Birba (24.05.2018)

Birba-Pechvogel oder Sonntagskind?

Diese Frage lässt sich bei Birba gar nicht beantworten. Sie ist irgendwie beides. Klar ist aber, dass Birba eine wirklich unerschütterliche Frohnatur ist. Besonders deutlich wurde das bei ihrer Ankunft in Deutschland. Damals war sie noch extrem unterernährt und hatte multiple Verletzungen und Knochenbrüche durch einen Unfall. Sie kam als Notfall nach Deutschland. Trotzdem sprang sie zur Begrüßung gleich mal fröhlich durch die Gegend, sodass alle Menschen dachten, sie würde sich damit womöglich noch zusätzliche Probleme einhandeln.

Wir Menschen hatten nämlich ihre Vorgeschichte im Kopf und wussten, welche Untersuchungen und Behandlungen noch vor ihr lagen. Als Hund lebt sie natürlich nur im Hier und Jetzt und freute sich über den freundlichen Empfang und die Fürsorge. Dennoch müssen wir sagen, dass sie ein ungewöhnlich lebensfroher und optimistischer Hund ist.

Der Teil von Birbas Vorgeschichte, der uns bekannt ist, beginnt mit einem Autounfall. Wir wurden durch einen Mann informiert, dass ein lebloser Hundekörper mitten auf der Straße lag. Kurz nach dem Telefonat meldete sich der Mann wieder und sagte, dass die Hündin wohl schon tot sei. Unsere ortsansässige Kollegin Giovannamaria, hob also ein Grab aus und fuhr los, um die Hündin abzuholen, um sie wenigstens beerdigen zu können.

Als Giovannamaria die Hündin wegtragen wollte, fing diese auf einmal an sich zu bewegen und sie fuhr sofort mit ihr zum Tierarzt.

Nach einer Intensivbehandlung und einem Wechsel in die Tierklinik war klar, dass sie einen Beckenbruch und einen Kieferbruch erlitten hatte.  Sie fraß nicht, war total unterkühlt, halb verhungert, dehydriert und anscheinend hatte sie auch neurologische Schäden, da sie sich ständig im Kreis drehte.

Für weitergehende Untersuchungen in Deutschland suchten wir dringend eine Pflegestelle, die wir glücklicherweise auch fanden.

Und auch diese Pflegestelle ist eine ganz besondere. Denn sie hat ihr Leben einem friedlichen und  sehr fürsorglichen Zusammenleben mit allen Tieren gewidmet. Es gibt Hunde, Hühner, Gänse… Aber auch für Wildtiere hat die Familie ein großes Herz, wie hilfsbedürftige Igel oder die Schwalben, die in einem Teil des Hauses ihre Nester bauen dürfen. Birba, die jetzt Sally heißt, erwartete eine liebevolle Umgebung auf einem Hof mit vielen verschiedenen Tieren. Auch Bea, eine Hündin, die auf Sardinien in einem Verschlag fast verhungert wäre, hatte dort schon ihr Glück gefunden.

Und eben diese Pflegefamilie verschenkte ihr Herz an Birba, denn diese hat nicht nur ein schweres Schicksal hinter sich, sie ist auch eine ganz bezaubernde kleine Maus!

Heute kann Birba ihr Leben genießen, obwohl einige neurologische Probleme fortbestehen. Sie dreht sich immer noch manchmal im Kreis und ist nie richtig stubenrein geworden. Aber für ihre Familie ist es einerseits Ehrensache und andererseits Selbstverständlichkeit, für solche Probleme gute Lösungen zu finden.

Seit dem 24.05.2018 ist Birba offizielles Familienmitglied in Kleve.

Wir danken der Pflegefamilie, dass sie Birba so liebevoll aufgenommen haben und ihr jetzt das Leben schenken, das sie verdient hat! Alles Gute süße Birba, du hast alles richtig gemacht!

Hier können Sie Birbas Vorgeschichte ausführlich nachlesen und in einem Video sehen, wie schlecht es ihr tatsächlich ging.

Hier können Sie das Happy End von Birbas Mitbewohnerin Bea nachlesen.