franco u. Ciccio

Folgende Zeilen schrieben Sandra und Jan, unsere versierte und liebevolle Pflegestelle für besondere Hunde:

Franco und Ciccio. Auch im Himmel wieder vereint.

2011 kam Franco zu uns auf Pflege, ein Angsthund, der Zeit brauchte, um anzukommen. Auch sein Bruder Ciccio kam zeitgleich auf eine Pflegestelle. Er war noch traumatisierter als Franco. Als Franco soweit war, packten wir ihn ins Auto und fuhren zu seinem Bruder. Das war eine Wiedersehensfreude, uns standen die Tränen in den Augen. Jetzt taute auch Ciccio auf. Wir fuhren ihn von da an sehr oft besuchen. Als dann ein paar Monate später unser Ersthund starb war klar, die beiden Brüder sollen nie wieder getrennt werden und so holten wir Ciccio zu uns und adoptierten beide.

Ciccio war von Anfang an sehr krank. Er hatte mit Mittelmeerkrankheiten zu kämpfen, was sich auf seine Gelenke auswirkte. Er konnte nicht so gut laufen. Aber das machte seiner Lebensfreude keinen Abbruch, wir holten uns einfach für längere Strecken einen Buggy. Franco war immer fit und gesund. Bis zu dem Tag, an dem er plötzlich anfing zu humpeln. Eine Odyssee von Untersuchungen, OPs, Probenentnahmen begann, die schlussendlich darin endete, dass er eine Spontanfraktur bekam und wir sein Bein amputieren ließen. Nichts desto trotz war Franco lebensfroh und kam gut zurecht. Die beiden waren unsere Seelenhunde. Ciccio nannten wir liebevoll Prinz, weil er in seinem Buggy aussah, als würde er gleich Karnevalsklümpchen werfen. Wir hatten wundervolle Jahre mit den beiden. Tolle Urlaube: wir waren in den Bergen, am Meer oder einfach bei uns im Feld. Im Dezember 2018 baute Ciccio dann plötzlich sehr ab, er konnte gar nicht mehr aufstehen. So lag er 3 Monate, wir trugen ihn raus zum Pipi machen, reichten ihm das Wasser. Aber auch das haben wir überwunden und er kam wieder ans laufen. Wir hatten noch einen schönen Sommer. Anfang August letzten Jahres stellte Ciccio plötzlich das Essen ein. Unsere Befürchtung bestätigte sich: Nierenversagen. Eine Woche lang bekam er über den ganzen Tag Infusionen, wir kochten ihm Hühnchen, aber er wollte und konnte nicht mehr. Die Nieren waren zu sehr geschädigt. Am 12.08. mussten wir diese schreckliche Entscheidung treffen, dass er nicht leiden soll.

Wir machten uns Sorgen, wie Franco das verkraftet wird. Aber er war wie immer. Eine Tierkommunikatorin erzählte uns, dass für Franco sein Bruder gar nicht weg ist und so kam es uns auch vor. Wir hofften auf noch schöne Jahre mit Francolino.

Im Januar dann bekam er eine Schwäche im einzigen Hinterbein. Es ging alles so schnell. Der Tierarzt meinte durch die Fehlbelastung mit den 3 Beinen hat er es im Rücken. Gut, machen wir Physiotherapie. Aber am nachfolgenden Tag brach Franco schreiend zusammen. Beim Tierarzt bekam er Spritzen in den Rücken und Morphium bekamen wir mit. Sonntag sollten wir nochmal in die Praxis. Die zwei Tage bis zum Sonntag waren schlimm. Franco war immer ein so tapferer Hund, jetzt weinte er bei jeder Bewegung trotz Morphium. Sonntags auf dem Weg zum Tierarzt hat er die ganze Autofahrt geweint. Für uns war es ein Schock, aber solche Schmerzen hat Franco nicht verdient.  Er ist in unseren Armen dann eingeschlafen.

Zurück bleibt eine Leere. Die Brüder waren so besonders. Angsthunde, aus denen Seelenhunde wurden, die vor nichts Angst hatten. Der einzige Trost den wir jetzt haben ist, dass die zwei sich jetzt wiederhaben. Wir vermissen sie so schrecklich.

Sandra und Jan

Durch Sandra und Jan konnten die beiden wieder zueinander finden, gemeinsam ihre Ängste überwinden und Abenteuer erleben. Wir bedanken uns von Herzen für die liebevolle Pflege von Franco und Ciccio bei Sandra und Jan! Viel zu früh mussten sie Abschied nehmen.