Lilly und Justus (10.08.)
"Liebe Juliane,

normalerweise sind es die Menschen, die auf einer Regenbogenseite um ihre Tiere trauern, jetzt ist es umgekehrt. Es war Dein letzter und einziger großer Wunsch, ein Zuhause für uns zu finden, bevor Deine Zeit im Hospiz viel zu schnell abgelaufen ist und Du noch so jung über die Regenbogenbrücke gehen musstest. Leider ging alles so schnell, dass Du es nicht mehr miterleben konntest, wie wir umziehen konnten, aber noch vor Deiner Beerdigung durften wir in ein wunderbares Zuhause einziehen.

Wenn Du uns jetzt sehen könntest, wärest Du sehr zufrieden. Wir leben jetzt in der Eifel und es ist ein wenig wie im Fernsehen. Unser neues Frauchen hat eine Landarztpraxis, und es gibt jetzt acht Hände, die uns streicheln, genau richtig für 4 Katzen. Ja, hier leben noch zwei ältere Katzen, Miss Marple, die grosse Mäusefängerin, und Miss Moneypenny, die Haus und Terasse bewacht. Wir haben einen riesigen Garten, und wenn wir dann nach der Eingewöhnungszeit auch mit raus dürfen, wird Miss Marple mir beibringen, wie man Mäuse fängt.

Ich sehe übrigens jetzt aus, wie ein geschorener Pudel, fühlt sich aber gut an, das Fell ist gar nicht mehr verklebt und wird jetzt jeden Tag gebürstet. Die Menschen hier sagen, ich wäre jetzt der Pascha, weil ich immer nur gestreichelt werden möchte und die Menschen nie aus den Augen lasse. Ich liege mit an der Badewanne und im Bett, und meistens bewache ich die Kühlschranktür, denn da sind die besten Sachen drin.

Lilly hat ein bisschen länger gebraucht, um sich einzugewöhnen, dafür hat sie einen riesigen Kratzbaum ganz für sich alleine und wartet schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie endlich in den Garten darf. Du brauchst Dir um uns wirklich keine Sorgen machen, und bis wir uns wiedersehen, machen wir noch die Eifel unsicher!

Lilly und Justus"