Amedeo

 

Amedeo - eine sardische Perle ist gegangen - im stolzen Alter von 20 Jahren!

Wer hätte das gedacht, als Amedeo am 8.7.2010 zu uns kam, dass er über 6 gemeinsame Jahre mit uns verbringen kann?  Seine Ausreise aus dem Refugio in Olbia wurde ja damals auch vom Bayerischen Rundfunk aufgenommen und ausgestrahlt. Er war bei den 75 übrig gebliebenen Hunden dabei, die seit anfangs des Rufugios dort lebten. 13 Jahre war er alt, als er zu uns kam. Es war bei ihm "nur" Liebe auf den zweiten Blick.  Wer weiß, ob er überhaupt in Frage gekommen wäre, wenn Frau Bormann-Rolfs mich nicht auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Zum Glück war sie auch sehr bedacht, ihn zu vermitteln, denn sonst hätten wir womöglich auf die letzten sechseinhalb Jahre verzichten müssen, und dafür bin ich sehr dankbar.

Er kam ganz schüchtern an und hat sich die ersten Tage im Garten in der Ecke ein Loch gegraben, und da ist er fast den ganzen Tag in der Sonne und im  Schatten gelegen. Er kam anfangs ungern rein ins Haus, obwohl er doch ein schönes weiches Hundebett hatte. Dafür, dass er ja eigentlich Nichts kannte, hatte er sich relativ schnell eingelebt und eingewöhnt. Nach einigen Wochen mussten wir ihm leider eine Kralle samt Zehe entfernen lassen, welche er bereits entzündet aus Sardinien mitgebracht hatte. Aber das störte ihn nicht, er war tapfer, der kleine Kerl. Er zeigte keinen Schmerz, hauptsache,  er war wieder Zuhause, im Haus und im Garten. Er wurde ein richtig toller Hund, mit einem ganz liebenswerten Charakter. Man kannte von ihm nicht, dass er böse wurde und im Laufe der Zeit hatte er sich zu einer richtigen Schmusekatze entwickelt, allerdings mit der Tatsache, dass er entscheidet, wann gekrault wird. Da gab es dann immer ein Schieben mit ihm und Octavia; wer von beiden die Streicheleinheiten abbekommt. Aber das konnte immer gut verteilt werden.

Er hat auch immer den Eindruck vermittelt, als wolle er die verlorene Zeit, ohne warmen, weichem Bett und Korb, ohne Garten und Liebe und Zuneigung, als wolle er diese Zeit aufholen. Denn 13 Jahre im Tierheim sind einfach eine zu lange Zeit.

Autofahren hat ihm - im Gegensatz zu Octavia- immer gefallen, selbst jetzt noch im Alter und trotz Altersschwäche. Hauptsache er war dabei. Mit der Zeit, im Laufe der letzten Jahre hat dann sein Gehör nachgelassen, da hat er sich dann einfach an Octavia orientiert und es hat geklappt. Besonders aber im vergangenen Jahr hat er angefangen abzubauen, da merkte man schon deutlich, dass er nicht mehr weit laufen möchte, was auch kein Problem war. So ist er einfach in den Garten gegangen um dort zu schnüffeln und auch seine Notdurft zu verrichten, trotzdem hat er es sich nicht nehmen lassen, selbst bis zum Ende, einmal ums ganze Haus herum zu laufen, oft ist er dabei bei der Nachbarin angekommen.

Die letzten Monate und Wochen waren dann richtig aufreibend, für Amedeo und für uns. Obwohl er sich zuhause gut zurecht gefunden hat, konnte er leider seinen Urin und Kot nicht mehr halten. Da ist er, wenn er seinem Bett gelegen hatte, einfach aufgestanden und hat zu pinkeln angefangen. Und auch seinen Kot konnte er nicht mehr halten, da war es ihm egal, ob er im Garten ist oder reinkommt und dann einfach im Haus kotet. Aber egal, es gibt ja Wasser und wir haben einen Naßsauger, da war das alles kein Problem; alle drei Tage wurde dann eben sein Hundebett und die Hundedecken gewaschen, -dafür gibt es ja schließlich eine Waschmaschine-.  Sein größtes Problem waren in den letzten Wochen seine Hinterbeine. Da ist er stellenweise nicht mehr alleine hochgekommen, da musste ihm jedesmal aufgeholfen werden, wenn er am Boden lag. Und er konnte das gut, am Boden liegen, jammern und winseln bis man ihm auf die Beine hilft, sich einmal im Kreis drehen und um sich wieder auf die selbe Stelle hinzulegen. Ja, so war der Amedeo..... Die letzten Monate konnte ich, konnten wir keine Nacht durchschlafen, weil er immer mal aufgestanden ist von seinem Bett und hat sich dann irgendwo hingelegt, von wo er leider nicht mehr hochkam. Da hat er dann zu jammern und  zu jaulen angefangen, bis ihm aufgeholfen wurde, was er sonst nicht gemacht hatte. So schließt sich leider der Kreis. Als er zu uns kam hatte er in den ersten Tagen nachts immer den Mond angejault, die letzten Wochen hatte er gejault, damit man ihm aufhilft, was man so garnicht von ihm kannte.

