Caretto

 

So lange musste Caretto hinter Gittern unseres Partnertierheimes der LIDA Olbia sitzen zwischen Hoffnung und Bangen. So oft haben wir ihn besucht und uns gewünscht, dass sich endlich eine Familie findet, die diesen tollen und liebevollen Hund eine Chance gibt das Leben kennenzulernen. Die letzten Jahre mussten wir immer wieder mit ansehen, wie Du gealtert bist. Die Hoffnung wich von Jahr zu Jahr, ob Du es schaffen würdest oder ob wir Dich auch im Tierheim zu Grabe tragen müssten. Dann der Lichtblick, eine Familie meldete sich und es wurde Deine Familie. Als ich im Februar nach Olbia flog und Dich nur drei Tage später mitzunehmen und am Flughafen Dich zu übergeben, war ich selig. Es war immer mein großer Wunsch gewesen. Auf Sardinien aber, erwartete uns ein schweres Schicksal und wir mussten bangen ob wir Dich wirklich mit nach Deutschland nehmen konnten. Ein Schneesturm legte sich über die Insel und nach einem Autounfall, stundenlangem Aufenthalt bei der Polizei, kamen wir noch rechtzeitig zur Abreise an den Flughafen. Doch die Maschinen konnten nicht abheben. Du wurdest mit einem weiteren alten Kollegen, der auch seine Familie gefunden hatte, wieder in das Tierheim gebracht. Dabei hatte ich Dir noch zugeflüstert, dass Du für immer dort rauskommen würdest. Den ganzen Tag verbrachten wir am Flughafen. Es ging spät eine Maschine nach Deutschland, auf dieser Maschine durften wir aber keine Tiere mitnehmen. Mit zwei weiteren Kolleginnen entschlossen wir uns zu bleiben und auf Sardinien eine weitere Nacht zu verbringen, um Dich am nächsten Tag nach Deutschland zu bringen. Aber auch der nächste Tag sah nicht gut aus. Es gab keine Maschine, die Hunde mitnehmen konnte. Wir entschlossen uns zu einer Nothandlung. Wir buchten den Flug nach Düsseldorf über Rom und sagten uns, es ist ein Tag in Eurem bescheidenen Leben, den ihr jetzt in dieser Box durch die halbe Welt reisen müsst und dann seit ihr am Ziel angekommen und werdet nie wieder Leid erfahren.

In Rom landeten wir zwischen und mussten umsteigen. Ihr auch. Wir hielten das ganze Personal auf Trab um ganz sicher zu sein, dass Ihr Zwei mit an Bord seid, sogar die Stewardessen im neuen Flugzeug blieben nicht verschont. Zwei Tage lang hatte ich eine Standleitung zu Deinem neuen Frauchen, die alles möglich machte und hoffte und bangte, ob Du wohl endlich kommen würdest. Dann landeten wir endlich in Düsseldorf und Ihr beiden Senioren ward doch ziemlich entspannt nach der langen, turbulenten Reise. Ich konnte Dich nun endlich übergeben in eine stabile und sichere Zukunft. Am 13.02.12 bist Du in Dein Zuhause gezogen.

Viele Mails folgten, die mich zum Schmunzeln brachten. Ja, Du warst alt geworden und trotzdem bist Du richtig aufgeblüht. Hast es allen noch einmal gezeigt und Dein Leben in vollen Zügen genossen. Dein Frauchen war begeistert und hat Dir in vielen Situation geholfen. Nun auch in der schlimmsten Situation, die wir Menschen uns ausmalen, wenn wir unseren vierbeinigen Familienmitgliedern in die Augen schauen. Du hast abgebaut, Du begannst zu leiden, hast zum Schluss das Fressen verweigert. Es war der richtige Moment und dann hat Dein Frauchen die Konsequenz gezogen. Du durftest in ihrem Arm sanft und ruhig einschlafen. Wir sind alle sehr glücklich, dass Du es noch ein ganzes Jahr geschafft hast.

Jetzt heißt es Abschied nehmen. Abschied nehmen von einem wunderbaren Hund, den wir das letzte Lebensjahr in Liebe und Geborgenheit wussten. Wir alle sind traurig, haben Tränen vergossen, die eigentlich nicht rechtens sind. Denn Du bist einer, der es geschafft hat und wir hoffen, Dir werden noch viele folgen.

Mach's gut kleines Bärchen - unser Opi Caretto. Du wirst immer in unseren Herzen sein!