Tätigkeitsbericht 2007
respekTiere engagiert sich seit 1997 im präventiven Tierschutz und der Tiervermittlung. Der Verein respekTiere e.V. wurde 2003 mit dem ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zweck der Förderung des Tierschutzes, national sowie international auf Sardinien, gegründet. Mit Bescheinigung des Finanzamts München vom 1.12.2005, St.-Nr. 143/220/90308, ist respekTiere e.V. als gemeinnützigen Zwecken dienend und zu den in §5 Abs. 1, Ziffer 9 KStG bezeichneten Körperschaften gehörig als besonders förderungswürdig anerkannt. Eingetragen ist respekTiere e.V. im Vereinsregister unter Aktenzeichen VR 15511 beim Amtsgericht Köln, Registergericht.
Der Vorstand von respekTiere e.V. besteht aus drei Personen, die in der täglichen Vereinsarbeit von rund 40 Helfern unterstützt werden. Sowohl Vorstand als auch Helfer arbeiten rein ehrenamtlich.
Sämtliche Tierschutzaufgaben, denen sich respekTiere e.V. laut Satzung verschrieben hat, werden durch private Zuwendungen finanziert. Da sind zum einen die Fördermitglieder, die sich zwar nicht unbedingt aktiv innerhalb des Vereins betätigen, jedoch die Ziele und den Zweck des Vereins durch ihre Beiträge fördern und unterstützen. Zum anderen tragen Paten mit ihren regelmäßigen, längerfristig zugesagten Zuwendungen zur Grundsicherung unserer Arbeit bei. Dritte wichtige Säule bilden die Spender, die uns durch Einzelspenden unterstützen. Zum Ende des Jahres 2007 hatte respekTiere e.V. 103 Fördermitglieder sowie 55 Paten.
Das Geschäftsjahr 2007 wird mit einem geringen Überschuss abgeschlossen. Allerdings stehen für in 2007 geleistete tierärztliche Ausgaben noch Rechnungen aus, die hierauf angerechnet werden müssen.
Aktivitäten
1) International: präventiver Tierschutz Sardinien
Das Jahr 2007 stand wieder im Zeichen des präventiven Tierschutzes. Der größte Teil der Finanzmittel sowie der Großteil der Arbeit wurden im Bereich der Geburtenkontrolle angesiedelt. Insgesamt konnten mehr als 140 Katzen einfangen und kastriert werden. Mit dieser Anzahl schöpfen wir die Kapazität unseres örtlichen Tierarztes optimal aus und halten die Neuzugänge innerhalb unserer Kolonien unter Kontrolle.
Mehr als 6 Tonnen Futter und zahlreiche Medikamente zur Versorgung der Kolonien wurden nach Sardinien geschickt. Der Großteil der Medikamente wurde zur Bekämpfung von Parasiten wie Würmern, Flöhen und Zecken eingesetzt, so z. B. mehr als 450 Entwurmungstabletten für Katzen und mehr als 140 Entwurmungstabletten für Hunde. Der Bedarf an Antibiotika war ebenfalls wie gewohnt hoch, so wurden zum Beispiel mehr als 300 Synuloxtabletten und ca. 150 Baytril- tabletten verbraucht.
Fast alle Medikamente und Futtermittel stammen aus Deutschland und wurden durch den unermüdlichen Einsatz von ehrenamtlichen Helfern eingesammelt und/oder zu Sonderkonditionen erworben. Parallel ist es in der Zusammenarbeit mit dem einheimischen Tierschutzverein „arca dei gatti“ gelungen, Medikamente auch über einen Mailänder Pharmagroßhandel zu vergleichbar günstigen Konditionen bestellen zu können sowie Sonderkonditionen zum Zukauf von Futter bei sardischen Händlern und/oder Produzenten zu erwirken. Im Großraum Santa Teresa/Sardinien werden von respekTiere e.V. täglich mehr als 160 Katzen an ca. 10 verschiedenen Plätzen mit Futter und Medikamenten versorgt. Hinzugekommen sind Mitte des Jahres auf den vorgelagerten Inseln La Maddalena und Caprera rund 50 Katzen, um die wir uns ebenfalls regelmäßig kümmern.
