Mammolo

 

Folgende Zeilen haben wir von Mammolo`s Familie erhalten:

 

 

Mein lieber kleiner Fussel oder kleiner Mann, wie dich Jan, unser Sohn,  immer nannte.

 

Heute ist es schon über eine Woche her, dass wir dich über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, aber deine Krankheit war so weit fortgeschritten, dass die Ärztin nichts mehr für dich tun konnte. So schiefst du in meinen Armen ein.

Ich weiss noch, wie du zu uns kamst, am Flughafen haben wir dich abgeholt und erstmal in Horsts Büro gestellt, damit du dich an uns gewöhnen konntest. Die nächsten Tage hast du dann hier oben verbracht und dich häufig versteckt und uns suchen lassen, mal unter den Schreibtischen mal oben auf den Regalen. Dann bist du in den Keller "umgezogen", da du dich da sicherer fühltest. Im Keller bekamst du deine Mahlzeiten und Zuwendung, soweit du sie wolltest und hattest deine Katzentoiletten parat, da du anfangs immer in sämtliche Kartons Pipi gemacht hast, fanden wir das auch besser.  Als du dann ins Wohnzimmer kamst, hat Neo dich beschnuppert und dir gleich klar gemacht, wer der Chef ist, dass hast du auch bis zum Schluss akzeptiert. Du warst überhaupt ein liebes, sanftes Katerchen, das uns alle mit seinen großen Augen und seiner Art bezaubert hat. Die erste Zeit haben wir dich nicht raus gelassen, da bei uns eine Baustelle war und wir befürchteten, dass du nicht zurück kämst. Aber dann haben wir gesehen, dass das Unsinn war, du warst zwar sehr gerne draussen, aber du wusstest auch, wo dein Zuhause war. Anfangs habe ich dich immer gesucht, wenn du nicht mit Neo reinkamst, aber dann warst du nur wieder Neues erkunden. Vor allen Dingen der Kirchgarten hatte es dir angetan, wo auch Mäuschen und Vögel waren, du hast aber nie eins von beiden mitgebracht  - zum Glück!

Den Sommer hast du im Garten verbracht, in den Büschen gelegen und gechillt. Du warst ein Meister im Tupperdosenöffnen. Wenn du was gerochen hattest, dann liess dir das keine Ruhe. Was  haben wir gelacht, wenn du mit einer Dose "beschäftigt" warst .Als wir dann deine Impfungen komplettieren lassen wollten, haben wir vorsichtshalber Blut abnehmen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass dein Crea-Wert bei 5.4 war, und das hiess, dass wir dich zukünftig infudieren lassen mussten. Da es jedesmal Aufregung für dich bedeutete, wenn du  zur Ärztin musstest, habe ich das dann irgendwann selbst gemacht. Du warst so tapfer und hast es über dich ergehen lassen, auch, wenn ich dich vorher immer einfangen musste, was nicht immer so einfach war. Aber mit der Zeit bekamen wir Routine, auch wenn wir beide immer froh waren, wenn es vorbei war. Du hast weiterhin mit Neo gespielt, auch mal gezankt, aber es hielt sich immer im Rahmen. Neo hat dich auch sehr geliebt, das konnte man daran sehen, dass er ganz nervös war, wenn du noch draussen warst und beim reinkommen hat der dich dann abgeleckt. Er hat dich hier auch "eingewiesen" mit seinem Gegrummel, was wir natürlich nicht verstanden haben, aber du bist dann z.B. immer auf unserer Strassenseite geblieben.

Neo sucht dich auch noch immer, hat er doch seinen Freund verloren, mit dem er zusammen das Dreamteam war. Was habe ich die Zeiten geliebt, in den ihr zusammen gefressen oder euch auch zum Schmusen und Schlafen gemeinsam auf den Kratzbaum gelegt habt. Genauso habe ich  es geliebt, wenn du morgens oder abends zum Schmusen in mein Bett kamst. Das Geräusch deines Schnurrens werde ich niemals vergessen! Als es dann zu Ende ging, wolltest du nichts mehr fressen und zogst dich zurück. Wenn man dich aufhob, maunztest du, als wolltest du fragen: "Kannst du mir nicht helfen?". Bei unserem letzten Arztbesuch hoffte ich noch, dass du was mit den Zähnchen hättest, aber das verneinte Frau Doktor. Sie erklärte mir, dass du aufgrund von dauernder Übelkeit soviel Speichel im Mäulchen hättest, dein Körper wäre schon dabei, sich zu vergiften, eine Niere wäre auch doppelt so groß wie die andere. Nach der Blutkontrolle wussten wir dann genau Bescheid. Der Crea-Wert war auf dem Gerät nicht mehr zu messen (>13).

Das bedeutete für mich, dass ich dich gehen lassen musste, wenn ich dich nicht noch quälen wollte. So bist du nur acht Jahre alt geworden, wovon du 16 Monate bei uns gelebt hast. Ich hoffe, du hast diese Zeit genauso genossen wie wir, vor allen Dingen ich, mein Fusselchen. Du hast jetzt ein Grab im Kirchgarten, wo du immer so gerne rumgestromert bist und liegst neben unserer Elli, die wir 17 Monate vorher verloren haben. Du solltest eigentlich uralt werden! Aber der liebe Gott hat es anders gemeint. Jetzt trauere ich um dich, dabei weiss ich, dass du das gar nicht willst, dass ich weine, aber du bist jede Träne wert! Ich danke dir für die wunderbare Zeit, die wir zusammen verbringen durften!!

 

 

Wir werden dich nie vergessen! Bis demnächst im Himmel! Deine Familie