Emilio (12.08.2016)

 

Emilio - Zufall oder doch Schicksal?

Im November 2015, als ich das Rifugio in S. Teresa besucht habe, lernte ich auch Emilio kennen. Schnell hatte der wuschelige Charmeur mein Herz erobert, das wäre mein Hund, hätten wir nicht schon drei zuhause... Mir war klar welch einen Schatz ich da gefunden hatte und auch wenn ich ihm kein Zuhause bieten könnte, so wollte ich ihn doch sobald es möglich wäre nach Deutschland holen. Aber die Wochen vergingen und immer wieder kam etwas anderes dazwischen, so freute ich mich ganz besonders, als meine Kollegin dann überlegte, Emilio in Pflege zu nehmen und er endlich im Mai in Deutschland ankam. Hier zeigte er, dass mein Eindruck auf Sardinien nicht zuviel versprochen hatte und so war es auch kein Wunder, dass er schon nach kurzer Zeit seine eigene Familie fand.

Doch schon ein paar Tage später erhielten wir die ernüchternde Nachricht: Emilios Mittelmeertest war in vier Bereichen positiv, Emilio also eigentlich todkrank. Er zeigte auch bereits Symptome und so gab die Familie ihn schweren Herzens zurück, da sie sich mit dieser Situation überfordert fühlte und Angst hatte. Sie hatten gerade erst einen Hund verloren und wollten sich in dieser Situation nicht zu sehr binden, somit konnte er auch nicht in Pflege bei Ihnen bleiben.

Auch für uns war das alles ein großer Schock, der Befund gewaltig. Dazu kam die Frage: Wohin nun mit Emilio? Zu meiner Kollegin wollten wir ihn zur Sicherheit, wegen der noch sehr kleinen Kinder, nicht geben, eine Pension kam in dieser Situation nun gar nicht in Frage… So griff wohl doch das Schicksal als mein Mann und ich uns entschieden, Emilio erst einmal aufzunehmen und die notwendige Behandlung zu beginnen. Dann sollte in Ruhe eine andere Pflegestelle gesucht werden…

Doch es kam anders…Emilio kam und es war, als käme er endlich nach Hause. Unser ganzes Rudel hat ihn sofort mit offenen Pfoten empfangen, selbst die Katzen schlossen ihn schnell ins Herz. Jeannie unsere jüngste Sardin schien froh zu sein, endlich wieder einen großen „Bruder“ zu haben und zumindest mein Herz schmolz mit jedem Blick dahin. Herrchen mussten wir noch etwas überzeugen, vier Hunde sind halt doch noch mal eine Hausnummer, das wollte genau überlegt sein, aber nach ein paar Tagen war klar, egal wie lange unsere gemeinsame Zeit wird, Emilio sollte nicht noch einmal sein Zuhause verlieren.

Anfangs haben wir uns große Sorgen gemacht, da die Erkrankungen ihn doch sehr geschwächt hatten und wir nicht sicher waren, ob wir mit der Behandlung wirklich Erfolg haben würden. Zwischenzeitlich sind einige Wochen vergangen, die ersten Behandlungen abgeschlossen und wir können sagen: Emilio lebt jeden Tag mehr auf. Er tobt und spielt, ist immer dabei, eben unser Schatten. Wir sind glücklich, diesen sanften Bär bei uns zu haben und möchten ihn nie mehr missen. Irgendwann wird der Tag zwar kommen, aber nicht heute, nicht morgen und ganz sicher auch noch lange nicht.  Die Krankheiten machen uns keine Angst, wir genießen die Zeit und werden wenn nötig immer wieder kämpfen für „unseren Sonnenschein“.

Seit 12.08.2016 ist er nun offizielles Familienmitglied  und macht mit seinen „Geschwistern“ die Felder von Wickrathhahn unsicher.