Man hat es auch gemerkt, es war ein Greuel für ihn, wenn er in die Wohnung gekotet hatte, dabei auf hingefallen war und im Kot lag und dann nicht mehr von alleine hochgekommen ist, das sah man ihm auch an, wie schlimm es für ihn war. So ein stolzer Hund... und muss dann im eigenen Urin und Kot liegen. Ich hätte garnicht so lange gewartet, aber wenn er auf den Beinen war, -und es gab ja auch gute Tage, an denen er von alleine wieder mit den Beinen hochkam,- da ist der dann ständig durchs Haus geflitzt und gewuselt. Da war er nicht zu bändigen. Aber leider nahmen diese Tage in letzter Zeit deutlich ab. Ja und zum Ende zu war es dann sogar so, dass er nicht einmal im Garten, im Gras oder auf der Terrasse von alleine hochgekommen ist. So wurde es leider immer schlimmer mit ihm. Er wurde dann so panisch weil er nicht mehr hochkam, dass er so gejault hat, dass es einem durch Mark und Bein ging. Und das führte mich zum Entschluss, ihn gehen zu lassen. Ich sagte immer, er soll es so gut wie nur möglich haben und er soll nie Schmerzen erleiden müssen. Wenn man liebt, dann muss man auch loslassen können, wenn es notwendig ist. Ja und so wurde Amedeo am Freitag dem 24.2. abends von der Tierärztin erlöst. Er ging ganz friedlich, so hat er zum Abschied noch ein letztes Mal mit seiner Rute gewedelt.

Oh Amedeo, du fehlst! Du fehlst Zuhause, du fehlst uns, du fehlst Octavia. Was ganz merkwürdig ist, sie hat dir von Anfang an gezeigt, dass sie im Rudel vor dir kommt, aber du konntest das gut ignorieren. Du hast dich auch nicht einschüchtern lassen, und hast dich trotzdem zu ihr in den Korb oder aufs Bett gelegt. Ja und jetzt, da fehlst du ihr. - Diese Bilder wo beide zusammen auf dem Hundebett oder im Korb liegen, liebe ich besonders. Und in letzter Zeit haben die beiden das verstärkt gemacht, auch Octavia hat sich zu ihm gelegt, sich vor ihn gesetzt, als hätten sie es gewusst, dass er bald gehen muss...- Sie ist seit deinem Ableben nicht mehr die selbe und uns, mir ganz besonders, fehlst du auch. Ich erinnere mich gerne an deine wunderschönen braunen Teddyaugen; ja du warst ein ganz besonderer Hund! Danke für die letzten 6,5 Jahre, die entschädigen auch wirklich Alles! Danke, dass ich, dass wir dich kennen durften und viel zusammen erleben durften! Dafür bin ich ganz arg dankbar! Es war eine schöne Zeit mit uns.

Danke Frau Martin, dass Sie uns die letzten Jahre begleitet haben, bei allem was geschah! Danke Frau Bormann-Rolfs, dass Sie damals so hartnäckig waren und ihn nur gut angepriesen haben, ihn mir vermittelt haben, und Danke an Respektiere, dass wir diese doch relativ lange Zeit mit ihm erleben und verbringen durften!

Ciao Amedo, Danke für Alles!
 
So möchte ich mit einer alten Geschichte enden:

Wenn ein Tier verstorben ist, geht es an einen Ort, genannt die Regenbogenbrücke.
Dort sind Wiesen und Hügel für all unsere besonderen Freunde, so dass sie zusammen spielen und rennen können. Dort gibt es im Überfluss Essen, Wasser und Sonnenschein und unsere Freunde haben es warm und bequem. All die Tiere, die krank und alt waren, erhalten ihre Gesundheit und Kraft wieder. Welche, die verletzt und schwach waren, sind wieder geheilt und stark, gerade so wie wir uns an sie erinnern in unseren Träumen vergangener Tage.
Die Tiere sind glücklich und zufrieden, ausser einer kleinen Sache, jeder von ihnen  vermisst jemanden ganz eigenen, den er zurück gelassen hat. Sie alle springen und toben zusammen, bis der Tag kommt an dem eines von ihnen plötzlich stoppt und in die Ferne schaut. Die Augen glänzen, der Körper zittert angespannt. Plötzlich beginnt das Tier weg von der Gruppe zu rennen, fliegt über das grüne Gras, die Beine tragen es schneller und schneller.
Du bist zur Stelle, und wenn du und dein Freund endlich zusammen trefft, umarmt ihr euch im freudigen Wiedersehen und werdet nie mehr getrennt. Glückliche Küsse treffen dein Gesicht, deine Hand streichelt wieder den geliebten Kopf und du blickst tief in die treuen Augen deines Tieres, das so lange von dir gegangen war, aber nie fort aus deinem Herzen war. Dann geht ihr  zusammen über die Regenbogenbrücke.


Wir danken Amedeos Familie vom Herzen, dass sie ihm noch viele schöne Jahre geschenkt haben. Trotz seiner bereits stolzen 13 Jahre ist sein Wunschtraum in Erfüllung gegangen und er hat noch erfahren dürfen, wie schön ein Hundeleben sein kann.

Hier gelangen Sie zu seiner Happy-End-Seite aus 2010.