| Lucignolo (29.07.2008) |
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hier ein paar Eindrücke vom 07.07.2008.... Lucignolo: Der kleine Strubbel heißt jetzt Mohawk, auf das der neue Name ihm Glück und Gesundheit beschert. Gefunden hab' ich ihn unter www.zergportal.de, nachdem ich während eines Waldspaziergangs eine junge Frau mit einer großen, braunen Labbi-Hündin getroffen hatte, die mir diese Adresse empfohlen hat. Nach einigen Telefonaten und einer Vorkontrolle wurde er dann in einen Flieger gesetzt und nach Köln verfrachtet. Yukon (mein kleiner Schnauzer-Spitz-Mix) war mit von der Partie und mochte es offensichtlich gar nicht zwischen all den unbekannten Menschen auf den Neuen zu warten. Als Mohawk von Vera in einer großen Transportbox in die Ankunftshalle geschoben wurde, konnte ich endlich einen ersten kurzen Blick auf ihn werfen, wenn auch nur durch die Gitterstäbe seiner Box. Es schien, als ob dreiviertel der Box leer waren und sich nichts Lebendiges mehr in ihr aufhalten würde. Nachdem Austausch der Papiere gingen wir dann erstmal ins Freie um Mohawk die Möglichkeit zu geben sich zu erleichtern und damit die beiden Kontrahenten sind ein erstes Mal be- schnuppern konnten. Er machte einen leicht benebelten Eindruck, wohl aufgrund des Beruhigungsmittels. Mir viel sofort sein schönes Fell auf und ebenso sein dürres Klappergestell. Mohawk kam langsam und unsicher aus der Box und zeigte ein leichtes Schwanzwedeln, jedoch mit stark eingeklemmter Rute und in unterwürfiger Haltung. Wir hatten sofort den Eindruck, dass er sich ein wenig freut über all die Zweibeiner, die freundlich auf ihn einredeten. Später wurde mir klar, dass das sein Standardverhalten in für ihn undurchsichtigen Situationen ist und nicht wirklich 'was mit wahrer Freude zu tun hat. Die beiden Vierbeiner beschnupperten sich und Yukon nutzte die Gelegenheit für's Geschäft. Beide machten einen freundichen, interessierten Eindruck, wenn auch sehr ruhig und verhalten. Frau Jungnickel führte Mohawk am Geschirr zum Auto und als sich herausstellte, dass er sich nicht wirklich sicher war ob er einfach so mitgehen sollte, trug sie ihn sicherheitshalber kurzerhand bis in seine neue Box im Wagen. Die Fahrt verlief angenehm ruhig, Yukon schlief erleichtert im Fußraum des Beifahrersplatzes und Mohawk döste auf der Rückbank in seiner Box. Hin und wieder hab' ich ihm ein Leckerli zugesteckt, aber das schien ihm nicht wirklich zu schmecken. Zuhause angekommen, ich glaube es war so gegen 20:00 Uhr, hab' ich ihn mit samt der Box aus dem Wagen in den Garten getragen. Dort konnte er sich in Ruhe umschauen und näheren Kontakt zu Yukon aufnehmen. Yukon inspizierte dann auch gleich mal diese komische Box des Neuankömmlings und verdrückte dabei die liegengebliebenen Leckerli-Reste. Mohawk fing dann an den Garten und den Teich zu inspizieren. Er trank aus dem Teich und ging dabei vor wie ein Bulldozer. Schnauze in Wasser, Mund auf und nach vorne tapsen. Was kurz darauf folgte war klar.... röchel, röchel, röchel..... dann das ganze nocheinmal. Ich hab' mir das 'ne Zeit lang angeschaut und dachte, dass er schon merkt das der Teich zur Mitte hin tiefer wird. Weit gefehlt!.... Und platsch.... drinn ist er. Dann zurück zum Ufer gepaddelt, ausgiebig geschüttelt und der Rest des Gartens wurde untersucht. Jedesmal wenn er ein unbekanntes Geräusch gehört hat ist er blitzartig in den Sträuchern verschwunden. Es hat allerdings nie lange gedauert, bis er seinen Kopf wieder herausgesteckt