Pedres

Mein Pedres.

Es ist so schwer, einen Abschied zu schreiben für meinen Pedres. Erstens weil ich noch nicht glauben kann, dass er nicht mehr da ist und zweitens, weil Deutsch meine Sprache nicht ist.
Dann denke ich an den Tag in Köln. Pedres kam an in einer riesigen Box. Ein kleines Häufchen Hund ganz hinten drin. Nur Knochen und Fell, ohne Haare.

Ich sah diese großen Augen, die mich so anguckten und war so emotioniert. Ich habe ihn geliebt von diesem Augenblick an und wir hatten überhaupt kein Problem mit unseren so verschiedenen Sprachen! Doch wussten wir immer, was der Andere sagen wollte. Seine Augen und Körpersprache und meine Stimme und Streichelkeiten.

Im Anfang war es schwierig; er wollte nur essen! Aber er war so abgemagert und wir mussten langsam anfangen, auch mit trinken. Er wollte alles gleich verarbeiten was angeboten wurde. Und was er nicht von mir bekommen hat, hat er geklaut! Nie habe ich so viel Geschirr verbraucht. Er hat es einfach vom Spülstein geschoben und Töpfe und Teller abgeleckt. Er war besser und schneller als meinen Spülmaschine. Wenn ich Einkäufe mit ins Haus gebracht hatte, musste ich sehr schnell auspacken; Pedres wusste dass ich immer solche leckeren Sachen in meinen Tüten hatte. Am liebsten hatte er Joghurt. Er öffnete selbst die Becher, ohne auch nur einen Tropfen zu verlieren! Auch Milchkartons öffnete er selbst. Wenn er mit einkaufen war, musste ich Pedres getrennt von meinen Einkaufstüten im Auto unterbringen, sonst hat er schon angefangen bevor wir zu Hause waren. So auch unsere erste Fahrt von Köln nach Pittenbach. Ich hatte eine Büffelhaut für ihn mitgenommen, aber er wollte erst mal gucken, was ich also normalerweise esse! Und er fing an mit meinem Joghurt, das ich mitgenommen hatte für unterwegs!

Er hat immer gutes Hundefutter bekommen, aber er hatte am liebsten Pasta! Pasta mit Hackfleisch und viel Knoblauch und Olivenöl. Was das betrifft war er ein echter Italiener. Wenn er nicht gegessen hat, hat er geschlafen. Am Anfang immer in meinem Bett. Da hat er sich sicher gefühlt. Leider war er später so inkontinent, dass er bei Luna auf dem Sofa geschlafen hat. Aber er war niemals alleine. Luna war so lieb zu ihm. Sie sorgte sogar für ihn. Als er dann letztendlich öfter nicht mehr wusste, wo er war, hat sie mich geholt, um den Pedres zu suchen.

Zwischen schlafen und essen hat er wirklich Lust, Gassi zu gehen. Er hat sich dann so gefreut. Dann hat er gebellt und seinen Schwanz konnte er nicht mehr bezwingen; sein ganzer Körper hat gewedelt. Er war niemals an der Leine; nur die allerersten Tage, um sich an sein neues Leben in Deutschland zu gewöhnen. Einmal war er verschwunden; ich hatte doch so eine Angst!! Als ich heim kam, war Pedres schon zu Hause; der Spaziergang hat ihm zu lange gedauert! Er war schon ins Bett gegangen. Er war so friedlich. Allen Tiere; Katzen, Hunde, mein Papagei, die Hühner, die Schweine; sogar die Mäuse in meinem Haus damals ist er friedlich begegnet und vor den großen Pferde hat er auch kein Angst; sie sollten ihm doch auch nichts tun, solange er freundlich war??? So war er auch gegenüber den Menschen. Er war so schlecht dran, als er nach Deutschland kam, aber sein Vertrauen hat er nie verloren.

Die letzten Monate war er öfter ganz durcheinander. Unser Tierarzt hat mich schon gewarnt. Pedres' Organe werden immer schlechter. Er war taub und fast blind. Aber er hat kein Weh und sein Essen hat ihm noch so gut geschmeckt! Dann kam der Tag, dass er nicht essen und trinken wollte.............nur ein Tag und am anderen Morgen lag er tot auf dem Sofa; Luna war neben Ihm und hat so fremd geguckt.

Ich habe ihn so geliebt und liebe ihn noch.........nur er ist nicht mehr da und das muss ich akzeptieren. Ich habe ihn beerdigt hinter meinem Bauernhof, wo er so oft auf der Wiese war, aber dieser Abschied was ich jetzt schreibe, ist so definitiv. Aber Pedres hat einen Abschied verdient auf der Regenbogenseite. Vielleicht ist es für die Leser schwierig zu lesen, was ich hier in meinem Nieder-Deutsch geschrieben habe, aber mein Pedres weiß es genau was ich meine.

Ich werde meinen kleinen Freund niemals vergessen. Er bleibt für immer in meinem Herzen. Vielen Dank an RespekTiere, dass ich diesen lieben Hund als Gnadenbrothund aufpäppeln durfte und dass wir vier Jahren so viel Liebe geben und empfangen durften.

 

Pedres, Du lieber Schatz, wir von RespekTiere behalten Dich in unseren Herzen und so traurig wir nun sind, dass Du den Weg über die Regenbogenbrücke angetreten hast, so glücklich sind wir auch, dass Du so ein gutes Leben bei Deinem lieben Frauchen führen durftest. Die Abschiedsworte Deines Frauchens und die Fotos zeigen deutlich, wie wunderbar glücklich Du gewesen sein musst.


Machs gut, alter Schatz, wir werden Dich nicht vergessen!