Tremolina(11.09.2019)

Tremolina durfte schon vor vielen Monaten zu ihrer Pflegefamilie reisen und dort ist sie täglich mehr aufgeblüht. Zwischenzeitlich, nach allen Untersuchungen, ist klar, dass wir, außer der Unterstützung mit einem Rollwägelchen, für die Touren außer Haus, und bei Bedarf Schmerzmittel und Physiotherapie, nicht mehr viel für die kleine Kämpferin unternehmen können, weil die Maus einen verkapselten Schrotsplitter im Rückenmark, inoperabel liegen hat, der die notwendigen Nervenbahnen zerstört hat bzw. stört. Tremy stört das aber überhaupt nicht. Sie fühlt sich einfach nur wohl und lebt mit ihrer Behinderung:

„Hallo alle!

Ich bin’s, eure Tremy!

Ich wollte nur kurz allen Danke sagen, die so toll waren und mir geholfen haben meine Familie zu finden. Ich liebe meine Hundeschwestern Lizzy und Peanut. Wir spielen gerne im Garten und buddeln RIESEN Löcher zusammen. Kuscheln mit den beiden finde ich auch total toll. Meine Katzenschwester Mimi und meine Katzenbrüder Cat und Thomas glauben, ich wäre auch eine Katze, weil ich so klein bin.

Ich liebe es, mit meiner Mama Kate und meiner Schwester Barrie ganz lange auf der Couch zu kuscheln, ganz viel zu knutschen und die werfen auch immer meinen Lieblings Ball im Garten nur für mich! Da darf auch kein anderer mitspielen.

Ich hab auch ein Riesenrudel! Die beste Freundin von Barrie hat nämlich auch 4 Hunde und inzwischen sind das meine Freunde. Ich bin dann die Königin und alle müssen machen, was ich will! Das ist schon ganz schön lustig, weil ich ja klein bin und nur 5 kg wiege und alle anderen sind schon so 55-60 cm groß. Sogar der Olli, der 75 cm hat, ergibt sich, wenn ich beschließe, dass er jetzt kuscheln muss.

Danke für eure Unterstützung und dass so viele an mich geglaubt haben. Meine Familie ist die beste und ich geb die nie, nie wieder her!

Alles Liebe,

Eure Tremy“

Wir freuen uns riesig, dass die Maus es so gut getroffen hat und wünschen ihr noch eine schöne Zeit mit all ihren zwei- und vierbeinigen Freunden.


Wie alles begann…
 
Tremolina – ein Kämpferherz auf neuen Wegen

Tremolina wurde von den Amtstierärzten in Zentralsardinien angeschossen von der Straße geholt und dem zuständigen Tierarzt übergeben, der zwar die Kugel operativ entfernte aber nichts weiter für die Hündin tat. Das Canile, welches sie hätte übernehmen sollen, hat sich geweigert, einen Hund in so einem Zustand aufzunehmen. Die Kugel hatte vermutlich ihre Wirbelsäule verletzt und niemand wusste, ob Tremolina teilweise gelähmt bleiben wird oder ob es möglich ist, ihre Beweglichkeit weitgehend wiederherzustellen. Das große Glück von Tremolina war, dass unsere Kollegin Rossella wegen eines anderen Hundes in dieser Tierarztpraxis zu Besuch war. Beim Anblick und der Geschichte von Tremolina war klar, dass wir helfen müssen, jede andere Entscheidung wäre ihr Tod gewesen.

Die neurologische Untersuchung hat ergeben, dass die Lähmung höchstwahrscheinlich nicht vom Schuss und dem Projektil stammt, sondern von gezielten Schlägen. Nach anfänglichen Bedenken, ob überhaupt jemals wieder eine Aktivität in den hinteren Gliedmaßen erreicht werden kann, gibt es nun doch etwas Hoffnung.

Die Kleine lebt seit Anfang Januar bei einer Pflegefamilie in Deutschland und hat dort schon alle um die Pfoten gewickelt…vielleicht hat sie auch schon ihr Zuhause gefunden?

Nach der tierärztlichen und physiotherapeutischen Untersuchung steht fest, dass noch eine Reizempfindlichkeit in den Hinterbeinen besteht, und Tremolina gerne bei den Übungen mithilft und sich wirklich sehr anstrengt. Im rechten Vorderbein besteht eine Versteifung, jedoch auch hier gibt es noch die Möglichkeit, mit viel Training eine Besserung zu erzielen. Tremy wird also regelmäßig Physiotherapie brauchen und es wird auch sicher ein langer Weg werden. Mit welchem Resultat bleibt tatsächlich abzuwarten, denn zzt. stehen wir ganz am Anfang.

Aber Tremy genießt die Zeit bei ihrem Pflegefrauchen und lässt sich gerne verwöhnen. Im Haus robbt sie ohne Wagen neugierig hinter ihrer Pflegemama her und draußen kommt ein Hunderolli in Einsatz.

Die Kleine ist eine Kämpferin und zeigt uns jeden Tag, dass sie aktiv mit dabei sein will und dass es sich lohnt ihr die Chance zu geben. Sie verliert ihre anfängliche Panik immer mehr, fasst wieder tiefes Vertrauen in die Menschen und möchte geliebt werden. Sie macht alles brav mit und ist einfach nur eine liebe, tapfere kleine Seele.  

Ihre Pflegemama hat Tremy in Pflege auf unbestimmte Zeit aufgenommen, spätere Adoption ist nicht ausgeschlossen. Doch bis dahin ist noch viel zu tun.