hat, die Neugierde war viel zu groß. Ich ging 'rein und dachte ein bißchen Leberwurst würde einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Er war sofort Feuer und Flamme und man mußte gut aufpassen, dass die Finger an der Hand blieben. Im Gegensatz zu heute war er am ersten Tag nicht besonders feinfühlig. Yukon war mehr als glücklich über den Vierbeiner und gab sich alle Mühe Mohawk zum Tanz aufzufordern, was ihm aber nicht gelang. Die neue Umgebung, die vielen unbekannten Geräusche, da war natürlich keine Zeit um locker ein Spielchen zu wagen.... Also hat der kleine Graue irgendwann aufgegeben und begnügte sich mit dem Beobachten des neuen Kumpels. Ich dachte mir er könnte vielleicht 'was "Richtiges" gebrauchen und hab' ein wenig Trockenfutter geholt. Erster Teller, zweiter Teller, dritter Teller - so... gut... jetzt muß aber Schluß sein, der Magen einesWolfes fasst 8 kg aber er ist ja kein Wolf und was sein Magen so aushält wußte ich ja auch nicht. Es war Zeit mal zu prüfen wieviel Aufwand wohl nötig war um ihn ins Haus zu bekommen. Wie sich ca. zwei Sekunden später herausstellte....gar kein Aufwand. Die Tür war noch nicht ganz auf, da war er auch schon drinnen. Das "im Haus sein" schien jedoch deutlich aufregender zu sein als der Garten. Mohawk lief ohne Pause von einer zur anderen Ecke, so als könne er weder die Bremse noch die Parkposition finden. Was er dann jedoch gefunden hat, war die fast leere Leberwurst auf dem Küchentisch. Klar war sofort, dass ich die Leberwurst wiederhaben wollte, aber klar war ebenfalls, dass er das freiwillig nicht tun würde. Ich hab's zuerst mit "Aus" versucht, wohlwissend das er dieses Kommando wohl nicht kannte. Das sorgte aber nur dafür, dass er die ganze Hülle immer tiefer in den Mund nahm. Ich wußte nicht, ob er es fertigbringt die ganze Hülle komplett 'runterzuschlucken, wollte es aber auch nicht wirklich herausfinden und packte einfach beherzt das noch herausguckende Ende der Wurst. In dem Moment ging mir durch den Kopf, dass er ein unterernährter, nicht an den Menschen gewöhnter Hund war, der es geschafft hatte das letzte Viertel einer schmackhaften Leberwurst zu stibitzen. Da war klar, was das im ungünstigsten Fall bedeutete.... Egal, er sollte von Anfang an wissen, wie der Hase ab jetzt läuft. Ich blieb also bei der Taktik und hab' ihm mit deutlicher aber ruhiger Stimme immer wieder "Aus" gesagt.....endlich er gab die Wurst frei. Kein knurren, kein Leftzen hochziehen... das war ja einfach. Anschließend ging's wieder in den Garten.... Mittlerweile war es dunkel geworden und schon kurz vor Mitternacht. Was mir allmählich auffiel war die Tatsache, dass er noch nicht einmal sein kleines Geschäft gemacht hatte. Groß ja, klein nein....ins Haus gehen und später schlafen gehen war unter diesen Umständen keine gut Idee. Da Yukon auch nicht im Garten macht, dachte ich mir ein kleiner Spaziergang wäre 'ne gute Sache. Auf der anderen Seite wollte ich den Neuankömmling nicht überfordern. Egal, ohne "Geschäft" hatte ich keine Ruhe, außerdem kam mir das ein wenig spanisch vor. Also mußte Yukon herhalten um zu zeigen, dass das Anlegen eines Geschirr's kein Weltuntergang ist. Das Ganze zweimal vor seinen aufmerksamen Augen durchgeführt und jetzt war Mohawk an der Reihe. Langsam über den Kopf, rechts und links festmachen, kein Mucks kein Wegziehen...na ja... eigenartig aber angenehm. Jetzt noch die Leine dran und los. Ab zum Gatentor und.... da versucht er schon die Leine zu