Das Helferteam arca dei gatti vor Ort konnte weiter verstärkt werden, so dass unter der Leitung unserer Koordinatorin die Aufgaben im wachsenden Einzugsbereich erfolgreich erfüllt werden können.
Die Arbeit von arca dei gatti wurde mit einem Betrag von ca. 30.000 Euro subventioniert. Diese Finanzmittel dienen dazu, Rechnungen für tierärztliche Leistungen auf Sardinien zu bezahlen, und zwar bei unserem Kooperationstierarzt in Santa Teresa, der uns für Kastrationen, Impfungen sowie die Behandlung einfacherer Krankheiten zur Verfügung steht, sowie bei drei Tierkliniken in Olbia, die wir nutzen, um schwere Erkrankungen, Verletzungen und Unfallfolgen zu behandeln. Des Weiteren wurde die Subvention verwendet, um vor Ort Spezialfutter für erkrankte Tiere sowie Spezialmedikamente zu kaufen.
2) National: präventiver Tierschutz Projekt Kitty/Oberpfalz
Im Jahr 2007 wurden in Kooperation mit zwei Tierärzten und fünf verschiedenen, regionalen Tierschutzvereinen insgesamt knapp 100 Katzen kastriert und medizinisch versorgt. Diese Kooperation und die dadurch mögliche Kastration der Streunerkatzen haben den einheimischen, meist sehr kleinen Tierschutzvereinen enorm geholfen. Da gezielt in den Landkreisen Regensburg und Schwandorf gearbeitet wurde, macht sich diese Anzahl im Kampf gegen das Elend der Streunerkatzen in den ländlichen Gebieten durchaus positiv bemerkbar.
3) Vermittlung
Im Jahr 2007 konnten 100 Katzen und 124 Hunde in ein schönes und artgerechtes Zuhause vermittelt werden.
Die Hunde stammen aus der Kooperation LIDA Sezione Olbia, Rifugio i Fratelli minori oder aus unserem Vereinsprojekt Sardinien. Ein paar Hunde kamen aus deutschen Tierschutzprojekten.
Die Katzen kommen zum größten Teil aus unserem Vereinsprojekt Sardinien, ein paar aus der Kooperation mit einer Tierschützerin in Cagliari/Sardinien sowie aus deutschem Tierschutz.
Entsprechend der Vereinsphilosophie wurden für jedes einzelne Tier vor Vermittlung intensive Gespräche geführt und Vorkontrollen durchgeführt. Bei Vermittlung eines Tiers wurde jedes Mal ein verbindlicher Schutzvertrag geschlossen. Der Kontakt zu den Adoptivfamilien wird auch nach der Vermittlung aufrecht erhalten, um sich vom Wohlergehen des jeweiligen Tiers nachhaltig zu überzeugen.
Bewährt hat sich, dass wir festgeschrieben haben, bei den Katzen grundsätzlich einen FIV/FeLV-Test zu machen, bevor sie auf die Pflegestellen kommen oder vermittelt werden.
Basierend auf den bereits vorliegenden und bezahlten Rechnungen haben wir - zusätzlich zu den Tierarztkosten auf Sardinien - in Deutschland fast 41.000 Euro für die tierärztliche Versorgung einschließlich langwieriger Behandlungen, Operationen und stationärer Aufenthalte bezahlt, ohne die viele Katzen und Hunde, die inzwischen ein glückliches Leben in ihren Familien führen dürfen, keine Chance gehabt hätten.
4) Marketing/Kooperationen
a) WDR/Tiere suchen ein Zuhause
Auch im Jahr 2007 konnte respekTiere e.V. wieder bei der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ des WDR mitwirken und so für einen besonderen Notfall-Schützling ein schönes Zuhause finden sowie sich der Öffentlichkeit präsentieren.
b) Öffentlichkeitsarbeit
Um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen und neue Förderer und Gönner zu gewinnen sowie die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wurden im Jahr 2007 wieder einige Presseartikel ermöglicht, beispielsweise in Geliebte Katze, Partner Hund sowie in verschiedenen Tages- und Wochenblätter im Großraum München. Ferner konnten wir in jedem Quartal im Journal der „aktion tier“ einen redaktionellen Beitrag zu Tierschutzthemen platzieren sowie Notfall- und Vermittlungstiere vorstellen.
