Gramsci

15.03.2017 - GRAMSCI - das Grauen hat einen Namen!

Ein kleiner Hund wurde Ende Dezember 2016 auf der Straße von Sassari nach Nuoro gefunden, offensichtlich angefahren und ohne Skrupel einfach seinem Schicksal überlassen…. Er wurde von der ASL in die Klinik in Pani eingewiesen und dort ergaben Röntgenuntersuchungen, dass das Rückgrat in Folge einer Fraktur der Wirbelkörper beeinträchtigt war und zwei Brüche des Beckens bis in die Hüftgelenkspfanne vorlagen.

Aufgrund dieser Frakturen war der kleine Rüde nicht mehr in der Lage den hinteren Teil seines Körpers zu bewegen. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass er ein Auge verloren hat. Er wurde als schwierig beschrieben, da er aufgrund seiner Situation und enormen Schmerzen sehr ängstlich war und zuschnappte. Kurzerhand wurde er in einen winzigen Käfig in einem wüsten Hinterhof der Klinik gesteckt und musste dort einen ganzen Monat verbringen.

Durch diese unsägliche Art der Unterbringung hatte er schlimme Wunden am Körper, höchstwahrscheinlich durch das Liegen im viel zu engen Käfig, davongetragen, die noch nicht einmal behandelt wurden. Die Freundin einer unserer Helferinnen im Rifugio erfuhr von diesem Hund und da sie in der Nähe der Tierklinik wohnt, besuchte sie den Hund und war schockiert über seinen Zustand.

Sie beschwerte sich bei den Ärzten der Tierklinik über seine nicht artgerechte Haltung, seine mangelhafte medizinische Versorgung und seinen abgemagerten Zustand. Einzig und allein eine Angehörige der Klinik hatte dem Hund zwei Decken gebracht, damit er wenigstens ein wenig weicher liegen konnte – mehr aber auch nicht..

Die Freundin begann sich in kurzen Abständen sehr unbequem immer wieder über den Zustand des Hundes zu beschweren, so dass ein Arzt der Tierklinik ihn mit aufs Land nahm, um der ständigen Beschwerden und der Meckerei der Klinikangehörigen über die Haltungsbedingungen zu entgehen.

Wie der kleine Rüde dort gehalten wurde, wusste niemand, so dass sich unsere Helferin im Rifugio kurzentschlossen auf den Weg zum Haus des Arztes machte, um den Hund mitzunehmen, ihn zu retten. Das Bild welches sich ihr bot, war ein Bild des Grauens. Der Rüde war bis auf die Knochen abgemagert, voller Wunden, hatte den Geruch von Kot und Fäulnis und war mit unzähligen Flöhen bedeckt.

Sie nahm ihn ohne zu zögern sofort mit und brachte ihn ins Rifugio nach Santa Teresa. Dort angekommen wurde Gramsci, so hat sie ihn getauft, nach Olbia zusammen mit den in der Tierklinik gemachten Röntgenaufnahmen gebracht.

Laut der Tierärzte in Olbia wollte man eigentlich für den Moment keine Operation durchführen, da die Brüche schon über einen Monat alt waren.  Doch Gramsci schien starke Schmerzen zu haben, anscheinend hatte das Rückenmark noch ein Minimum an Funktion. Es wurde sofort eine Cortison-Therapie eingeleitet, in der Hoffnung auf Besserung seines Zustandes.

 

Zur weiteren Diagnostik müssen dringend ein MRT und neurologische Untersuchungen gemacht werden, um das gesamte Ausmaß der Verletzungen zu sehen und ein klares klinisches Bild zu bekommen.

Unsere Helferin hat Gramsci mit zu sich nach Hause genommen, er ist dort zusammen mit anderen Hunden und Katzen und zeigt sich sehr lieb und sanft im Umgang mit allen Fellnasen. Er fühlt, wenn er raus muss um sich zu erleichtern und versucht dann auch das Becken nach sich ziehend, über die Treppe und durch die geöffnete Türe nach draußen zu gelangen. Draußen hebt er leicht das hintere Beinchen, um sich zu erleichtern. Doch den Weg zurück über die Treppe schafft er dann nicht mehr….

Die Cortison-Therapie hat sehr gut angeschlagen und Gramsci ist insgesamt ruhiger geworden und schmerzfreier und macht auch schon Fortschritte in seiner Beweglichkeit. Vor ein paar Tagen musste er zu einer Kontrolluntersuchung in die Tierklinik nach Olbia gebracht werden und dort erlebten wir eine böse Überraschung…. Eines der Hinterbeine hat sich nicht so gut erholt wie das andere, daher wurde noch einmal eine Röntgenaufnahme gemacht und entdeckt, was von der Tierklinik in Nuoro nicht kommuniziert worden war.

