Agate (28.07.)
Agate kam zu uns und war wohl das ängstlichste Pflegetier, was wir je hatten. Die ersten 4 Wochen verkroch sie sich nur unter einem Küchenschrank. Es hat Tage gedauert, bis wir bemerkten, das sie wenigstens nachts hervorkam, um zu fressen. Ich hatte schon Panik, dass sie mir verhungert.

Dann kam sie auch tagsüber, wenn alles ruhig war, aus ihrem Versteck. Wir bewegten uns keinen Millimeter und verhielten uns ganz ruhig, um sie nicht wieder zu erschrecken. Sobald wir eine Bewegung machten, war sie wieder verschwunden. So ging das über Wochen. Irgendwann hatte sie wohl begriffen, das wir ihr nichts Böses wollten, und blieb dann auch schon mal sitzen, wenn sich jemand in ihrer Nähe aufhielt. Über diese kleinen Fortschritte haben wir uns wahnsinnig gefreut. Nun endlich konnten wir sehen, was Agate doch für eine kleine Schönheit war. Sie fing an, ihre  Umgebung zu erkunden, und suchte auch den Anschluss an unsere anderen Vierbeiner. Die kleinen Maus gab Köpfchen, sobald eine der anderen Katzen oder Hunde ins  Zimmer kamen. Es war schön anzusehen, wie sie ganz langsam ihre Scheu verlor. Doch leider blieb ihre Ängstlichkeit. Jeder Versuch, sich ihr mit der Hand zu nähern, scheiterte. Immer wieder versuchten wir es mit Leckereien, aber nichts half.

Während eines Deutschlandspiel bei der EM hielten wir alle den Atem an. Agate sprang aufs Sofa und setze sich freiwillig zu uns. Solange sie in Ruhe gelassen wurde, blieb sie dort auch sitzen. Das war für uns ein sehr schöner Moment, der sich allerdings nicht sehr oft wiederholte.

Um so glücklicher sind wir, dass es Menschen gibt, die auch solch einem Tier eine Chance geben. Sicher wird es am Anfang wieder sehr schwer für Agate und ihre neuen "Dosis" werden. Aber mit viel Geduld wird es Agate wieder schaffen, und vielleicht verliert sie irgendwann auch ihre Ängstlichkeit.

Wir wünschen dir alle viel Glück in deinem neuen Zuhause. Mach es gut, kleine schöne Maus!

Deine Pflegefamilie