kappen...ok, war ja zu erwarten. Ein paar Mal "Nein" gesagt, extra nicht unfreundlich, sondern sehr ruhig und weiter ging's. Der Spaziergang lief so 15 bis 20 Minuten, aber gebracht hat er nichts. Wieder kein kleines Geschäft..... super und wat nu? Wieder im Garten angekommen war es nun schon ziemlich spät und dementsprechend ruhig um den Garten herum. Die Leine abgemacht.... und siehe da....der neue hat Bock zu spielen. Toll, warum auch nicht, etwas Abwechslung tut immer gut. Die beiden fangen an so richtig loszulegen.....von der einen Seite des Gartens zur anderen Seite und wieder zurück und wieder von vorne. Nach einer ganzen Weile dann die abrupte Bremse .... quietsch....stopp.........Pinkelpause! Endlich!!!! Geht doch,.....mitten in den Wasserlauf. Gut, dann jetzt 'rein in die Bude und Schluß für heute...... Drinnen angekommen hab' ich erstmal 'ne Decke in die Waschküche gelegt um Mohawk komplett zu inspizieren und zu bürsten. Klar Yukon hat sofort die Decke belegt und als der Neue dann schnüffelnderweise in Richtung Decke lief gingen erstmal die Leftzen hoch und es wurde klargemacht wessen Decke das war. "Nein" ...., da hatte jemand die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Logisch, dass das nicht Yukon's Decke war, sondern meine. Nach Klarstellung war dann auch Ruhe und ich konnte Ausprobieren wie Mohawk so auf's Bürsten zu sprechen ist. Das Saubermachen und Bürsten war sehr einfach, da der Halunke kaum hingelegt schon die Augen zu machte, nach dem Motto "ich hab's gehabt für heute, laßt mich bloß in Ruhe". Die Gelegenheit hab' ich dann gleich mal genutzt um seine Ohren auch noch in Ruhe zu säubern. Nach einem vorherigen Blick, hätte ich eh nicht einschlafen können, die sahen nicht gerade angenehm aus. Hin und wieder hat er dann doch den Kopf gehoben um zu sehen was ich da eigentlich so anstelle, besonders wenn es um seinen Schwanz und die Hinterbeine ging. Irgendwann war ich dann durch, es war so gegen 3:30 und ich hatte jetzt auch die Nase voll, Zeit den Tag endlich zu beenden. Mohawk war gedanklich 'ne ziemliche Baustelle. Seine Zähne sahen schlimm aus, er hatte ein komisches Geschwulst unter dem Bauch (was sich später als harmloser Nabelbruch herausstellte), eine Blutuntersuchung stand an mit ungewissem Ausgang und ob die Ohren sauber blieben mußte man abwarten. Egal, jetzt erstmal ab ins Schlafzimmer, Yukon ging wie gewohnt in seine eigens angefertigte Hundebude in der Ecke. Mohawk war gleich begeistert von der Bude und lief ihm hinterher. Die plötzliche Enge in der Bude war Yukon dann doch nicht so ganz sympathisch und er verzog sich in den Sessel in der anderen Ecke. Mohawk schien glücklich zu sein in der Bude, da man dort von niemandem gestört werden konnte. Die Beiden haben glaube ich nur zweimal zusammen in der Bude genächtigt. Wenig später war das Einzige was ich im dunklen Zimmer von beiden noch hörte ein lautes und tiefes Einatmen und dann war wirklich Ruhe......... Nach vielen lustigen Zwischenfällen ist Mohawk heute ein absolut pflegeleichter Hund, der recht gut hört, perfekt folgt, absolut keinen Jagdtrieb hat (selbst im Schlepptau eines Deutsch Drahthaar's der Spurlaut gab, zeigte sich bei Mohawk nichts), im Haus ruhig ist und problemlos alleine bleiben kann. Auch sozialisiert ist er extrem gut, halt ein echter Pazifist. Sobald morgens das Licht angeht schmeißt er seinen Propeller an.......und jedesmal wenn man an ihm vorbeiläuft "verprügelt" er den Teppich. Schöne Grüsse Martin |







