Bolivar (24.08.2008)
Bolivar wird bei mir bleiben! Er hat sich im Laufe der Monate, die ich ihn betreut habe, dermaßen an mich gebunden, dass ich ihm ungerne die Trennung zumuten möchte. Bolivar hatte ich vor einiger Zeit als ersten der Welpen von seiner Mutter, der Kettenhündin, weggenommen. Als ich ihn das erste Mal sah, hatte er eine sehr stark angeschwollene Hüfte. Die Halterin der Kettenhündin meinte damals, sicherlich hätte Bolivar sich ernsthaft an der Kette seiner Mutter verletzt. Die Röntgenaufnahmen in der Klinik bestätigten diese Theorie. Bolivar hatte sich aufgrund der Kette, an der seine Mutter lebt, einen Femurkopfbruch zugezogen. Er wurde in Olbia operiert.

Es gab Interessenten aus Deutschland, eine sehr nette Familie. Sicherlich habe ich den aktuellen Zustand von Bolivar nicht ausreichend geschildert. Ich kenne den Kleinen nur so, wie er ist, und bin so viel Elend gewohnt, dass Bolivar für mich ein ganz normaler Hund ohne Handicap und Einschränkung ist. Seine Interessenten haben das sicherlich mit anderen Augen gesehen, das wurde mir bewusst, als wir uns trafen.

Danach habe ich dann entschieden, Bolivar zu behalten. Das, was die sardischen Tierärzte für Bolivar tun können, haben sie getan. Falls es nicht ausreichend war, kann ich Bolivar versprechen, dass ich immer zu ihm stehe und ihn auch im Alter pflege. Meine  deutschen Kollegen sehen meine Entscheidung als egoistisch an, aber ich halte daran fest. Schließlich möchte ich Bolivar auch als Erinnerung an seinen unglücklichen Bruder Bali behalten. Bali wurde nach seiner Ankunft in Deutschland auf der Autobahn überfahren.

Giuseppina Gossi