Darüber hinaus wurde über verschiedene Distributionskanäle (Tierarztpraxen, Supermärkte, Tiernahrungsfachgeschäfte, Baumärkte, Internetversandhandel, Tiervermittlung usw.) kostenlos Informationsmaterial über respekTiere e.V. und den respektvollen Umgang mit Tieren an die Bevölkerung verteilt.
Für die
Sensibilisierungsarbeit auf Sardinien wurden zwei Werbemittel konzipiert und
diese an Infoständen, dem Wochenmarkt und abends auf der Piazza gegen geringe
Spenden angeboten. Auch in puncto Beratung und Aufklärung konnte in 2007
wieder ein Beitrag zum besseren Umgang mit Tieren geleistet werden. Durch die
Vielzahl der Menschen, die sich bei respekTiere e.V. melden, um ein Tier zu
adoptieren, wurde es ermöglicht, die Philosophie von respekTiere e.V. über
artgerechte
Katzen- und Hundehaltung zu kommunizieren und damit viele Menschen
in ausführlichen und sehr zeitintensiven Gesprächen dafür zu gewinnen.
c) Kooperation Hans Lechermann Stiftung
Die Hans Lechermann Stiftung stellte Anfang 2007 aus stiftungsinternen Gründen ihre Subventionen für uns ein. Dank zahlreicher Spenden der Freunde unseres Vereins sowie eines Soforthilfe-Zuschusses (für unser Teilprojekt Oberpfalz) durch die „aktion tier“ konnte diese Lücke jedoch geschlossen werden, so dass sich unsere Präventivmaßnahmen weiterführen ließen.
d) Internetauftritt
Die Webseite dient dazu, unsere diversen Projekte und zahlreichen Aufgaben transparent darzustellen, den Bereich der Tiervermittlung zu unterstützen, auf spezielle Tierschicksale aufmerksam zu machen sowie Mitglieder und Spender für unseren Verein zu gewinnen. Unsere Webseite ist auch in 2007 weiter gewachsen, so dass wir begonnen haben, im Hintergrund mit freundlicher Unterstützung einer professionellen Agentur eine neue Seitenstruktur aufzubauen, um die Inhalte übersichtlicher darstellen zu können. Im ersten Quartal 2008 wird der neue Internetauftritt online gehen.
e) Kooperation mit anderen Tierschutzvereinen und Privatpersonen
Die vereinsübergreifende Arbeit ist respekTiere e.V. sehr wichtig. Auch 2007 wurden nach Möglichkeit andere Vereine, Tierheime oder Privatpersonen, die sich nach ihren Kräften für die Tiere einsetzen, unterstützt. Hier hilft respekTiere mit der Übernahme, Versorgung und Vermittlung von Tieren. Auf Sardinien sind hier die Vereine „arca dei gatti“ sowie das Rifugio der Lida Olbia zu erwähnen.
5.) Sonstiges
2007 wurde der Vereinssitz von München nach Köln verlegt, der bisherige Sitz wird als Geschäftsstelle weitergeführt. Durch diese Maßnahme können wir unsere wachsenden bundesweiten Aktivitäten effizienter erfüllen.
respekTiere e.V. wurde nach eingehender Prüfung nach §11 TschG zugelassen.
Im August veranstalteten wir unser 3. Sommerfest, bei dem wir mit rund 90 Hunden und ihren Adoptiveltern Wiedersehen feiern konnten.
Auch während der Reisesaison 2007 konnten wir wieder zahlreiche deutsche Touristen in Sachen Tierschutz beraten und sie bei Nothilfeaktionen vor Ort unterstützen.
Besonders hervorzuheben ist ein Meilenstein, den wir aufgrund jahrelanger, zäher Bemühungen erreicht haben: Eine Kooperation der Gemeinde Santa Teresa sowie unseren Vereinen arca dei gatti und respekTiere e.V. wurde auf den Weg gebracht, wonach seit Jahren im staatlichen Canile Europa untergebrachte Hunde per offiziellem Beschluss in unsere Obhut gegeben werden.