Anscheinend wurde Gramsci in Nuoro operiert und eine Schraube ins Schienbein eingesetzt, die wohl nicht sehr fachmännisch eingesetzt wurde, denn die Schraube war gewandert und hat zu einer Rückenmarksentzündung geführt. So wurde Gramsci noch einmal operiert, die Schraube entfernt und eine Platte eingesetzt. Laut den Ärzten in Olbia hätte Gramsci mit der Schraube niemals laufen können…

Jetzt müssen wir abwarten und sehen, wie sich Gramsci nach dieser erneuten Operation erholen und entwickeln wird.

Gramsci wurde am 20.02.2015 geboren und hat am 10.02.2017 einen Chip erhalten. Er wiegt 7 kg und ist ein wirklich absolut bemitleidenswertes Wesen, ihn zu sehen lässt einem das Herz bluten.

Bitte helfen Sie uns, die Kosten für medizinische Versorgung von Gramsci zu bezahlen und spenden Sie für Gramsci unter dem Stichwort "SOS Gramsci“, damit wir ihm so die Chance auf ein gesundes und artgerechtes Leben ermöglichen können.

Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für Ihre liebevolle Unterstützung im Kampf um das Leben von Gramsci!

Grazie mille di cuore!

 

Aktualisierung 24.07.2017:

GRAMSCI – vom Grauen ins Paradies!

 

Die Leidensgeschichte von Gramsci hat uns tief erschüttert und einmal mehr vor Augen geführt, wie weit die Menschheit noch von einem selbstverständlichen und liebevollen Umgang mit den Tieren entfernt ist. Sogar Ärzte, die sich zur Erhaltung des Lebens verpflichtet und den hippokratischen Eid abgelegt haben, sogar diese Menschen begegnen den Tieren nicht immer wohlwollend.

Das Schicksal von Gramsci konnte, dank einer unserer aufmerksamen Helferinnen,  publik werden und nach unaufhörlichem und unbequemem Drängen und Intervenieren, konnte er schließlich zu uns ins Rifugio in Sicherheit gebracht werden.

Wir hielten einen Hund in einem absolut desolaten Zustand in den Händen und waren mehr als schockiert, über solch eine abscheuliche Misshandlung und Missachtung des Lebens. Eine Fraktur an der Wirbelsäule und zwei Beckenbrüche bis hoch in die Hüftgelenkspfanne legten den hinteren Teil seines Körpers vollständig lahm. Außerdem hatte er ein Auge verloren und sein Körper war übersät mit offenen, nach Fäulnis riechenden Wunden, voller verkrustetem Urin und Kot.

Er war bis auf die Knochen abgemagert und aufgrund seiner unerträglichen Schmerzen reagierte er auf jegliche Annäherung sehr ängstlich und gereizt. Wie konnte man es ihm verdenken? Doch für Gramsci sollte es ein Glückstag werden, denn wir haben ihn noch am gleichen Tag in der Tierklinik vorgestellt und alle notwendigen medizinischen Maßnahmen eingeleitet.

Damit Gramsci rund um die Uhr versorgt werden konnte, hat sich unsere Helferin angeboten, ihn mit nach Hause zu nehmen und als Pflegestelle zu fungieren. Dort angekommen, hat sich Gramsci auf Anhieb wohl gefühlt und mit allen im Haushalt lebenden Artgenossen und den Kindern prima verstanden.

Was sollen wir sagen, Gramsci hat sich ganz wunderbar erholt und genießt sein Hundeleben in seinem sardischen Pflegezuhause mit jeder Faser seines geschundenen Körpers und seiner empfindsamen Seele.

Und zur absoluten Krönung seiner Lebensgeschichte hat sich die sardische Pflegemama unsterblich in den zauberhaften Gramsci verliebt und beschlossen, ihn fest zu adoptieren. Das ist für Gramsci der Sechser im Lotto schlechthin!

Sehen Sie hier ein kleines Video mit Gramsci.

Wir sind überglücklich, dass diese bemitleidenswerte Hundeseele, endlich das Leben leben darf, dass er verdient hat - in Sicherheit, Liebe, Respekt und Fürsorge und in der Gemeinschaft mit seinem Menschen und seinen Brüdern und Schwestern.

Gramsci, Du kleiner großer Glückspilz, wir sind stolz und glücklich über diese wundervolle Entwicklung und verabschieden Dich als SOS-Tier mit dem von ganzem Herzen kommenden Wunsch, dass Du glücklich und zufrieden bis ans Ende Deiner Tage ein geliebtes, gesundes und artgerechtes Hundeleben führen darfst!

Alles Glück der Welt sei Dir beschieden, Gramsci, das Abenteuer Leben wartet auf Dich!